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Titel: Feels like Home Autor: Anna, annawoerner[at]gmx[dot]net Genre: Drama, Romantik Zeit: Fortsetzung
zu Crossroads. Charaktere: Buffy, Spike,
Scoobies Inhalt: Spike plagen die
Nebenwirkungen des Yala-Amuletts, doch er verschweigt es. Als Buffy plötzlich
schwanger wird, bricht eine Reihe von Ereignissen los, die nicht nur die
Beziehung der beiden in Gefahr bringt. Teil(e): 58 Abgeschlossen: Ja Wörter: 158930 Warnung:
Gewalt,
Angst und Sex. Ein wenig düsterer als Teil 1, aber hauptsächlich eine
fröhliche Fiction. |

Einige schwache
Sonnenstrahlen fielen auf das weiße Bettlacken und ein sanfter Windhauch wehte
durch den dunklen, schweren Vorhang, der den größten Teil des kleinen Zimmers
abdunkelte. Plötzlich schoss ein kleines Mädchen im rosa Rüschchenkleid durch
den hölzernen Eingang der Wanduhr und trällerte vergnügt vor sich hin. Eine
schneeweiße Hand fuhr auf den Boden und packte zielsicher einen der schwarzen
Springerstiefel. Selbiger flog in der nächsten Sekunde engelsgleich durch das
Zimmer und krachte lautstark auf die Uhr, die sich mit einem letzten
'Morgenstund’ hat Gold im Mund' auf den Boden verabschiedete. Die Hand zog sich
reaktionslos unter die Bettdecke zurück und leises Kichern zerschnitt die Ruhe.
"Sie wird
dich umbringen." murmelte Buffy, die belustigt den genervten Ausdruck des
Mannes neben sich beobachtete.
"Soll sie
mal versuchen...." schnaubte Spike müde zurück und zog sich das große
Kopfkissen über den Kopf. Buffy lächelte und zog die Bettdecke noch weiter
hoch. "Komm schon, wach auf." säuselte sie mit verführerischer Stimme
gegen das Kissen und strich unter den schwarzen Pullover, den Spike trug,
seitdem er die "gottverfluchten Scheißtemperaturen" Irlands erkundet
hatte.
"Verdammt
Buffy." maulte dieser nur zurück und zog ihre Hand weg "Lass mich
schlafen."
Die Jägerin grinste
und schmiss sich unbekümmert auf den müden Mann neben sich. Spike stöhnte kurz
überrascht auf und zog sich fragend das Kissen vom Kopf. Buffy lächelte und
strich durch seine blonden Locken, die ihm wirr ins Gesicht hingen.
"Was willst
du diesmal zu ihr sagen, mh?" grinste sie und strich ihm sanft über die
warme Wange. "Die Nummer mit dem angeschlagenen Biorhythmus zieht langsam
nicht mehr."
Spike rang sich
ein verschlafenes Lächeln ab und küsste sie kurz auf die Stirn "Ich dachte
eher an.... die Kuckucksuhr, in der noch nicht mal ein beschissener Kuckuck
ist, hat die ungesunde Angewohntheit um sieben Uhr los zu philosophieren."
Sie nickte
verständnisvoll und begann zärtliche Küsse auf seinem Gesicht zu verteilen.
"Das kann aber auch Vorteile haben." kicherte sie vergnügt und strich
ihm mit beiden Händen das schwarze Shirt über den Kopf. Spike hob grinsend die
rechte Augenbraue und sah ihr gebannt dabei zu, wie sie seinen Bauch mit Küssen
bedeckte. Er packte sie fest an den Schultern und drückte sie ihm nächsten
Moment knurrend auf die Matratze. Buffy zog auf Kommando einen ihm wohl
bekannten Schmollmund und starrte ihn fragend an. Doch im nächsten Moment
stürzte er sich auf sie und unterdrückte den freudigen Aufschrei mit seinem
Mund. Seine Zunge senkte sich tief in sie und entlockte ihr einen wohligen
Seufzer.
Er grinste
selbstsicher und zerriss im nächsten Augenblick plötzlich unbekümmert das rosa
Top, das sie zum Schlafen trug. Seine Hand fuhr sanft über ihren entblößten
Bauch und massierte selbigen lange. Spike lächelte und küsste sie erst sanft,
dann immer fordernder. Sie krallte sich haltsuchend an seinen starken Armen
fest und starrte ihn aus glasigen Augen an. Er knurrte leise, während sie seine
Nackenhaare liebevoll kraulte. Spike lächelte und zog sie fest an sich.
"Spike
ich....." setzte Buffy an, wurde jedoch von seinem Zeigefinger, den er
sanft auf ihre Lippen drückte, unterbrochen.
"Ich weiß
Liebes, ich kann es fühlen." lächelte er und küsste sie hart auf den Mund.
Buffy zog seinen Kopf bestimmend noch näher zu sich und schlang ihr rechtes
Bein verlangend um seine Hüfte......
"Guten
Morgen, meine Äffchen!" flötete die dickliche Frau fröhlich, als sie die
hölzerne Tür des Schlafzimmers aufriss. Buffy yapste erschrocken und starrte zu
dem verwirrten Gesicht der Irin. Spike ließ sich genervt auf die Bettdecke
zurücksinken, und funkelte die Irin wütend an "Verfluchte Scheiße, immer
dasselbe!"
"Ich, ähm,
es gibt Frühstück." stotterte Doreen verlegen und drehte sich mit
hochrotem Gesicht von dem nackten Pärchen weg. Sie schloss die Tür
kopfschüttelnd hinter sich und schwor sich nun endlich, sich diese seltsame
Geste, ebenfalls anzugewöhnen. Das Anklopfen schien wohl doch schon weit
verbreitet zu sein....
Buffy sah Spike
versöhnlich an und im nächsten Moment prusteten beide gemeinsam los.
"Nicht schon wieder." kicherte Buffy lautstark und schmiegte sich in
die blassen Arme ihres Gegenübers. Aneinander gekuschelt lagen sie noch weitere
zehn Minuten auf dem durchwühlten Bett, bis sich Buffy schwermütig aufraffte
und zum Kleiderschrank torkelte. Schließlich konnte es verdammt ungesund sein
zu spät zum Frühstück zu kommen.... es war schließlich die wichtigste Mahlzeit
am Tag und bestimmt die tägliche Ration Energie, wenn man Frau Dr. Dr. Aileen
O'Connor glauben schenken durfte. Spike seufzte unmotiviert und stieg ebenfalls
aus dem gemeinsamen Bett. Nachdem Buffy sich ihren blauen Pullover übergezogen
hatte, schlurfte sie zum Fenster und zog gähnend an den schweren Vorhängen, die
Doreen vor einigen Wochen zur Sicherheit angebracht hatte.
Spikes erste
Reaktion war, selbst nach sechs Wochen, sich ein schattiges Versteck zu
suchen..... doch erinnerte er sich schnell an diese neue Lebensweise und trat
in die Sonne. Er starrte gebannt auf seine Haut, auf der die Sonne immer diese
seltsame Wärme hinterließ....
Buffy stand
lächelnd vor ihm und beobachtete seinen Blick...... solche nachdenklichen
Phasen hatte er in letzter Zeit öfter, und.... sie ließ ihn, denn sie konnte
sich nur zu gut daran erinnern wie es war plötzlich wieder zu leben.
Vorsichtig
schloss sie die Schlafzimmertür hinter sich und ging zum Esszimmer, aus dem
es..... wie jeden Morgen seid genau 46 Tagen..... so herrlich nach frischen
Brötchen, warmen Kaffee und diesem süchtigmachendem Gelee roch, das Doreen
machte. Sie blieb einen Moment im Türrahmen stehen und beobachtete gerührt wie
Doreen der Meute reichlich Essen auf die Teller schaufelte.... und nicht einmal
daran dachte, sich hinzusetzen, bevor nicht alle hatten was sie wollten.....
Dann war da noch Aidan, der seiner jüngsten Tochter ein Brötchen, mit
Brombeermamalade bestrich und ohne nachzudenken extra noch mal aufstand um
diese Schokostreusel zu holen, die sie so sehr liebte....
"Morgen,
Leute." sagte Buffy fröhlich und trat in das urige Zimmer. "Morgen
Buffster." quetschte Xander zwischen zwei Bissen in das..... extra
importierte..... Erdnussbutter-Brötchen. Die Jägerin setzte sich auf den
zweiten Stuhl, neben Aileen..... schließlich stand auf dem ersten in großen,
roten Leucht-Buchstaben "RESERVIERT FÜR SPIKE" ....und wenn es eines
gab, dass sie inzwischen gelernt hatte, dann war es das, dass man sich besser
niemals mit einer O'Connor anlegen sollte.
"Und, wo
bleibt Blondie?" fragte Xander und lächelte seine Freundin kurz an.
"Ich schätze
er sieht seiner Haut beim Braunwerden zu." mutmaßte Buffy grinsend und
nippte an der Tasse mit heißer Schokolade, die schon jeden Morgen mit einem
dieser geringelten Snoopy-Trinkhalme und genau der richtigen Temperatur an
ihrem Platz stand..... so warm um ihr dieses wohlige Gefühl im Bauch zu geben,
aber nicht zu heiß um sich die Zunge verbrennen zu können..... und sie hatte
Doreen noch nicht einmal danach fragen müssen, seltsamerweise wusste die Irin
nämlich immer genau was sie gerade brauchte.....
Xander grinste
wissend und blickte zu der Tür, durch die eben das Gesprächsthema hereinkam.
"Morgen." schnaubte er müde in die Runde und ließ sich auf den Stuhl
neben Buffy sinken.
"Guten
Morgen, Spike." trällerte Aileen mit tellergroßen Augen und hielt dem
Ex-Vampir eine, wie jeden Tag, extra zusammengesuchte Auswahl an Brötchen vor
die Nase..... Spike hob seufzend die Augenbraue und fragte sich insgeheim,
wieso dieses Mädchen ihm das halbe Sortiment der hiesigen Backwarenindustrie
auf dem Teller präsentierte, wenn sie doch wusste, dass er jeden gottverdammten
Morgen dasselbe aß.... und wie jeden Morgen, seid er in dieses Haus getreten
war nahm er sich lächelnd zwei von ihnen, um selbige schließlich im Stillen an
seine Banknachbarin weiterzureichen.....
Buffy lächelte
bei diesem allmorgendlichen Ritual und drückte Spike einen dicken Kuss auf die
bleiche Wange, bevor sie versuchte mit den, mindestens 87-mal abgestumpften
Messern, das kleine Sesambrötchen aufzuschneiden. Schließlich setzte sich auch
Doreen mit einem zufriedenen Seufzen auf einen der Holzstühle und blickte
lächelnd zu der eingeschworenen Bande.
-
- Später an
diesem Tag
Zaghaft berührte
sie den kleinen, dunkelblauen Saphir, der an seinem Hals baumelte. Sie lächelte
sanft und schlang ihre dünnen Arme um seine Hüfte.
"Alles in
Ordnung?" wisperte sie an seinen Hals und schloss ruhig die Augen.
Spike lächelte
abwesend und fuhr mit seiner rechten Hand durch ihre langen Haare. "Ja, es
ist nicht so schlimm." flüsterte er und küsste sie auf die warme Stirn.
Buffy nickte langsam und strich ihm vorsichtig über die hohen Wangenknochen.
"Wenn du da
bist hört es manchmal auf." hauchte er und schlang seinen rechten Arm um
ihre Hüfte, während er sich eine Zigarette ansteckte. Sie beobachtete traurig wie
er einen tiefen Zug von der Marlboro nahm und die Schachtel in seine
Manteltasche zurücksteckte. Vorsichtig berührte sie seine linke Hand mit ihrer
und verhakte ihre Finger mit seinen. Sie blickte lächelnd zu ihm auf und folgte
wieder seinem Blick, der starr auf ihre beiden Hände gerichtet war. "Dann
werde ich für immer bei dir bleiben müssen." nickte sie sicher und drückte
seine Hand fest.
"Genau,
Liebes. Das musst du." lächelte er zustimmend und legte seinen Kopf auf
ihre Schulter. Er vergrub seinen Kopf tief in ihren Haaren, während sie ihre
Arme fest um seinen Körper schlang. Sie sah ruhig aus dem Fenster. Gelegentlich
spürte sie das Zucken, das durch seinen Körper fuhr und seinen unruhigen
Herzschlag. Beruhigend strich sie ihm durch die blonden Locken "Ja,
Spike.... ich werde für immer bei dir bleiben." Aileen stand stumm im
Türrahmen und starrte mit ausdruckslosem Gesicht auf das Paar, das sich
krampfhaft umarmte. Sie schniefte einmal kurz und rannte anschließend schnell
die hölzerne Treppe hinauf. Durch das laute Knallen der Tür wieder ins Leben
zurückgeholt blickten Buffy und Spike verwirrt durch die Tür.
"Aileen."
wisperte Spike wissend und strich Buffy beruhigend über den Rücken. "Sie
ist eifersüchtig." grinste er nach einigen Sekunden arrogant und sah Buffy
lächelnd an. Selbige verdrehte ebenfalls grinsend die Augen und löste sich
langsam von dem Vampir. "Dann geh doch zu ihr und tröste sie ein
wenig." maulte sie gespielt beleidigt zurück und ging rückwärts aus der
Küche. Spike blickte ihr leise lachend hinterher und folgte ihr schließlich.
"Und was
habt ihr heute vor?" fragte Xander, der entspannt auf dem großen Sofa
lümmelte und durch die Fernsehkanäle zappte. Buffy zuckte kurz mit den
Schultern und ließ sich neben ihrem Freund auf das Sofa fallen.
"Langweilig ist uns bis jetzt noch nicht geworden, oder?" grinste die
Jägerin zu dem Ex-Vampir und sah anschließend ebenfalls zu dem Fernseher,
nachdem Spike ihr keine Antwort gab. Xander grinste kurz bei den derzeitigen,
sehr schlafzimmerzentrierten Unternehmungen, seiner Freundin, sah jedoch dann
auch auf das Gerät.
Auf der
Mattscheibe waren einige Rettungs- und Polizeiwagen zu sehen, die vor dem Wald,
in der Nähe einer großen Höhle standen. Einige Sanitäter trugen gerade eine
Trage heraus, auf der ein schwerverletzter Mann in den Wagen geschoben wurde.
"Wir
berichten life von den Dunmore Caves, in denen nach Berichten von Touristen vor
einigen Minuten schmerzvolle Schreie zu hören waren. Man fand diesen jungen
Mann, schätzungsweise 23, schwerverletzt in den tieferen Gängen der bekannten
Touristenhöhle. Ob es sich hierbei um einen Unfall oder um ein Verbrechen
handelt ist noch unklar, wir werden sie jedoch auf dem Laufenden halten.
Berichtet hat ihnen Fiona Tamory, life auf ITV." sagte eine dunkelhäutige
Frau leicht fröstelnd in die Kamera. Das Bild wechselte in das hiesige
Nachrichtenstudio.
Buffy blickte zu
Spike auf, der nachdenklich über seine Wange strich. "Dunmore Caves,
mh?" lächelte er abwesend und stand langsam auf. "Vielleicht war es wirklich
ein Unfall." zuckte Xander mit den Schultern und zog einige Chips aus der
orangenen Schüssel, die auf dem Tisch stand. "Du hast den Kerl schon
gesehen, Harris?" motzte Spike und machte die Haustür im Nebenzimmer auf.
"Wohin gehst
du?" fragte Buffy besorgt, doch Spike hatte die Türe längst hinter sich
verschlossen. Xander zuckte mit den Schultern, als seine Freundin ihn fragend
anstarrte und anschließend ebenfalls aus dem Haus verschwand.
"Hey, was
ist denn?" flüsterte sie in sein Ohr, nachdem sie ihre Arme fest um seine
Hüfte geschlungen hatte. Er zog tief von der entflammten Zigarette und lehnte
sich lächelnd gegen ihre Brust. Langsam schloss sie ihre Augen und legte ihren
Kopf auf seinen Rücken. "Keiner sagt, dass wir wieder dorthin müssen."
flüsterte sie leise und küsste kurz seinen Hals. Spike lachte auf und drehte
sich zu ihr um. "Also willst du nicht sehen ob ein Dämon seine Pranken im
Spiel hatte?" Buffy blickte ihn betreten an und stierte dann lächelnd auf
den Boden.... "Doch."
Er strich ihr
liebevoll über die Wange und hauchte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn
"Schon gut. Keiner hat gesagt, dass wir dem Jägerinnenbusiness auf ewig
entkommen würden." Er zog von der angezündeten Marlboro und sah sie ruhig
an, während er sich lässig gegen die Hauswand lehnte. Buffy legte ihren Kopf
schief und betrachtete den blonden Mann vor sich verträumt. "Als ob du
dich nicht auch nach einer kleinen Schlägerei sehnen würdest." grinste sie
im nächsten Moment siegessicher und stellte sich, die Hände in die Hüfte
gestemmt, vor ihn.
Spike öffnete
seinen Mund, stoppte sich jedoch selbst und blickte Buffy verunsichert an.
"Wenn du's so sagst, Jägerin." meinte er verwirrt und schüttelte mit
nachdenklichem Gesichtsausdruck den Kopf...... Jetzt musste ihm diese Frau doch
tatsächlich schon sagen, was er wollte und was nicht..... verdammt....... und
das schlimme war - meistens hatte sie Recht.
"Du musst
nicht mitkommen." flüsterte sie sanft. Spike lachte kurz und grinste
verschmitzt in ihre Richtung "Und dir den ganzen Spaß alleine überlassen?
Vergiss es, Jägerin."
"Also, noch
eine kleine Dämonenjagd, bevor ich zurückfliege?" grinste Xander, nachdem
beide wieder in das Wohnzimmer gegangen waren. Buffy nickte und setzte sich
seufzend auf Spikes Schoß. "Sicher Harris, schließlich müssen wir deinen
Abgang gebührend feiern." sagte selbiger kaltschnäuzig und wehrte aus
Gewohnheit Buffys Ellebogen ab, der schon wieder im Begriff war sich warnend in
seine Seite zu rammen.
"Ein
Spike-freies Sunnydale.... das muss gebührend gefeiert werden." nuschelte
Xander beleidigt vor sich hin und schob sich noch einen von den Paprikachips in
den Mund. Spike blickte grinsend zu dem Handwerker und legte seinen Kopf auf
Buffys Schulter.
Teil 2 - Kunst
Abends saßen die
drei stumm in Aidans Wagen. Spike saß am Steuer und sah starr auf die dunkle
Straße, die nur von den großen Scheinwerfern beleuchtet wurde. "Da vorne
müssten sie sein." wisperte Buffy und zeigte kurz auf die kommende
Ausfahrt. Spike nickte benommen und drehte das Lenkrad mit seiner rechten Hand.
Das Auto fuhr auf den holprigen Feldweg und hielt schließlich auf der grünen
Wiese, vor dem Höhleneingang. Spikes linker Arm war lässig aus dem Fenster des
silbernen Mobiles gelehnt. Er zog ein letztes von der beinahe abgebrannten
Zigarette und schnippte sie schließlich in das feuchte Gras. Der Schlüssel
würde aus dem Zündschloss gezogen und er öffnete die Autotüre. "Also dann
mal los." ächzte Xander, als er sich an dem vorgeklappten Sitz
vorbeizwängte.
Der Ex-Vampir
drückte die große Kofferraumtüre auf und öffnete die schwarze Reisetasche, in
der sie die Waffen verstaut hatten. Er zog ein langes Schwert heraus, drückte
Buffy die riesige Armbrust, Bolzen und einen Pflock in die Hand und gab Xander
eine winzige Handaxt.
"Hast du
nicht was vergessen?" fragte Xander und blickte auf die Waffe, die locker
als Zubehör für den neusten Action-Man durchgehen könnte. Spike sah zu dem
braunhaarigen Mann auf und zuckte kurz mit den Schultern...... bevor er ihm
auch die zweite Miniaxt in die Hand drückte.
"Wow, danke.
Vielleicht braucht der Dämon ja noch 'ne Maniküre, bevor ihr ihn
umbringt." nörgelte Xander und schloss die Türe. Spike nickte stumm....
"Klar, tu das Harris." ......und fragte sich was das nun schon wieder
sein sollte.... bestimmt eine von diesen neumodischen Foltermethoden, von denen
er noch nichts wusste..... Das kam eben davon, wenn man sich Jahrzehnte lang
auf die Präzisionsarbeit mit Nägeln spezialisiert hatte.
Spike ging
nochmals zu der Beifahrertür, öffnete selbige und holte die zwei großen
Taschenlampen heraus. Die anderen waren bereits am Eingang der Höhle und
blickten auf das große Schild, auf dem feinsäuberlich "Höhlen wegen
Polizeiarbeiten vorläufig geschlossen." stand. Spike lief auf die Beiden zu
und warf ihnen die Lampen zu, bevor er das rotweiß gestreifte Absperrband
auseinander riss.
"Mhm."
kommentierte Xander schulterzuckend und lief hinter Buffy und Spike her.
"Meinst du,
er ist noch hier?" wisperte die Jägerin und umgriff vorsichtig die Hand
des Mannes neben sich.
"Das hoffe
ich doch schwer." murmelte Spike und starrte konzentriert in die
Dunkelheit. "Verfluchte Dunkelheit." stöhnte er genervt und kniff
seine Augen zusammen. Buffy blickte unsicher zu Xander und hob schließlich ihre
Taschenlampe in die Höhe.
"Klasse."
nickte der Ex-Vampir und leuchtete in den großen Raum. "Ich kenne diesen
Ort." flüsterte er mehr zu sich selbst und fuhr mit seiner Hand über das
dunkelrote Trenngitter. Er schloss seine Augen und fasste sich kopfschüttelnd an
seine Stirn. Der Calvar hatte ihn auf einen der dünnen Stalagmiten aufgespießt
und im nächsten Moment in das eiskalte Wasser des breiten Becken geschmissen.
Die Kälte hatte wie tausend Nadelstiche gegen seinen Körper gehämmert.
"Spike?"
flüsterte Buffy vorsichtig und berührte ihn zaghaft an der Schulter. Selbiger
schüttelte lächelnd den Kopf und ging in den nächsten Gang. Die Lampen an den
steinernen Wänden waren alle ausgeschaltet und jegliches Licht, das aus
vereinzelten Öffnungen kam erhellte den Stollen leicht. Die zwei grellen
Lichter der Lampen kreisten wirr über den schwarzen Boden und Buffy sah unruhig
hinter sich... "Vielleicht war das doch keine so gute Idee." Spike
grinste kurz und boxte ihr spielerisch in die Seite "Du hast Angst,
Jägerin."
Buffy schüttelte
schnell den Kopf und schob trotzig ihre Unterlippe vor "Hab ich
nicht." maulte sie zurück und legte schon mal einen Bolzen in den Abzug.
Plötzlich hörte
die Gruppe hinter sich ein langes Scheppern und im nächsten Moment flog ein
riesiger Felsbrocken auf die drei zu. "Duckt euch!" schrie Buffy
überrascht und schmiss sich auf den Boden. Spike packte Xander, der wie
erstarrt auf den Stein blickte, am Arm und schleuderte ihn neben Buffy. Mit
geweiteten Augen drehte er seinen Kopf zur Seite und wollte sich ebenfalls
ducken. Jedoch zu spät.
Der Stein knallte
gegen Spikes Rücken und warf ihn hart gegen die Felswand. Er lag mit dem Rücken
zur Wand und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die geprellte Seite.
"Oh Gott..... scheiße verdammt." presste er hervor und ließ sich
kraftlos zurückfallen.
Xander setzte
sich verwirrt auf, wurde jedoch sofort wieder auf den Grund gedrückt, da eine
ziemlich panische Jägerin hastig über ihn drüber krabbelte und sich zu dem
platinblonden Mann kniete.
"Alles
okay?" flüsterte sie besorgt und strich ihm sanft durch die weichen Haare.
Stöhnend setzte sich nun auch Xander auf und tastete nach der erloschenen
Taschenlampe. Schließlich fand er diese und leuchtete auf den, am Boden
liegenden, Mann. Er kniete sich neben seine Freundin und sah etwas
durcheinander zu ihm herab. "Danke." murmelte der ehemalige
Handwerker leise und fixierte betreten einen Punkt an der Wand.
"Pass das
nächste Mal besser auf, Harris." raunte Spike, als er sich langsam
aufrappelte. "Was war das?" fragte er zu Buffy gerichtet, während er
von ihr gestützt wurde um aufzustehen.
"Keine
Ahnung." wisperte sie und nahm Xander unbekümmert die Lampe aus der Hand.
Sie leuchtete in den tiefschwarzen Gang vor ihnen und ging einige Schritte nach
vorne. Spike schnappte sich die zweite Leuchte und folgte der Jägerin. Sie
betraten erneut den großen Raum, aus dem sie gekommen waren und starrten
konzentriert in die Dunkelheit. Im nächsten Moment hörten sie einen wütenden
Schrei hinter sich, gefolgt von einem panischen "Buffy!!" .....Xander
rannte zu den Beiden und stellte sich ängstlich neben seine beste Freundin, die
sofort in Kampfstellung gegangen war. "Da, da hinten!" fuchtelte er
wie wild in die entgegengesetzte Richtung. Spike grinste freudig und zog das lange,
silberne Schwert. "Na endlich."
-
"Sag mal,
müsstest du ihm nicht eigentlich helfen?" merkte Xander gelangweilt an,
als ein grünschuppiger Dämon an ihm vorbeigeflogen kam und hart mit dem Kopf
auf der steinigen Wand aufschlug.
"Wieso
denn?" fragte die Jägerin, die es nicht im geringsten als notwendig
erachtete, diese nette Prügelei in der nächsten Zeit zu beenden.... sollte er
sich doch endlich mal wieder etwas austoben.....
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"Na ja, da
hinten kommen schon wieder zwei." zuckte der Handwerker mit den Schultern,
als ein gewisser blonder Mann im Ledermantel unter freudigem Kampfgebrüll die
Köpfe zweier hundeähnlicher Dämonen aneinander schlug.
Buffy sah
ungerührt auf das Geschehen und lächelte selig, als Spike einen tadellosen
Faustschlag in den Magen eines schwarzhaarigen Vampirs landete. "Ach, er
schafft das schon." schüttelte sie unbekümmert den Kopf und beobachtete
stolz, wie der laut lachender Ex-Vampir gerade dabei war einen, ohnehin nicht
allzu groß gewachsenen Dämon grölend in den Boden zu rammen.
"Außerdem
hab ich erst mal Urlaub." meinte Buffy mit gelangweiltem Blick und spielte
gähnend weiter mit der schwarzen Taschenlampe.
"Wohl
wahr...." seufzte Xander nickend und beobachtete müde, wie in monotonem
2-Sekunden-Abstand das runde Licht an der Wand an und aus ging.....
"Buffy?" setzte er vorsichtig an und duckte sich im nächsten Moment
reflexartig, als ein Dämonenkopf über ihm vorbei flog. "Mhm?"
murmelte Buffy abwesend, während sie höchst konzentriert den schwarzen Knopf
auf der Plastikoberfläche drückte.
"....Willst
du wirklich wieder zurückzukommen?"
Die Jägerin sah
überrascht zu ihrem besten Freund auf, wand ihren Blick jedoch schnell betreten
wieder ab. "Ich weiß nicht...." lächelte sie tief einatmend und
strich sich langsam eine Strähne aus dem Gesicht. "Ich....denke,
....nein." presste sie schließlich bedrückt hervor und sah schluchzend zu
dem dunkelhaarigem Mann auf. "Xander, ich...."
Doch selbiger
unterbrach sie indem er, auch den Tränen nahe, den Kopf schüttelte und sie
schnell umarmte. Buffy schlang ihre Hände fest um den Mann vor sich und legte
ihren Kopf schluchzend auf seine Schulter. "Ich wusste Giles würde es
nicht verstehen."
"Ich
weiß." stimmte er ihr schnell zu und versuchte nicht enttäuscht zu
klingen.... denn insgeheim hatte er es gewusst. Als Buffy ihnen gesagt hatte
sie würde in einem Jahr wieder zurück kommen, hatte er gewusst, dass sie log.
Sie wollte hier leben. Für immer. "Weiß es Spike schon?" flüsterte er
nach einigen Minuten des einvernehmlichen Schweigens. "Nein."
antwortete sie ehrlich.
"Wir werden
dich ganz schön vermissen." lächelte er traurig und ließ langsam von ihr
ab. Er schluckte hart und atmete tief durch... "Aber ich verstehe
dich." Buffy liefen die Tränen inzwischen in Strömen die Wangen hinab und
sie umarmte ihren Freund erneut stürmisch. "Danke." wiederholte sie
einige Male heulend und vergrub ihren Kopf tief in seinem grünen T-Shirt.
"Hey ihr
zwei Turteltäubchen." unterbrach ein blutüberschmierter Mann die zwei mit
gehobener Augenbraue und einem seligem Lächeln auf den Lippen. "Ich denke
wir sind hier für heute fertig." verkündete er stolz und deutete mit dem
rotgefärbten Schwert auf die Horde Dämonenleichen hinter sich. Buffy ließ
langsam von Xander ab und sah grinsend zu dem blonden Mann auf. "Für
heute, hah?"
Spike lachte kurz
auf, zog die Jägerin plötzlich zu sich hoch und küsste sie stürmisch. Xander
richtete sich, nach knapp zwei Stunden ungemütlichem *Höhlenboden-Sitzens*,
stöhnend auf und blickte angewidert auf die vielen sauber abgetrennten
Dämonenköpfe. "Das ist abartig." kommentierte er die Blut- und
Staublache, die sich vor seinen Füßen ausbreitete.
Spike ließ kurz
von der Frau vor sich ab und begutachtete die chirurgisch korrekt
auseinandergeschnittenen Körperteile mit skeptischem Blick. "Nein, abartig
ist es dich unter der Dusche singen zu hören. DAS ist Kunst." hatte Spike
eine etwas andere Ansicht und wand sich schulterzuckend wieder der wichtigeren
Sache zu.
Genau diese hatte
unterdessen leichte Orientierungsprobleme, als Spike seine Zunge erneut gierig
in ihren Mund drängte. Dankbar nahm sie am Rande wahr, dass er seinen rechten
Arm wieder um ihre Hüfte schlang und sie somit am umkippen hinderte. Verdammt,
vielleicht hätte sie ihn öfter mal auf Prügeleientzug stellen sollen.... das
hatte ja ungemeine Auswirkungen. Spike lachte einige Male arrogant, als er ihre
lustvollen Seufzer wahrnahm und zog sie noch etwas näher an sich. Xander
verdrehte währenddessen genervt die Augen und schnappte sich eine der
Taschenlampen. "Ich warte draußen." murmelte er schnaubend und
stiefelte missmutig über die toten Dämonen.....
.......was eine
gewisse, blonde Jägerin nicht wirklich mitbekam, da sie sich unter diesen
Umständen generell nicht so ganz sicher war, wer dieser dunkelhaarige Mann
überhaupt war, oder wie sein Name lautete..... was sie allerdings wusste war,
dass Spike gerade lachend von ihr abließ. Ein verschmitztes Lächeln erschien
auf seinem Gesicht während er mit seinen Händen ihre Oberarme packte und sie so
gegen die steinige Wand drückte, dass er ihr in die Augen sehen konnte. Buffy
konnte den festen Druck seiner Hände nur willkommen heißen, da ihr unter seinem
durchdringenden Blick und der Tatsache, dass seine Augen so verdammt blau
waren..... zunehmend die Knie schwächer wurden.
"Was willst
du jetzt machen, Jägerin?" fragte er vollkommen gelassen und Buffy stellte
bestürzt fest, dass er dazu seine unglaublich sexy-rauchige Stimme benutzte,
die alleine schon ausgereicht hätte, sie dazu zu bringen ihm sabbernd die
Kleider vom Leib zu reißen.
"Hh?"
fiepste sie leicht perplex zurück, als sie benommen bemerkte, dass er nicht
vorhatte sie wieder zu küssen.
"Sag mir was
du jetzt machen willst." wiederholte er, für Buffys Geschmack viel zu
ruhig, und grinste sie dreckig an. Verdammt, musste sie ihm das jetzt wirklich
noch erklären? Sie schaute ihn an, als könnte sie nicht bis drei zählen und
fühlte sich dann doch ziemlich unsicher als er seine Augenbraue abwartend in
die Höhe hob. Buffy legte ihre Hände auf seine Schulter und schlang ihre Beine
um sein Becken. Bestimmend zog sie ihn näher zu sich und hoffte, er würde ihre
Geste verstehen.
"Sag
es." ......war dies natürlich nicht der Fall, obwohl sie seine Ungeduld
deutlich spüren konnte. Sie strich mit ihrer Wange lächelnd an seine und begann
langsam an seinem Ohrläppchen zu knabbern "Spike." hauchte sie
verführerisch und strich mit ihrer linken Hand unter seinen Pullover "Ich
will....."
Weiter kam sie
nicht, denn im nächsten Moment wurden beide brutal zur Seite geschmissen und
knallten hart auf dem felsigen Boden auf.
"Was zum
-" ....doch auch diesen Satz konnte sie nicht beenden, denn ein bärtiger
zweimeterfünfzig Dämon packte sie grob an den Schultern und schmiss sie quer
durch den Stollen. Schmerzvoll stöhnend richtete sie sich an der Wand auf und
beobachtete mit geschockten Augen wie die Kreatur das Schwert aufhob und Spike
damit an der Seite traf. "Pass auf!" ....schrie sie, etwa vier
Millisekunden zu spät und rannte geschockt auf die Zwei zu. Doch schon einige
Schritte später stoppte sie wieder, als Spike dem Dämon nach einigen gekonnten
Schlägen ohne größere Probleme das Genick brach und ihn achtlos auf den Boden
schmiss. "Wichser." schnaufte er angestrengt und blickte zu Buffy
auf. "Also, kleine Jägerin...." lächelte er im nächsten Moment
bereits wieder anzüglich und streckte seine Hand nach ihr aus. "Kommst du
jetzt endlich, oder was?" Buffy lachte kurz auf und ging langsam auf den
Mann vor sich zu. "Klingt gut." Sie wischte mit zwei Fingern über
sein blutbeschmiertes Gesicht und lächelte kurz...... ehe die harte Faust eines
weiteren Dämons gegen ihren Hinterkopf knallte..... "Verdammt noch
mal!!" wirbelte sie sofort herum und ehe sich ihr Angreifer versah, hatte
er ihren herrlich schwarzen Gucci-Stiefel zwischen den Beinen kleben....
"Siehst du nicht, dass ich gerade mit meinem Freund rede, du Idiot?"
schrie sie wütend..... diese Dämonen heutzutage hatten wirklich keinerlei
Respekt mehr.....
Spike grinste
amüsiert, als sich Buffy mit geballten Fäusten auf den wimmernden Dämon stürzte
und ihn einmal quer durch den Raum schleuderte. Mit einem äußerst stolzem
Gesichtsausdruck sah der Ex-Vampir, wie sich Buffys kleine Faust hart in das
Nasenbein ihres Opfers rammte und sie schnell zu der silbernen Waffe lief. Der
Dämon schrie schmerzgepeinigt auf und nachdem die Jägerin noch einen
fabelhaften Tritt in die Kniekehle des Gegners gelandet hatte, flog dessen Kopf
auch schon zu seinen anderen Gefährten.
Sabbernderweise
beobachtete Spike, wie Buffy noch einen festen Tritt in den abgetrennten Körper
landete.... unterlegt von einem äußerst poetischen "Noch mal wirst du
nicht dazwischen funken, du dreckiger Bastard!"
Im nächsten
Moment packte sie jemand erneut an den Schultern und presste sie beinahe brutal
gegen die Steinwand. Buffy schrie kurz überrascht auf und schlang ihre Beine
fest um die Hüfte des Mannes vor sich. Ein tiefes Knurren entwich seiner Kehle,
als er seine Zunge nun vollkommen aus der Fassung gebracht in ihrem Mund
versenkte......
Teil 3 – Der
Selbstzerstörungsknopf
"Da seid ihr
ja endlich." nuschelte Xander, der an das Auto gelehnt war, leicht beleidigt,
als Buffy und Spike aus der Höhle kamen. Buffy war mit dem Rücken an Spikes
Brust gelehnt und kicherte leise. Der blonde Mann grinste verschmitzt und
stellte sich, mit der Jägerin in seinen Armen, neben den Handwerker.
"Spike wurde leicht verletzt, ich hab auch ein paar Prellungen
abgekriegt....." erklärte Buffy ernst "....wir hatten ganz schön zu
kämpfen." Spike nickte zustimmend und legte seinen Kopf leicht auf Buffys
"Aber dann hat Buffy kurzen Prozess gemacht."
Die junge Frau
lächelte verliebt zu dem Mann hinter sich "Ja, er hat ganz schön
geschrieen."
Xander blickte
seine Freundin verwirrt an und verzog anschließend angewidert das Gesicht.
"Uahh... müsst ihr mir das so genau erklären?!" schrie er angeekelt
und machte die Hintertür des Wagens auf. Spike und Buffy sahen sich fragend an
"Häh?" sagten sie mit einem synchronen Schulterzucken unterlegt.
Spike öffnete die Wagentüre und auch Buffy setzte sich seufzend auf den
Beifahrersitz. "Das machen wir jetzt öfters, Jägerin." grinste der
Ex-Vampir dreckig in ihre Richtung und ignorierte das jammernde "Oh
Gott...." aus den hinteren Reihen.
"Mhm..."
nickte sie grinsend und küsste ihn kurz. Spike drehte den Schlüssel lächelnd um
und fuhr rückwärts den kurzen Feldweg entlang.
"Spike!"
juchzte Aileen vergnügt, als der blonde Mann die Haustür öffnete. Das kleine
Mädchen sprang sofort von der beigen Couch und rannte auf den leicht
überrumpelten Ex-Vampir zu. Seine Versuche, sich hinter Xander zu verkriechen
scheiterten, denn im nächsten Moment hing das 4-jährige Mädchen mit
selig-ruhigem Lächeln an seinem linken Bein. "Ähm.... ja." lächelte
er kurz und tätschelte zweimal seufzend auf den Kopf der Kleinen. "Okay,
uhm... du kannst mich wieder loslassen." wiederholte er nach einigen Minuten
gequält und blickte flehend zu seiner Freundin auf, die sich bereits diskret
ins Wohnzimmer zurückgezogen hatte...... sie wollte dem glücklichen Pärchen ja
nicht im weg stehen....
"Hast du den
verdammten Dämonen kräftig in den Hintern getreten?" stemmte die kleine
Irin ihre Hände in die Hüfte und blickte Spike unschuldig an.
"Ähm... ich
denke schon?" antwortete Spike leicht perplex und machte einen Schritt
Richtung Wohnzimmer. Natürlich wurde er auf halben Wege von Aileen gestoppt,
die mit großen Telleraugen an seinem Mantel zog. "Nimmst du mich das
nächste Mal mit?"
Spike hielt inne
und hob das Mädchen kurzerhand auf seine Schultern. "Findest du nicht,
dass du dafür noch etwas zu klein bist?" grinste er verstohlen, als er in
das Wohnzimmer ging. "Du passt doch auf mich auf!" erinnerte ihn das
Mädchen empört und hielt sich quiekend an dem schwarzen Lederkragen fest. Spike
lachte leise und stupste Aileen kurz mit dem Zeigefinger auf die Nase.
"Ja, ich pass auf dich auf." Das Mädchen lächelte verliebt und legte
ihren Kopf auf die Schulter des Ex-Vampirs.
- Gegen vier Uhr
Nachts
Ruckartig setzte
er sich in dem weichen Bett auf und drückte mit beiden Händen stöhnend gegen
seinen Kopf. Seine Lider kniff er hart zusammen, während sein Atmen langsam
wieder kontrollierter wurde. "Bloody Hell....." stöhnte er nach
einigen Sekunden kraftlos und ließ sich auf die weiße Matratze fallen. Er
drehte seinen Kopf langsam nach links und lugte zu der schlafenden Frau, die
eins der großen weißen Kissen fest an ihre nackte Brust drückte. Ein warmes
Lächeln stahl sich schwerfällig auf seine Lippen, während er seine rechte Hand
vorsichtig nach ihr ausstreckte. Er legte sie federleicht auf ihre erhitzte
Wange und strich mit zwei Fingern die Konturen ihres Gesichtes nach, ohne
selbiges wirklich zu berühren. Er schmunzelte verzaubert, als er sie ruhig
beobachtete.... wie sie mit leicht geröteten Wangen und seligem Lächeln
zusammengerollt da lag.... sie sah zufrieden aus, richtig glücklich.
Vorsichtig schlug
er die Decke auf seiner Seite des Bettes zurück und hob das schwarze Shirt, das
auf dem Boden lag, auf. Nachdem er es über seinen Oberkörper gezogen hatte,
machte er leise die Türe auf und ging in den dunklen Gang hinaus. An der
Haustüre angelangt, stoppte er am Gardarobenständer und zog die, vom Kampf
leicht zerquetschte, Zigarettenschachtel aus der Manteltasche. Noch während er
auf die Veranda zuging, steckte er sich eine zwischen die Lippen und öffnete
die hohe Schiebetür.
"Ah,
verdammt." fluchte er leise, als der kalte Windzug über seinen Körper
strich.
"Du solltest
endlich lernen, dich richtig anzuziehen." sagte ein gewisser Ire, ohne
aufzuziehen, relativ emotionslos und rutschte ein wenig auf der Holzbank. Erst
jetzt bemerkte Spike Aidan, der da so nachdenklich in der Dunkelheit saß und nahm
dankend den Sitzplatz an.
"Lassen sie
dich nicht schlafen?" fragte der rothaarige Mann nach einigen Minuten und
sah zu dem Ex-Vampir auf, der gerade die Zigarette entflammte. Selbiger nickte
lächelnd und stieß den Rauch aus.
"Ist es sehr
schlimm?" murmelte Aidan leise und wand seinen Blick wieder auf die
regnerische Landschaft. Spike zischte kurz lächelnd und machte gleichzeitig
eine abwertende Handbewegung.
Aidan lächelte
nickend und kramte in seiner Jackentasche ebenfalls nach einer kleinen Schachtel.
"Weißt du...." setzte der Ire an "Ich hab das vor ein paar Tagen
noch mal nachgeschlagen."
Spike blickte
verwundert auf und lächelte bitter, als er seinen Kopf wimmernd zurückfallen
ließ.
"Die Last
der Welt.... Hh?" fragte Aidan ruhig.
Spike nickte geschlagen....
hatte er doch nie jemandem davon erzählen wollen. "Am Anfang war es
harmlos." murmelte er und zog tief von der brennenden Marlboro. "Ich
wusste wie Buffy fühlt.... wie ihr denkt und das alles...." er stieß den
Rauch geräuschvoll aus und blickte in den glasklaren Himmel.
"Aber dann
hat sich deine Wahrnehmung langsam geweitet." setzte Aidan fort.... und es
war mehr eine Feststellung als eine Frage. "Hast du schon einmal daran
gedacht..... naja...." er blickte den Ex-Vampir nachdenklich an "....es
wieder runter zu nehmen?"
Spike seufzte
kurz und zog ein letztes Mal von der Kippe, bevor er sie in dem Aschenbecher
neben der Bank ausdrückte. "Nicht nur einmal." gestand er ruhig und
strich sich kurz über die Stirn. "Aber ich könnte es nicht." er lächelte
und blickte langsam zu dem Iren auf. "Niemals."
Aidan nickte und
richtete seinen Blick wieder auf den großen Garten "Wegen ihr?"
fragte er, doch eigentlich kannte er die Antwort schon.
"Das könnte
ich ihr nicht antun." murmelte Spike und fuhr mit festem Druck über seine
markante Wange.
Plötzlich strich
etwas weiches an seiner nackten Wade und er zog sie reflexartig zurück
"Was zur....." doch er stoppte sich selbst und grinste kurz, als er
den kleinen Kater erkannte, der sich da so ausgiebig an seinem Bein reckte.
"Verflucht Travers, ich hab dir gesagt, du sollst dich nicht immer so
anschleichen." mahnte er spielerisch und zog die Katze auf seinen Schoß.
Diese schnurrte genießerisch, als Spike langsam über dessen Fell strich.
"Und was treibt dich so früh aus den Federn?" fragte Spike nach
einigen Minuten.
Aidan blickte
ernst zu Spike und zog seufzend die Augenbrauen zusammen "Doreen..... sie
schnarcht so furchtbar." Spike blickte grinsend zu dem Iren und brach
anschließend in schallendes Gelächter aus. Aidan stimmte nach einigen
verwirrten Sekunden ebenfalls mit ein.... als er die Banalität darin erkannte.
"Wie viel
weiß sie?" fragte Aidan, nachdem sie sich wieder einigermaßen unter
Kontrolle hatten.
"Buffy?"
zog Spike seine Augenbraue fragend in die Höhe und steckte sich eine zweite
Kippe zwischen die Lippen. Der Ire nickte zustimmend und ließ sich ebenfalls
Feuer geben. Spike schwieg einige Sekunden und zog noch mal lange von der
brennenden Zigarette. "Ich hab ihr gesagt, ich könnte die....." er
lachte kurz auf ".....Gefühle anderer erkennen."
Aidan lächelte
deprimiert. "Du solltest es ihr sagen." Verständnislos sah Spike ihn
an, nickte jedoch kurz darauf zaghaft.... "Ja, vielleicht hast du
Recht."
"Wo warst
du?" flüsterte Buffy leise, nachdem Spike die Schlafzimmertüre vorsichtig
geschlossen hatte. "Rauchen." lächelte dieser bitter und kam langsam
auf das gemeinsame Bett zu. "Mitten in der Nacht?" grinste Buffy
etwas unbeholfen und rutschte unruhig nach rechts, damit Spike sich wieder
hinlegen konnte. "Kein Wunder, dass du jeden Morgen so grummlig
bist." schmunzelte sie und knubbelte vorsichtig an dem kurzen Ärmel von
seinem T-Shirt herum.
"Warum bist
du wach?" hauchte Spike lächelnd an ihr Ohr und küsste ihre Wange. Buffy
seufzte kurz entspannt, als er einen Arm um ihre Hüfte schlang und sie fest zu
sich zog. "Ich kann nicht mehr schlafen, wenn ich deinen Herzschlag nicht
neben mir spüre."
Spike hielt inne
und sah sie überrascht an "Ach nein?" Sie lächelte ihm bestätigend zu
und begann verspielt durch seine blonden Nackenhaare zu kraulen. "Mh,
mh..." schüttelte sie bestimmend den Kopf und legte ihre Stirn auf seine.
"Und was machen wir jetzt?" hauchte sie verführerisch gegen seine
Lippen und fuhr mit ihrer Zunge zaghaft über selbige.
Spike lächelte
flüchtig und drückte ihr einen langen Kuss auf die warmen Lippen, bevor er sich
auf die Matratze zurückfallen ließ. Buffy sah ihn verwundert an, schmiegte sich
jedoch wenig später fest an ihn. "Was ist los?" murmelte sie bedrückt
und sah ihn mit großen Augen an. Spike sah mit leeren Augen an die hölzerne
Decke und atmete geräuschlos die lauwarme Zimmerluft ein.
Langsam begann er
seinen Kopf zu schütteln und lächelte bitter. "Nichts, ich bin nur
müde." flüsterte er nach einigen Minuten ruhig und zog sie noch etwas
näher zu sich. Buffy gähnte herzhaft und drückte sich fest an seine warme
Brust. "Ganz sicher?" nuschelte sie schon im Halbschlaf..... und wäre
es nicht so dunkel im Raum gewesen, hätte sie die Träne in seinem Augenwinkel sehen
können, als er sein Gesicht schmerzhaft verzog und ein seltsam emotionsloses
"Ja." flüsterte.
Teil 4 - Geheimnisse
- Am nächsten Morgen
"Ganz alleine?" platzte 'Mama'
Doreen beinahe vor Stolz, als Buffy den Bericht über die vergangene Nacht abschloss.
"Yep, bestimmt vierzig." lobte Buffy mit vollen Backen und stopfte
sich gleich noch zwei der ofenfrischen Kekse in den Mund.
"Ja klar....." maulte Xander,
der sich absolut vernachlässigt fühlte..... Hey, wer hatte denn die Dämonen mit
seinem messerscharfen 'Bösewichte-Such-Instinkt' ausfindig gemacht?!
"Er hat Recht!" pflichtete
Aileen mit leuchteten Augen sofort bei und schenkte dem platinblonden Mann ihr
*ich-vergöttere-dich* Lächeln. "Es waren bestimmt hundert!"
"Mindestens!" grinste der Ex-Vampir
arrogant und knuffte das Mädchen kurz in die Seite.
"Sag mal, Doreen.... hast du noch was
von diesem Gemüsedings, was du gestern gekocht hast?" schmatzte Buffy
zufrieden und blickte die Irin fragend an. Selbige nickte glücklich.... herje,
endlich wusste das Kind ihre Kochkünste zu würdigen.... und band sich sofort
hektisch ihre blaukarierte Schürze um. Zufrieden schob sich Buffy die Reste
ihres Kekses in den Mund und lächelte den Held des Tages fröhlich an. Dieser
lehnte sich verstohlen zu der blonden Frau und küsste kurz ihre Wange
"Seid wann magst du den Fraß?!"
Buffy zuckte unbekümmert mit den Schultern
und drückte dem Ex-Vampir einen verlangenden Kuss auf die warmen Lippen.
"Ich hab jetzt eben Hunger auf diese Eintopfsache, die sie da immer fabriziert."
lächelte sie und schob ihren Stuhl noch etwas näher an seinen, um ihren Kopf
selig schmatzend auf seinem Schoß zu platzieren.
Spike lächelte kopfschüttelnd und strich
ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Du bist total verrückt,
Jägerin."
"Hast du schon gepackt?" fragte
Aidan an den beleidigten Mann gegenüber von ihm gerichtet. "Ja, hab
ich." antwortete Xander, mit einer Spur Traurigkeit in der Stimme, als er
seinen Blick durch das gemütliche Esszimmer schweifen ließ.
"Und du bist sicher, dass du nicht
noch hier bleiben willst?" murmelte Buffy und richtete sich wieder etwas
schwerfällig auf.
"Ich würde ja...." lächelte
Xander bitter "Aber das nächste Projekt steht an und ich will meine Arbeit
nicht verlieren." sein unermüdliches Grinsen stahl sich wieder auf seine
Lippen als er ruckartig aufstand. "Außerdem glaub ich nicht, dass ich ohne
die tägliche Dosis Lebensgefahr noch leben kann."
Buffy lachte kurz, doch schon eine Sekunde
später legte sich eine tiefe Besorgnis über ihr Gesicht, als sie ebenfalls
aufstand "Passt bloß auf euch auf."
"Meine Güte, Jägerin....." warf
Spike abschätzend ein "Die paar Monate werden sie ohne dich schon
überleben."
Buffy blickte Xander traurig an und
kämpfte mit den Tränen. Xander beobachtete sie kurz und umarmte sie
anschließend fest. "Es ist in Ordnung, Buffy." flüsterte er an ihr
Ohr. Gerade so laut, dass nur sie es hören konnte "Du musst endlich
anfangen dein Leben zu leben.... und....Spike ist der Richtige für dich."
er verdrehte kurz grinsend die Augen "Du hast das Recht glücklich zu
werden."
Spike hob neugierig die Augenbraue und
versuchte andächtig dem zu lauschen, was seine Freundin dazu brachte einen
neuen Ozean in das Esszimmer der O'Connors zu heulen. Verflucht.... gerade
jetzt wünschte er sich seine vampirischen Instinkte zurück.
Einige Minuten später lösten sich die
beiden Freunde schluchzend von einander und blickten etwas beschämt in die
Runde, die sie ziemlich verständnislos anstarrte. Buffy lächelte Spike etwas
schüchtern an und strich ihm vorsichtig über die Wange "Ich erzähl's dir
später."
Spike nickte leicht verunsichert, hatte
jedoch nicht viel Zeit zu grübeln, da ihm im nächsten Moment fest in die Wange
gekniffen wurde und eine, leicht kochwütige, Irin einen riesen Topf auf den
massiven Tisch knallte. "Ihr seid so mager, Kinderchen!" begründete
sie die Riesenportionen, die sie sogleich an die Scoobies austeilte. Spike und
Xander rümpften beide etwas skeptisch die Nase, bei dem Anblick der dunkelroten
Pampe, die sich da auf ihren Tellern ausbreitete. "Das ist alles deine
Schuld!" zischte er selbstmitleidig zu seiner Tischnachbarin.
Buffy schien es erstaunlicher Weise gut zu
schmecken, wie der Ex-Vampir schnell feststellte. Und auch er bemerkte nach dem
ersten zaghaften Versuch, dass das Essen durchaus lecker war.
Nachdem die Bande das Essen innerhalb
weniger Minuten restlos weggefuttert hatten, lehnte sich Buffy mit
geschlossenen Augen stöhnend in den Stuhl zurück und strich kurz über ihren
randvollen Bauch. "Das war zu gut." jammerte sie etwas wehleidig und
schielte belämmert in die Gruppe, die sie nur schadenfroh ansah.
"Ach Kind, das kannst du wirklich
vertragen." sah Doreen das etwas anders und klopfte der blonden Frau
zweimal kräftig auf den Bauch....
.....was Buffy dazu veranlasste einmal
kräftig zu husten, Spike panisch anzuschauen und dann hektisch aus dem Zimmer
zu rennen. Die Irin sah zuerst ihre Hand verwundert an und dann die offene Tür
"Ist sie immer so empfindlich?" fragte sie etwas verunsichert in die
Gruppe.
Xander und Spike sahen sich kurz
nachdenklich an, bevor der Ex-Vampir langsam aufstand und auf die Tür zuging
"Ich seh’ mal nach ihr."
"Hey, alles okay?!" fand Spike
die Frage selbst ziemlich unsinnig, da Buffy gerade mit ziemlich bleichem
Gesicht über der Toilettenschüssel hing. "Ich hab’s wohl einfach ein wenig
übertrieben." rang sich Buffy ein dünnes Lächeln ab und schmiegte sich
fest an Spikes Brust, nachdem sich selbiger zu ihr auf die Fließen gesetzt
hatte. Der blonde Mann strich mit leichtem Druck über ihren Bauch und küsste
kurz ihren Hals.
"Das oder die Resteverwertung ist mal
wieder mit Doreen durchgegangen." grinste er, als er daran dachte wie gut
die Irin Verfallsdaten übersehen konnte.
"Das wird’s sein." stimmte Buffy
dem vollkommen zu und legte ihre Hand nachdenklich auf seine. Einige Minuten
saßen beide so dort, bis wieder etwas Farbe in ihr Gesicht zurückkehrte und
Buffy mit Spikes Hilfe aufstand. "Wir müssen langsam losfahren."
stellte sie nach einem kurzen Blick auf die Wanduhr fest und torkelte zu der
Badezimmertür.
"Kommt ihr endlich?" kam auch
prompt Xander auf sie zu. "Geht’s wieder?" grinste er, bei dem etwas
belämmerten Gesichtsausdruck seiner Freundin und stellte zwei große Koffer in
den Flur.
"Muss ja...." stöhnte Buffy und
lehnte sich haltsuchend gegen den Türrahmen. Spike verdrehte lächelnd die Augen
und nahm die zierliche Frau vor sich kurzerhand auf die Arme. Diese yapste
erschrocken, kuschelte sich jedoch schnell zufrieden an seine Brust.
Xander ging grinsend hinter den beiden die
Treppe herunter und stellte die Koffer im Eingangsbereich ab.
"Also....." atmete er tief durch
und drehte sich mit traurigem Blick zu der irischen Familie um. Aidan klopfte
dem jungen Mann kurz fest auf die Schulter und umarmte ihn schließlich
unbekümmert. "Grüß mir die Anderen und gib das doch bitte Rupert."
nickte er abschließend und drückte Xander einen monströsen Wälzer über 'Magie
in der Vorzeit' in die Hände. Der Handwerker grinste kurz und schüttelte lachend
den Kopf "Ich hab mir schon gedacht, dass er die Lücke in seiner Bildung
nicht lange dulden wird."
Er wand sich zu dem kleinen rothaarigen
Mädchen, das allerdings nicht einmal daran dachte ihre wertvolle Zeit damit zu
verschwenden ihn in jeglicher Art zu verabschieden...... schließlich war ein
gewisser, platinblonder Mann doch tatsächlich schon wieder auf dem besten Wege
sie alleine zu lassen! "Spike, nimm mich mit!" quengelte sie und
zupfte weiter monoton an Spikes Mantel.
"Sieh mal Alexander, Aileen will dir
auch zuwinken dürfen." rief Aidan dem blassen Mann in Doreens
unbarmherziger Umarmung verzückt zu.
"Ach mein kleiner Schnuffelbär!"
schluchzte die völlig losgelöst, "Komm uns doch wieder mal besuchen,
vergiss die Kekse nicht und denk bloß daran dich warm anzuziehen, hörst
du?"
"Ja, werde ich!" presste er mit
leichtem Sauerstoffmangel, trotz der sehr südlichen Temperaturen in Sunnydale,
hervor und versuchte den schadenfrohen Blick des platinblonden Mannes zu
ignorieren.
"Wir müssen dann los, Doreen."
zeigte Spike schließlich doch Erbarmen, nachdem sich Xanders Pupillen
gefährlich verdreht hatten.
"Herje...." schnäuzte sie einmal
kräftig in ihr blaues Taschentuch und richtete noch kurz die Kleidung des
dunkelhaarigen Mannes.
"Ich werde sicherlich mal wieder herkommen."
besänftigte Xander das nervenschwache Gemüt der Irin und drückte ihr einen
kleinen Kuss auf die Wange "Vielen Dank für alles.... das waren eine der
schönsten Wochen in meinem Leben."
"Achja?" kommentierte Spike die
erste Aussage etwas perplex und verabschiedete sich mit einem enttäuschten
Seufzen und hängenden Schultern von den 318 hilfsjägerfreien Tagen....
"Du solltest es ihm endlich
sagen." grinste Xander und klopfte dem Ex-Vampir wissend auf die Schulter.
Buffy nickte beipflichtend und richtete ihren Blick auf das Anhängsel, das die
Blutzufuhr in Spikes Bein wohl ziemlich heftig unterbrach. "Kann sie
mit?" grinste sie zu den Eltern. Aidan nickte nur kurz und Buffy griff
nach ihrem beigen Cordmantel. "Also, gehen wir."
Spike dagegen, blickte immer noch ziemlich
verwirrt auf den Fleck wo eben noch Xander gestanden hatte. Er schüttelte kurz
den Kopf und lief, mit Aileen am Bein, aus der Tür "Hey, was soll sie mir
sagen?!"
-
"Mach's gut." schniefte Buffy, nun
ebenfalls völlig aus der Fassung gebracht, in Xanders Pullover, den sie
notdürftig als Taschentuch benutzte. Spike grinste belustigt bei dem Anblick
der sonst so beherrschten Jägerin und wand sich verstohlen zu seiner kleinen
Lästerfreundin "Was meinst du wie sie erst losflennen wird, wenn wir hier
wieder weggehen." bemitleidete er sich sicherheitshalber schon mal im
Voraus..... höchstwahrscheinlich war es nämlich sein Mantel, der dann als
Rotzfahne herhalten müsste.....
Aileen kniff ihre Augen geschockt zusammen
und sah den blonden Mann neben sich verständnislos an, bevor sie aufsprang und
mit vollen 130 Dezibel über den Flughafen brüllte "Aber Puffy hat gesagt,
dass ihr für immer hier bleibt!!"
Spike beachtete die vorbeilaufende Menge,
die ihn verachtend anstarrte, nicht im Geringsten und drückte dem Mädchen
unbekümmert die Handfläche auf den Mund. "Wirst du ruhig sein?"
mahnte er mit erhobenem Zeigefinger und nahm seine Hand wieder weg, nachdem sie
genickt hatte.
"Das hat sie gesagt?" flüsterte
er verstohlen und strich dem verstörten Mädchen kurz zärtlich über die rosige
Wange. Aileen schlang ihre dünnen Ärmchen um seinen Hals und blickte ihn
unschuldig an "Es ist ein Geheimnis!"
Sofort hob er interessiert seine vernarbte
Augenbraue und blickte das zierliche Mädchen skeptisch an "Sie hat dir
etwas gesagt das ich nicht wissen darf?" ....pfff....das war ja mal wieder
ganz toll.... "Erzählst du es mir trotzdem?"
Aileen blickte sich verstohlen um und
begann dann mit vorgehaltener Hand in sein Ohr zu flüstern "Sie will mit
einem Boot zu hohen Steinen fahren und dir da ein Band um die Hand
wickeln!"
"Achja?" na, das war ja gut zu
wissen.....
"Ja! Und Mel Gibfon hat einen
verflucht scharfen Körper!" fügte sie wie selbstverständlich hinzu.
"Gibfon, hm?" stutzte Spike
kurz, bevor sich ein wissendes Lächeln auf seinen Lippen ausbreitete.....
"Genau!" hauchte sie
geheimnisvoll in sein Ohr "Aber das darfst du nicht weitersagen, sonst
muss Puffy ein Loch graben." erinnerte sie sich noch ziemlich genau an die
Wortwahl ihrer blonden Mitbewohnerin.
"Ein Band?" wiederholte Spike
nur so zur Sicherheit noch ein, zwei Mal... und fragte sich ernsthaft welche
Sex-Spielchen die Jägerin da schon wieder mit ihm vorhatte.... und auch noch
auf hohen Steinen..... "Tsss, so ein Luder." grinste er schelmisch
und blickte dann das rothaarige Mädchen wieder verschwörerisch an "Seid
wann redet ihr über so was?"
"Wir haben es im Fernsehen gesehen.
Da hat ein Mann mit langen Haaren einer Frau im Wald auch ein Band
gegeben!"
"Hh?" war Spike nun doch etwas
erstaunt "Ihr habt euch das im Fernsehen angesehen?!" ...vielleicht
sollte er mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden. Wie zum Teufel kam sie dazu
ohne ihn Pornos anzuschauen?
"Der Flug 460 von Dublin nach Los
Angeles wird in wenigen Minuten starten. Boarding an Gate B10." kam die
Durchsage im nächsten Moment aus den Lautsprechern an der Decke.
"Also dann, Harris." nickte
Spike dem dunkelhaarigen Mann einige Male zu.
"Spike." stellte sich Xander mit
ernstem Blick vor den Ex-Vampir und stellte den Koffer neben sich. "Also
dann...." schnauften beide etwas unbeholfen und umarmten sich
schließlich..... natürlich gefolgt von einigen, äußerst maskulinen Klopfern auf
den Rücken..... man war ja nicht irgendwie schwul veranlagt, oder so......
Letztendlich grinsten sie sich kurz an und Spike drückte ihm einen der Koffer
in die Hand "Jetzt hau endlich ab."
Xander nickte lachend und schnappte sich
auch die zweite Tasche. "Na denn...." lächelte er bitter und strubbelte
dem Mädchen neben Spike noch mal kurz durch die roten Haare. "Machs gut,
Aileen."
Buffy schniefte noch mal tief und drückte
sich an Spikes Seite "Bring's ihnen schonend bei." lächelte sie zu
Xander und griff kurz nach dessen Hand.
"Ja, mach ich." versprach er ihr
sofort und schulterte die Tasche. "Wir besuchen euch bestimmt bald."
rief er den beiden Zurückgelassenen noch zu, bevor er dem Mann am Schalter sein
Ticket in die Hand drückte und in dem Gang zum Flugzeug verschwand.
Buffy drehte sich langsam in Spikes
Umarmung um und strich ihm kurz über die Wange. Er sagte nichts, aber er
lächelte sie warm an und küsste sie kurz auf die Stirn..... schließlich wusste
er was sie jetzt sagen würde.
"Spike...." sie atmete tief
durch und legte ihre rechte Hand auf die Stelle wo sein Herz schlug "Ich
will hier bleiben." flüsterte sie nach einigen Sekunden und sah ihn mit
großen Augen an. "Für immer."
"Ich weiß." lächelte er und fuhr
mit einer Hand durch ihre langen Haare. Buffy sah ihn verwundert an
"Achja?" hauchte sie fragend und löste sich ein wenig von ihm. Spike
grinste frech und wackelte kurz mit seiner Augenbraue "Ich bin nicht
bescheuert, Jägerin..... wer bleibt schon ein Jahr in einem fremden Land, um
dann wieder abzureisen." sagte er schulterzuckend und ging dann einige
Schritte von ihr weg.
"Uhm, okay...." lächelte sie
"Aber warum hast du dann immer -"
"Mach schon Jägerin, sonst kommen wir
zu spät zu.... ähm.... diesem Ding." winkte Spike schnell ab und packte
sich das rothaarige Mädchen, das die Szene kichernd verfolgt hatte.
"Psst!" legte er seinen Zeigefinger grinsend auf ihren kleinen Mund
und ging aus dem Flughafengebäude. Buffy blickte ihm kurz verwirrt hinterher,
bevor sie den Beiden missmutig folgte.
Vor dem Flughafen stiefelte sie schmollend
zu dem großen Jeep, der auf der linken Hälfte des Parkplatzes stand. Dort
verfrachtete Spike grade das fröhlich quiekende Mädchen auf die hintere
Sitzbank des Wagens und kramte dann kurz in seiner Manteltasche.
"Du hättest mich fragen sollen."
murmelte er, ohne auch nur aufzusehen. Buffy lächelte ansatzweise und stellte
sich vor ihn "Ich weiß...." sagte sie leise und beobachtete ruhig wie
er sich wieder eine Zigarette zwischen die Lippen steckte.
"Ich hatte Angst, dass du weg
willst." flüsterte sie und suchte seinen Blick, während er den Tabak
entflammte.
"Dann wäre das meine Entscheidung
gewesen, Buffy." antwortete er ernst und sah sie endlich an. Buffy nickte
resignierend und nestelte zaghaft lächelnd an seinem Mantel herum. "Dann
willst du also auch hier bleiben?" flüsterte sie beinahe tonlos und
blickte unruhig in seine eisblauen Augen.
Er lächelte flüchtig und zuckte
anschließend kurz mit den Schultern "Ist ganz nett hier." grinste er
schließlich frech und drückte ihr einen kleinen Kuss auf die Wange.
"Nett?" sagte sie leise und
versuchte nicht allzu enttäuscht zu klingen. Spike zog grinsend von der
Zigarette und blies ihr in Zeitlupentempo den Rauch ins Gesicht "Ich will
hier bleiben, Liebes." meinte er ruhig und vollkommen ernsthaft. Amüsiert
beobachtete er, wie sie mit der rechten Hand hustend vor ihrem Gesicht
herumwedelte ".....Bei dir."
Dann schluchzte sie, während ihre
Schultern kaum merklich zu zucken begannen. Spike sah sie stumm an.... und lächelte.
Dann schloss er seine Arme fest um ihren zarten Körper. Er wiegte sie sanft hin
und her und drückte ihr einen Kuss auf die Haare. Begleitet von einem tiefen
Atemzug schloss er seine Augen und prägte sich ihren vanilligen Duft und das
Gefühl ihres warmen Körpers in seinen Armen tief ein. Das Gefühl, wie sie ihre
dünnen Finger in seinen Nacken legte und dort eine blonde Locke um ihren Finger
zwirbelte. Langsam strich er über ihren Rücken und vergrub seinen Kopf in ihrer
Halsbeuge.
Dann öffnete er seine Augen wieder. Blickte in ihr
gerötetes Gesicht.... und fand, dass sie noch nie schöner ausgesehen hatte, als
in diesem Moment. Er lächelte verträumt, während er ihr sanft eine Träne
wegwischte "Wir zwei, Liebes.... für immer."
Teil 5 – Herzschlag
"Komm schon Buffy, mach endlich die
verdammte Tür auf!" hämmerte Spike entnervt gegen die Badezimmertür.
"Wenn du nicht in exakt 30 Sekunden vor mir stehst werd ich reinkommen,
verlass dich drauf!" .....das war natürlich gelogen. Würde er diese alte Familientür
auftreten, würde er wahrscheinlich seines Lebens nicht mehr froh werden.....
naja, das oder die nächste Wäsche würde 'aus Versehen' eingehen.....
Langsam ließ er sich an der hölzernen Tür
auf den Boden herabsinken und atmete einmal tief aus. Er legte seinen Kopf auf
die angewinkelten Knie und schloss seufzend die Augen. "Buffy,
bitte!" sagte er nun etwas versöhnlicher und strich sich völlig fertig
über die Stirn. Sie war jetzt schon 45 geschlagene Minuten da drin......
"So schlimm kann es doch gar nicht sein......"
...doch das konnte es. Buffy lächelte
bitter. Sie saß mit einem weißen Handtuch umwickelt auf den weißen Fließen und
starrte mit tränengefüllten Augen auf die zwei Striche, die sich da so fies und
unbarmherzig überkreuzten. "Verdammt." jammerte sie fassungslos und
wischte sich kurz über die nasse Wange.
"Buffy!" tönte es wütend von
draußen und Buffy zuckte kurz zusammen. Sie schniefte zweimal, bevor sie sich
langsam hinlegte. Ihr Kopf ruhte auf ihrem linken Arm und sie schloss langsam
ihre Augen, während ihre rechte Hand langsam zu ihrem Bauch wanderte. Ein
winziges Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus, als sie mit dem Daumen
gedankenverloren über das weiße Frottetuch strich.
Einige Minuten lang legte sich eine tiefe
Stille über den kleinen Raum, bis plötzlich ein Knacken an der Türe zu hören
war und selbige lautstark aufgerissen wurde. Spike stand grinsend im Türrahmen
und hielt eine von Buffys Haarklammern in der Hand.... oder zumindest das, was
von ihr übrig geblieben war, denn anscheinend wurde sie während der letzten
Minuten grob zu niederen Diensten missbraucht.
"Dru hatte mal einen Fabel für antike
Sachen. Wenn ich eines kann, dann ist das Schlösser knacken." sagte er
stolz und kam auf die Frau zu, die mit geschlossenen Augen am Boden kauerte.
Sein Gesicht nahm besorgte Züge an, als er
sich langsam zu Buffy niederkniete. "Du kannst mir alles sagen,
Liebes." flüsterte er und zog sie von den kalten Fliesen auf seinen Schoß.
Sie bekam tellergroße Augen und starrte ihn an, als würde die Welt untergehen.
Dann begann ihr Kinn zu zittern und sie schlug die Hände vor ihre Augen. Ihre
Schultern fingen an zu zucken und ein unterdrücktes Schluchzen kam über ihre
Lippen, während sie sich an seinen Körper warf. Sie begann bitterlich zu weinen
und krallte sich an seinem schwarzen Pullover fest.
"Liebes... was..." er drückte
sie fest an sich und strich ihr langsam über den Rücken. Ihr sonst so starker
Körper wirkte gebrechlich und schwach in seinen Armen. Seine blauen Augen sahen
verzweifelt zu ihr herab und er fragte sich was so schlimmes passiert sein
konnte. „Was ist los?"
Buffy hielt kurz den Atem an und kämpfte
tapfer gegen die aufkommenden Tränen. Dann ließ sie von ihm ab. Setzte sich vor
ihn und sah ihn an. Schluchzend und vollkommen aufgelöst. Ihre Hand griff
hinter sich und mit einem tiefen Atemzug legte sie den weißen Stab vor ihn.
Er blickte für einen Sekundenbruchteil auf
den Boden. Dann sah er sie wieder an. Ruhig und emotionslos. "Ist es das
was ich denke?"
Buffy lächelte traurig und sie wollte nach
seiner Hand greifen, doch er wich verwirrt zurück.
"Ja." krächzte sie heiser und
wischte sich zeitgleich über die Wange, auf der schon wieder dutzende Tränen
ihren Weg zum Boden suchten.
Langsam hob er seinen Kopf und auch Buffy
blickte ihn an...... und sie würde sicher nie mehr, in ihrem ganzen Leben
nicht, diesen Blick vergessen. Die Art, wie er sie ansah - geprägt von
Unglauben, Angst, Überraschung und tiefem Glück. Bis zum Ende ihrer Tage würde
sie sich genau daran erinnern, wie sich eine winzige Träne den Weg über seine
Wange bahnte, als er lächelnd "Ich werde Vater?" flüsterte.
Eine riesige Dankbarkeit erfasste Buffy,
als Spike langsam nach ihrer Hand griff. Sie nickte erleichtert und legte
seufzend ihre Hand auf seine. "Wir kriegen ein Kind." hauchte sie
plötzlich ohne jegliche Zweifel an dieser Tatsache. Er umfasste ihr Gesicht mit
beiden Händen und lächelte ebenfalls. Dann küsste er sie. Überwältigt und
glücklich pressten sie ihre Lippen aufeinander und umarmten sich innig.
Grinsend ließen sie etwa zehn Minuten
später voneinander ab und er legte seine Stirn auf die ihre. Dann lächelte er
in typischer Manier und biss sich frech auf die Unterlippe. Buffy sah ihn
verwirrt an, als er das Handtuch zur Seite zog. "Darf ich?" flüsterte
er beinahe schüchtern und blickte sie mit blitzenden Augen an.
Buffy nickte sicher und stützte sich auf
ihren Ellenbogen ab. Vorsichtig zog Spike das weiße Handtuch von ihr. Er
zischte kurz bei dem Anblick ihres nackten Körpers. Dann küsste er sie langsam
und sanft auf den Mund und wanderte schließlich tiefer. Buffy legte ihren Kopf
schwer atmend in den Nacken und presste ihre Lippen fest aufeinander. Mit
seiner Zunge fuhr er langsam über ihr Kinn zu ihrem Hals, biss sanft in
selbigen, und küsste sich dann langsam seinen Weg hinab zu ihrem Busen.
Buffys Finger krallten sich leicht in das
zu Boden gerutschte Handtuch und sie stöhnte kurz auf, als er langsam an ihrer
linken Brust saugte. Sobald er an ihrem Bauch angelangt war, hielt er inne und
grinste sie kurz an, bevor er sein Ohr langsam auf ihren Bauch legte. Lächelnd
schloss er seine Augen und umfasste ihre Taille mit beiden Händen. Buffy legte
ihren Kopf schief und ihre Augen wurden leicht glasig, als er überwältigt den
Atem anhielt. Seine linke Hand wanderte tiefer und ruhte federleicht auf ihrer
Hüfte. Schließlich schloss auch Buffy ihre Augen langsam, während er begann mit
seinem Daumen sanft auf ihren Beckenknochen zu klopfen. Stetig ließ er seinen Finger
auf ihre zarte Haut fallen und Buffy versuchte sich jeden kleinen Schlag fest
einzuprägen. Ein sanftes Lächeln umspielten ihre Lippen, als Spike jedes
Klopfen mit einem kleinen ‚Bumm’ unterlegte und somit den Herzschlag des Kindes
nachahmte. Sie konzentrierte sich vollkommen auf dieses Gefühl und es war
beinahe, als könnte sie das Schlagen des kleinen Herzens selbst spüren.....
"Bumm, bumm. Bumm, bumm."
Nach einigen Minuten stoppte er und atmete
noch mal tief, bevor er seine Augen wieder öffnete. Etwas benommen hob er
seinen Kopf und blickte grinsend auf die Frau, die ihn leicht benebelt ansah.
Wortlos umfasste er die silberne Kette und zog das kleine Amulett aus seinem
Pullover. Buffy nickte verstehend und strich ihm sanft über die Wange "Und?"
keuchte sie etwas heiser und legte ihre Stirn an seine "Heißt das, du
willst es?" fragte sie schüchtern und fand den Anblick, des blauen Saphirs
in diesem Moment ziemlich fesselnd....
Spike lächelte und drückte ihr Kinn mit
zwei Fingern so weit nach oben, dass sich ihre Nasenspitzen federleicht
berührten.... "Ich will das hier." er küsste sie kurz "Ich will
dich..... und ich will uns...." hauchte er mit tiefer Stimme an ihren
Mund..... und bevor Buffy eine Beschwerde über seine Einstellung, von wegen
‚Wenn ich dich will, muss ich das wohl in Kauf nehmen’, äußern konnte legte er
seine Hand auf ihren nackten Bauch und lächelte verschmitzt "Uns
drei."
Dann küsste er sie wieder. Innig und
leidenschaftlich. Er strich mit seiner Zunge kurz über ihre Lippen und fand
schließlich Einlass in ihren wundervoll warmen Mund. Buffy strich mit ihren
langen Fingernägeln sanft unter seinen Pullover und Spike hob automatisch die
Arme, damit sie ihn über seinen Kopf ziehen konnte. Sie wimmerte kurz, als sich
ihre Lippen für einige Sekunden trennten, doch schon im nächsten Moment presste
er seinen Mund mit erneuter Intensität auf ihren. Träge ließen sie sich auf die
kalten Fliesen fallen und für einen kurzen Moment kam Buffy in den Sinn, dass
die Türe noch offen war und jemand sie in dieser, doch eher eindeutigen
Position vorfinden könnte. Vielleicht wäre es ratsam sich in ihr gemeinsames
Zimmer zurück zu ziehen, oder zumindest....
"Haaahhh...." yapste sie
erschrocken auf, als er mit seiner rechten Hand langsam an der Innenseite ihres
Beines entlang fuhr. Spike lachte kurz und begann sanft ihren Oberschenkel zu
massieren. "Ohh...Gott..." wimmerte sie laut, als er schließlich an
dem Scheitelpunkt ihrer Schenkel ankam. Sie schloss überwältigt die Augen, als
er begann sanft über ihren sensibelsten Punkt zu streichen und ihr Kopf fiel
daraufhin willenlos in den Nacken.
Spike legte seinen Kopf langsam in ihre
Halsbeuge und hauchte beruhigende Küsse auf ihren Hals. Dann hob er ihn wieder
und küsste kurz ihre Nasenspitze. "Schau mich an...." raunte er mit
tiefer Stimme an ihre bebenden Lippen und küsste selbige kurz.
"Hh?" fiepste Buffy leicht
orientierungslos zurück und verkrampfte eine Hand in seinem Nacken.
"Ich will sehen was du fühlst." lächelte
er matt. Buffy nickte benommen und zog seinen Kopf langsam zu ihrem. Ihre Hände
wanderten zu seinen Schultern und er legte sich mit voller Länge auf sie. Sein
Gesicht bettete sich wieder auf dem ihren. Buffy wand sich stöhnend unter ihm
und ihre Finger krallten sich immer fester in seine Schulter.
"Spike....." keuchte sie mit brüchiger Stimme, während sie ihm
standhaft in die eisblauen Augen blickte.
Er lächelte wissend und antwortete
sogleich auf die unausgesprochenen Worte. "Ich dich auch, Liebes. Ich
liebe dich auch."
Dann kam sie. Intensiv und
leidenschaftlich. Und sie wusste, dass das neue Leben in ihrem Bauch ebenfalls
fühlen konnte, was sie in diesem Moment fühlte...... Glück, Zufriedenheit.....
und tief empfundene Liebe.
-
"Hey!" schimpfte sie
aufgebracht, als er einfach so die Chipsbällchen-Tüte auf den Boden stellte.
"Ich muss jetzt für zwei essen." jammerte sie und griff mit ihrer
Hand, über ihn hinweg, auf den Boden..... naja, zumindest hatte sie das vor
gehabt.... "Ah, ah... ah!" grinste er und legte ihren Arm bestimmend
neben ihren Körper. "Das ist nur eine Ausrede damit ihr Frauen euch nicht
mehr zurückhalten müsst." stellte er mit seinen äußerst ausgeprägten
Fachkenntnissen über schwangere Frauen fest und küsste sie kurz.
Buffy überlegte einen Moment, ob sie jetzt
beleidigt sein sollte, beschloss aber dann, dass sein muskulöser Oberkörper
viel zu gut roch, als dass sie sich jetzt davon trennen könnte.
Spike lächelte kurz, als sie sich noch
etwas näher an ihn schmiegte und ihr Bein über seine legte. Verträumt fuhr er
ihr mit seiner rechten Hand durch die blonden Haare und küsste selbige einige
Male.... "Du, Buffy?" setzte er an und zwirbelte eine blonde Locke um
seinen Zeigefinger.
"Mhm?" nuschelte sie leicht
abwesend, als sie seinen absolut einmaligen Geruch tief in sich einzog. Spike
hob kurz seine Hand und fand, dass er seine Fingernägel eigentlich mal wieder
schwarz lackieren könnte..... ob man so was in diesem Kaff wohl auch kriegen
könnte?..... "Was denn?" fragte sie noch mal und drehte ihren Kopf
auf seiner Brust so, dass sie ihn ansehen konnte.
Spike lächelte kurz und strich mit seinem
Daumen über ihre Wange "Wenn wir das durchziehen wollen...." setzte
er an und fand das Heile-Welt-Lächeln, dass sich bei seinen Worten auf ihr Gesicht
legte, einfach bezaubernd. "....ich meine das mit Irland, ...und jetzt dem
Kind."
Buffy nickte kaum sehbar und sah ihn mit
großen Augen an. "Dann muss ich mir wohl oder übel 'nen Job suchen."
.....das, oder er würde eben mal schnell in die Staatsbank einbrechen.... aber
das musste er ihr ja jetzt nicht auf die Nase binden.....
Sie sah ihn an. Dann grinste sie breit und
begann zu kichern. Spike zog etwas in seiner Ehre, als zukünftiges
Familienoberhaupt, gekränkt seine vernarbte Augenbraue in die Höhe und blickte
skeptisch auf die, inzwischen laut lachende Jägerin. "Was zur Hölle ist
jetzt so lustig?" raunte er beleidigt und verschränkte demonstrativ seine
Arme vor der Brust......
"Naja...." kicherte Buffy und
schielte mit Tränen in den Augen zu ihm hoch. "Die Tatsache, dass William
der Blutige... für das Kind von ihm und der Jägerin jobben will......" sie
warf ihren Kopf zurück und lachte lauthals..... und auch Spike stimmte nur
wenige Sekunden später in das Gelächter ein...... die Situation war wirklich
absolut absurd..... und doch irgendwie.... vollkommen richtig.
"Ich mein's ernst." sagte er
nach einigen Minuten ruhig und fasste nach ihrer Hand. Buffy verstummte sofort,
als er sie so durchdringend ansah und legte ihre freie Hand auf seine Wange
"Ja, ich weiß."
Spike nickte kurz und blickte sich
nachdenklich in dem kleinen Zimmer um.... "Und vielleicht sollten wir über
'ne eigene Wohnung nachdenken."
Ihr Mund verzog sich zu einem schmalen
Lächeln, während sie ihren Kopf seufzend auf seinen Schultern bettete "Du
wirst ja richtig sesshaft." grinste sie kurz und blickte ihn für einige
Sekunden an.
Spike atmete geräuschvoll aus und verzog
sein Gesicht missmutig "Verdammt.... du hast Recht." Sie lachte laut
auf und küsste seine Wange "Beschissenes Gefühl, hm?.... nach einem
Jahrhundert Tod, Verderben und der Entdeckung der verschiedensten Kulturen,
muss sich der arme Spike mit seiner schwangeren Freundin in Irland
niederlassen." sie verzog ihr Gesicht schmollend und schnippte kurz verdeutlichend
mit dem Finger.
Spike lächelte ruhig und strich ihr durch
die langen, blonden Locken "Leider nicht, nein." Dann legte er sich
zurück auf die Matratze und zog sie an seine Seite. "Wir leben in einer
riesigen Villa.... du weißt schon, die coole Sorte Villa. Riesiger Garten,
direkt am Meer.... umgeben von Bäumen." er hob seine Hand und zeigte
weitschweifend durch das sonnendurchflutete Zimmer. "Wir sitzen dann den
ganzen Tag in dem großen Whirlpool, während Rambo den halben Garten zerlegt."
Buffy öffnete ungläubig ein Auge und
schielte zu dem, leicht abschweifenden Mann, hoch "Du willst unser Kind
Rambo nennen?" ...seltsamerweise würde sie das nicht einmal wundern....
"Der Hund, Liebes." verdrehte
Spike abschätzend die Augen.... tz, als ob er seinen Sohn Rambo nennen würde.
Sicher.... Spence, Spud oder Murph.... aber Rambo?
"Ob der wohl mit Travers
auskommt?" dachte Buffy laut und strich nachdenklich über den akkuraten
Fingernagel ihres rechten Daumens.
"Keiner kommt mit Travers aus."
erinnerte sie Spike schnell und schweifte dann wieder zurück in seine
Traumfamilie. "Du wirst den ganzen Tag nackt rumlaufen." bestimmte er
schnell, bei einem verhaltenen Blick unter die Decke und strich kurz über ihre
herrlich weiche Schulter. "Und nachts gehen wir dann mit Spike Junior auf
Jagd."
"Spike Junior geht auf Jagd?"
grinste sie kurz und stellte sich lächelnd den 'verflucht coolen' Jungen vor,
der mit wehendem schwarzen Mantel und peroxydblonden Haaren "Bloody
Hell!" schreien würde. "Sicher...." grinste er freudig
"Ganz der Papa eben."
Buffy lächelte schon mal im Voraus ganz
verzückt und strich mit zwei Fingern seufzend über die glatte Haut seines
Oberkörpers "Und was hat er von mir?" murmelte sie selig, als sie mit
ganzer Hand über seine angespannten Muskeln fuhr.
Spike atmete kurz tief ein und schloss
genießerisch die Augen, als sie feuchte Küsse auf seine Bauchdecke drückte.
"Für seine zukünftige Freundin hoffe ich, deine Fähigkeiten im Bett."
keuchte er ungeniert und fing sich sofort einen tödlichen Blick ein. Langsam
setzte sie sich auf und blickte ihn skeptisch an. Spike öffnete verwirrt ein
Auge und zog seine Augenbraue in die Höhe, als er ihren wütenden Blick sah.
"Was?"
"Das ist das Erste, was dir
einfällt?" zischte sie ungläubig und verschränkte die Arme vor der Brust.
Spike verdrehte grinsend die Augen und setzte sich auf. "Das war das Erste
an das ich dachte, als du an meinem Bauch runter gerutscht bist." lächelte
er und wackelte anzüglich mit seiner vernarbten Augenbraue.
"Das Erste, an das ich denke.....
wenn ich dich anschaue sind deine stechend grünen Augen und die Beschaffenheit
deiner Haut." Er strich unterstreichend über ihr Dekolletee und küsste
ihre rechte Brust.
"Das Erste, an das ich denke, wenn du
mich küsst ist die Gewandtheit deiner Zunge und wie mich der Geschmack deiner
Lippen um jeglichen Verstand bringt." Buffys Gesicht hellte sich langsam
auf, während er mit drei Fingern durch ihre Haare strich.
"Dann denke ich daran, wie wundervoll
deine Haare duften." er vergrub sein Gesicht tief einatmend in ihren
Locken und küsste daraufhin ihre Stirn.
"Jedes Mal wenn du kämpfst, frage ich
mich, wie eine derart zarte Frau so verflucht stark sein kann." er strich
über ihren festen Oberarm und küsste anschließend an ihm herab. "Doch dann
zeigst du es mir, luv. Jede Nacht aufs neue, beweist du es." seine Lippen
verzogen sich zu einem verdorbenen Grinsen, während er an ihrem Bauch entlang
tiefer glitt.
Buffy seufzte kurz und ließ sich
geschlagen auf das Bett zurück fallen. Spike grinste arrogant und legte sich
über sie. Er schob die Decke langsam zur Seite und küsste sich den Weg, über
ihren Bauch, zu ihrem Mund entlang. Buffy atmete wohlig, als er seine weichen
Lippen auf ihre presste und schlang ihr rechtes Bein um seine Hüfte......
verdammt, waren sie nicht eben noch bei dem Hund Rambo gewesen? Kurz dachte sie
darüber nach, wie er es jedes Mal unbemerkt schaffte auf anstößige Themen zu
wechseln.... doch dann spürte sie sein Bein zwischen ihren Schenkeln und
beschloss diesen Gedankengang auf weniger schlüpfrige Zeiten zu vertagen.
"Spike?" presste sie schließlich
brüchig hervor und zog ihn bestimmend zu sich. "Mhm?" nuschelte er
leise, während er sanft in das weiche Fleisch ihrer Brust biss. Buffys Augen verdrehten
sich unkontrolliert, während sie ihren Kopf zurückfallen ließ. "Meinst du,
wir schaffen das?" stöhnte sie abgehakt und drückte seinen Kopf mit
sanftem Druck tiefer.
"Sicher." raunte er mit
rauchiger Stimme und biss sanft in ihren Hals. Er legte sich grinsend mit
voller Länge über sie und küsste sie leidenschaftlich. Ihre Zungen trafen sich
hart in ihrem Mund und strichen mit festem Druck übereinander, während sie ihre
Beine um seine Hüfte schlang. "Und...." sie atmete abgehakt und öffnete
ihren Mund überwältigt "...und du willst wirklich hier weg ziehen?"
Spike stoppte kurz und drückte seine Stirn
ruhig auf ihre. "Ich weiß nicht. Wir können nicht ewig hier bleiben."
hauchte er an ihre brennenden Lippen und küsste selbige mit Nachdruck.
"Aber.... hahhh...." sie fiepste
kurz auf, als er ihr Becken fest an ihres drückte. "....aber Doreen hat
gesagt, wir können hier bleiben." Dann verdrehte sie ihre Augen schwer
atmend und legte den Kopf auf die zerwühlte Bettdecke. Er lächelte kurz und
verhakte beide Hände mit ihren. Buffy öffnete ihre Lider wieder und sah ihn
kurz verwirrt an, als er ihre verschlungenen Hände neben ihren Kopf drückte.
"Lass, ....lass es uns später klären." flehte er leise und blickte
sie schweigend an. Buffy nickte schnell und zog seinen Kopf zu einem weiteren,
verlangendem Kuss herab. Sie winkelte ihre Beine an und presste sie fest gegen
seine Hüfte, als plötzlich "Ach du meine Güte!" durch die heimischen
Gänge hallte.
Spike stoppte abrupt in seiner Bewegung
und blickte skeptisch auf die Frau unter sich "Buffy?" fragte er mit
dunkler, sehr ruhiger Stimme.
"Ja?" atmete sie panisch ein und
versuchte sich aus seinem, inzwischen schmerzlich festen, Griff zu lösen.
Er wand sein Gesicht ganz nah zu ihrem und
durchbohrte sie mit seinen stechend blauen Augen. "Sag mir, dass du den
dummen Test mitgenommen hast." drohte er seelenruhig und drückte ihre
Finger nochmals fester auf die weiße Matratze. "Ich...." stockte sie
automatisch, als er sein Becken wieder energisch gegen ihres drückte "Ich
dachte du hättest...." wimmerte sie flehend und versuchte ihn wieder zu
sich zu ziehen.
"Du dachtest also, ich würde deinen
Test mitnehmen?" fragte er kaltlächelnd und zog seine Hüfte ein Stück
zurück. Buffy nickte jammernd und schenkte ihm ihren besten Dackelblick. Doch
zu ihrer Bestürzung zeigte ihr Schmollmund diesmal absolut nicht die erwünschte
Wirkung, denn er löste sich sofort von ihr. "Da hast du verflucht falsch
gedacht!" raunte er missmutig und wickelte sich wütend das weiße Laken um
die Hüfte.
"Spike, bitte?" versuchte sie es
noch mal und setzte sich ebenfalls auf. Ihre geschickten Finger wanderten
augenblicklich in seine tieferen Regionen, während sie ihn unschuldig
anlächelte..... doch diesmal schien er wirklich sauer zu sein, denn er schlug
ihre Hand raunend weg und griff nach seiner schwarzen Jeans. "Eins sag ich
dir Jägerin." brummte er und warf ihr den blauen Rock vom Fußboden auf den
Schoß. "Wenn sie jetzt wieder ihre ‚Mami-Attacke’ ausleben will, bin es
verdammt noch mal nicht wieder ich, der herhalten wird!" raunte er wütend,
während er den Ledergürtel schloss und in seiner Manteltasche nach Kippen
suchte.
"Scheiße!" brüllte er ungläubig
und schmiss die leere Schachtel gegen die Holzwand. Er griff nach seinem
Pullover und blickte die nackte Frau auf dem Bett abschätzend an "Hast du
von meinen Kippen genommen?" fragte er seelenruhig und lächelte sie
wartend an.
Buffy senkte ihren Blick belämmert und
knubbelte dann verstohlen an dem Zipfel ihres Rockes herum. "Es war
sowieso nur noch eine drin." ......und nach den aneinander gereihten
Pleiten an diesem Abend hätte er mindestens sechzehn gebraucht.....
Er verdrehte kurz die Augen und atmete
noch einmal tief durch, bevor er sich den Pullover überzog.
Buffy sah schuldig auf ihre Finger, die
sie über ihren Schoß gelegt hatte und zuckte kurz zusammen, als Spike die Tür
hinter sich zuschlug. Dann vernahm sie ein überaus fröhliches "Mein
Schnuppelchen wird Vater!" aus dem Gang und ein darauf folgendes
"Aber nicht mehr heute, verdammt!"
Sie verzog missmutig das Gesicht und zog
die weiße Bettdecke über ihren nackten Körper, während sie sich zurück in das
aufgewärmte Bett kuschelte. Sie stieß den angehaltenen Atem aus und legte ihre
Hand auf den flachen Bauch. Dann lächelte sie leicht und strich mit dem Daumen
über die warme Haut "Er meint es nicht so, Spike Junior." versicherte
sie dem zukünftigem Dämonenjäger leise und schloss langsam ihre Augen. Dann
öffnete sie sie wieder und blickte verstohlen unter die Bettdecke.
"Hoffentlich hast du dein Temperament von mir."
Teil 6 – Hohe Erwartungen
Eigentlich hätte er es wissen müssen. Als
ob sie einfach so freiwillig mit Aidan einkaufen gehen wollte. Er hätte merken
müssen, dass da etwas dahinter steckte..... verflucht.... "Und das muss da
hin, siehst du?" .....ja, er hätte es wirklich wissen müssen. Sie hatte
immer irgendetwas vor, wenn sie sich so unschuldig auf ihre süße Unterlippe
biss und ihm dann mit ihren Fingernägeln über die Narbe strich. "Und wenn
du das da rüber ziehst, kannst du es problemlos fest binden." Verdammt,
warum hatte er es nicht gemerkt? Aber hey, was zu spät war, war zu spät. Sie
konnte sich jedenfalls schon einmal auf was gefasst machen.... ohja, das würde
eine verteufelt lange Nacht werden.... "Aber bloß nicht zu fest! Das kann
große Schäden nach sich ziehen!" Jetzt galt es erst einmal einen Weg aus
dieser Hölle zu finden. Nur so leicht würde das gewiss nicht werden.... er
durfte seinen Gegner keinesfalls unterschätzen.... "Man kann natürlich
auch einfach welche kaufen, aber die sind immer noch am bequemsten."
.....achja? War sie vielleicht in den letzten Tagen mal mit so einem Ding
rumgelaufen? Er kratzte gelangweilt an dem frischen Lack auf seinem Daumen
herum und hob skeptisch eine Augenbraue, als die Frau vor ihm stolz das perfekt
zusammengeknotete Tuch hoch hielt. "Rosa?" war das einzige was er
sagte, bevor er seinen Blick wieder auf seinen Nagel senkte.... verdammt, da
hatte er eine kleine Stelle übersehen.... "Naja, ihr könnt ja dann noch
entscheiden ob ihr Blau oder Rosa nehmt." sagte sie hochkonzentriert,
während sie noch kurz an dem Stoff zog.
"Schwarz." kommentierte Spike
und seine Stimme duldete absolut keine Widerrede....... was der Irin irgendwie
entgangen sein musste, denn sie blickte, einem Nervenzusammenbruch nahe auf und
fuchtelte mit dem rosanen Tuch vor ihm herum "Du kannst deinem Kind doch
keine schwarze Windel umbinden!"
Spike blickte für einen Sekundenbruchteil
auf..... zuckte mit den Schultern und nahm dann wieder den kleinen Pinsel in
die Hand..... "Schwarz." wiederholte er noch mal ruhig und malte über
die vergessene Stelle.
Doreen atmete die angehaltene Luft ruhig
aus und schüttelte dann fassungslos den Kopf. Doch dann blickte sie den blonden
Mann, der lässig auf dem breiten Stuhl lümmelte, lächelnd an und wand sich
schließlich verzückt seufzend wieder der zartrosanen Windel zu. "Ihr könnt
natürlich auch Höschenwindeln nehmen." philosophierte sie ungerührt weiter
und zog kurz an dem doppeltgefalteten Bündchen. "Die kann man sogar
waschen."
"Ist das wahr." brummte Spike
missmutig und griff nach der Flasche, die neben seinem Stuhl stand.
"Darauf sollten wir anstoßen." er öffnete die Flasche und setzte sie
an seinem Mund an "Auf die waschbaren Windeln!"
-
"Meinst du, er ist sehr böse auf
mich?" fragte Buffy, während sie eine Packung Knuspermüsli in den
Einkaufswagen packte. Aidan blickte kurz aus der Zeitung auf und lächelte
augenrollend "Du hast schon gehört, was er uns hinterher geschrieen
hat?"
Buffy seufzte missmutig und lehnte sich an
dem hohen Regal an..... eigentlich fand sie ja schon immer, dass die Worte 'Ich
werde dich umbringen' viel zu überschätzt wurden.....
"Brauchen wir Apfelsaft?" rief
sie über den halben Supermarkt, nachdem die bemerkt hatte, dass ihr Begleiter
irgendwie abhanden gekommen war. "Nein." gähnte Aidan herzhaft und
griff nach zwei Packungen "Aber wenn ich keinen mitbringe, wird sie wieder
böse." zuckte er verhalten mit den Schultern und strich auch den dritten
Punkt auf dem kleinen Zettel durch.
"Kannst du eigentlich schon Windeln
binden?" fragte er nach einigen Minuten, während er verzweifelt in den
Gängen nach Bananenpudding mit Schokostreuseln suchte.... "Nein." war
Buffy unterdessen an dem Eisregal und schaufelte die verschiedensten Sorten in
den Einkaufswagen. "Aber das hat ja auch noch Zeit." .....und
eigentlich war sie ja schon immer der Ansicht, dass das Männerarbeit war. Aidan
schluckte die Frage, warum sie dann unbedingt wollte, dass Spike es lernt,
herunter und blickte mit nachdenklichem Gesicht wieder in die Zeitung.
"Wo sind die Zigaretten?" fragte
Buffy schulterzuckend, als sie schließlich auch die letzte Packung Erdbeereis
in den Wagen legte. "An der Kasse." murmelte der Ire, ohne aufzusehen
und lief langsam der blonden Frau hinterher.
"Haben wir alles?" lugte Buffy
noch mal kurz auf die Einkaufsliste und griff währenddessen nach einer neuen
Packung Waschmittel für Schwarzes. Ohne eine Antwort zu erwarten, nahm sie
Aidan den Zettel aus der Hand und spähte kurz auf das Ende. "Sieht so
aus." nickte sie abschließend und verstaute den Zettel in ihrer
Jackentasche. Buffy schob den vollbeladenen Wagen an die Kasse und legte dort
gleich mal zwei Stangen Versöhnungs-Zigaretten auf das Abrollband. Aidan
lächelte bitter, während er die Sonderpackung Küchenrolle auf das Band legte
und blickte gebannt auf die Kippen. "Die hat Ryan auch immer
geraucht." murmelte er abwesend und legte für sich selbst noch eine
Schachtel Billigzigarren auf die Ladefläche.
"Hh?" fragte Buffy, ohne den
Mann anzusehen, während sie sich interessiert das Prospekt der nächsten Woche
anschaute..... mhmmm.... Apfelkirschtorte im Angebot.....
"Ach nichts." lächelte Aidan und
legte den Rest des Einkaufs auf das schwarze Band.
-
"Genau. Jetzt da rüber ziehen."
wies Doreen lächelnd an. Spike zog seine linke Augenbraue angespannt in die
Höhe und knotete dann das rechte Ende des Tuches fest..... natürlich nicht zu
fest, schließlich könnte das Tuch davon Schäden bekommen, oder wie war das noch
gleich? "Was meinssu Jack?" lallte Spike grinsend zu der, bereits
dritten Flasche, Jack Daniels und hob das doppelgeknotete Tuch stolz in die
Höhe. "Sieht doch schon mal nicht schlecht aus." lächelte Doreen
etwas gezwungen und seufzte dann, als Spike die 'Windel' beleidigt auf den
Tisch schmiss "Scheiße!" schrie er und ließ sich wieder auf den Stuhl
fallen.
Die Irin verdrehte kaum sehbar die Augen
und griff nach dem Stoff. "Schau mal, du hast es hier nur zu weit
reingezogen." zeigte sie ihm und lockerte den Knoten etwas.
"Eigentlich war es richtig." nickte sie überzeugt und kniff dem
blonden Mann kurz in die Wange. "Mein Schnuppel ist eben ein
Naturtalent!" flötete sie keine Sekunde später voller Mutterstolz und
legte Spikes Erstling vor ihn.
"Siehssu Jack?" grinste Spike
frech und zeigte auf die einwandfreie Windel "Das kannssu nich'!"
Sein Gesichtszüge verhärteten sich von der einen Sekunde auf die andere und er
legte sein Gesicht langsam auf den Tisch.
Doreen sah verwirrt auf den ehemaligen
Vampir herab und tätschelte kurz seine Schulter. Er bettete seinen Kopf auf den
Armen und ließ sie zum ersten Mal, seid sie in dieses Haus getreten waren,
gewähren. "Alles in Ordnung?" fragte Doreen leise und beobachtete
unsicher, wie die Schultern des Mannes kaum merklich zu zucken begannen.
Langsam stand sie von dem Stuhl auf und blickte noch einmal kurz zu Spike,
bevor sie in die Küche ging. Keine Minute später kam sie mit einer schwarzen
Tasse in der Hand in das Esszimmer und stellte selbige vor ihn.
Spike sah verwirrt auf und starrte auf die
Tasse. Dann lächelte er dünn und blickte die Frau vor sich dankbar an. Sie
schob ihm die Tasse in die Hände und setzte sich neben ihn. Sah ihn an und
lächelte ebenfalls. "Du hast Angst." stellte sie fest und beobachtete
ruhig wie er einen Schluck aus der Tasse nahm. Spike grinste kurz und machte
eine abfällige Handbewegung. Dann sah er sie an und wollte eigentlich sagen,
dass er nie Angst hatte, dass jemanden wie ihn, der schon alles gesehen hatte,
auch nichts mehr erschüttern konnte..... doch er tat es nicht. Stattdessen
nickte er.
"Vor dem Kind?" fragte sie
weiter. Spike atmete kurz tief durch und nippte noch einmal an dem Kaffee.
"Nein, vor mir." sagte er mit brüchiger Stimme und begann wieder an
dem schwarzen Lack rumzukratzen. "Ich weiß nich', ob ich das alles schaffe."
"Das wirst du." sagte sie und
ließ absolut keinen Zweifel an ihren Worten. Spike lächelte kurz und stand
etwas schwankend auf. "Weissu.... nur weil meine Organe jetzt wieder
arbeiten, hab ich mich nich' verändert." er deutete mit ernstem Gesicht
auf sein Herz und hielt sich währenddessen an dem Geschirrschrank fest.
"Ich bin niemand, der Windeln wechselt." er rutschte langsam an dem
ebenen Schrank herab und untersuchte seine Manteltasche nach der neuen
Kippenschachtel. Doreen lächelte schmal und stand ebenfalls auf. Dann kniete
sie sie sich zu dem ehemaligen Vampir herab und sah ihn stumm an. "Wir
hatten ähnliche Zweifel, als...." ihre Augen nahmen einen traurigen
Ausdruck an und sie fasste sich kurz an die Stirn "....als ich mit Ryan
schwanger war." sie ignorierte den fragenden Ausdruck in Spikes Augen und
atmete tief durch "Wir waren jung und Aidan wollte alles andere als ein
Kind." sie seufzte kurz. Dann lächelte sie wieder und griff nach der Hand
des blonden Mannes "Aber als plötzlich zehn kleine Finger nach mir gefasst
haben und mich zwei, so himmelblaue Augen, angeschaut haben, wusste ich, dass
es nichts schöneres gibt, als ein Kind zu bekommen."
Spike wollte etwas erwidern, doch Doreen
legte ihm ihren Zeigefinger auf den Mund "Du warst knapp 130 Jahre tot....
und jetzt wächst etwas von dir heran.... du solltest glücklich sein." Er
schluckte hart und strich sich kurz über die Stirn. Dann sah er sie wieder an
und lächelte. Er griff nach ihrer Hand und drückte ihr einen kurzen Kuss auf
die Wange.... "Danke." sagte er leise und stand langsam auf. Doreen
tat es ihm gleich und setzte sich wieder an den hölzernen Tisch.
Spike nahm noch einen Schluck aus der
warmen Tasse und zeigte dann seufzend auf die Tücher. "Also... wie war das
jetzt noch mal mit dem Knoten?"
-
"Hilfst du mir mal eben?" fragte
Aidan keuchend, als er den riesigen Karton hoch heben wollte. Buffy nickte
stumm und beugte sich zu den Einkäufen herunter. "Du solltest dich um ihn
kümmern." sagte Aidan leise, nachdem sie den Kofferraum geschlossen hatte.
"Hh?" kam es leicht verwirrt von
der Seite, als Buffy ins Auto steigen wollte.
Aidan öffnete ebenfalls die Türe und
setzte sich langsam hinter das Lenkrad. "Ihm geht es nicht gut."
"Was meinst du?" fragte sie leise
und kurbelte das Fenster herunter. Der Ire startete den Motor und fuh
r aus dem Parkplatz heraus, auf die
vollbefahrene Straße.
"Rede mit ihm." sagte er
abwesend, während er langsam um die Kurve fuhr "Von allein wird er nicht
auf dich zukommen."
"Aber, ich bin doch hier. Er weiß,
dass er mit mir reden kann." verteidigte sich Buffy und holte sich einen
Kaugummi aus dem Schubfach.
"Tut er nicht." verneinte der
Ire dies sofort, ohne Buffy anzusehen "Er will, dass du glücklich
bist." fuhr er nach einigen Sekunden ruhig fort, während er auf die
Autobahn abbog.
Buffy schwieg einen Moment, bevor sie
Aidan am Arm fasste und dessen Blick suchte. "Was hat er?" fragte sie
schließlich ernst.
"Das Amulett." war das einzige
was er ihr antwortete. Buffy seufzte kurz und ließ ihren Blick dann wieder in
den wolkenbehangenen Himmel schweifen. Ihr Gesicht nahm traurige Züge an,
während sie daran dachte, dass sie gewusst hatte, dass es ihm nicht gut ging.
Jede Nacht war sie wach gewesen, als er sich stöhnend aufgesetzt hatte und
leise Flüche vor sich hin geflüstert hatte. Sie hatte gespürt, wenn er für
einige Sekunden weggetreten war und sich dann selbst zuckend in die Realität
gezwungen hatte....... und sie hatte es ignoriert. Ihretwillen.
Seufzend legte sie ihren Kopf auf den Arm,
der locker aus dem offenen Fenster hing, und sah mit verschleiertem Blick auf
die vorbeirauschende Landschaft.
Sie zog tief die frische Luft ein und
schloss ihre Augen.... während sie ein ungutes Gefühl in der Magengegend
überfiel und sie wie automatisch ihre rechte Hand auf den flachen Bauch legte.
Ihr Blick fiel wieder auf den Iren, der bedrückt und völlig anders als sonst,
auf die dunkle Straße blickte.... und irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los,
dass sich ab diesem Tag alles verändern würde.....
Teil 7 - Eine lange Nacht
"Hey Liebes." sagte er leise
ohne aufzuschauen. Buffy ging durch die Tür auf die Veranda und schloss selbige
geräuschlos hinter sich. Er saß einige Meter vor ihr auf der Holzbank und zog
gerade das letzte Mal von der beinahe abgebrannten Zigarette. Sie lächelte kurz
und knubbelte nervös an ihrem Mantel herum.
"Ihr wart aber verflucht lange
einkaufen." flüsterte er, sah sie jedoch auch weiterhin nicht an und Buffy
war sich sicher, dass er gerade breit grinste. "Ähm....ja." räusperte
sie sich und ging zwei winzige Schritte auf ihn zu. Dass sie noch ein paar
Stündchen auf der Jagd gewesen war, musste sie ihm ja nicht unbedingt auf die
Nase binden....
"Hattest wohl Angst nach Hause zu
kommen, mhm?" ....konnte er natürlich mal wieder sofort ihre Gedanken
lesen. Buffy seufzte geräuschvoll und verdrehte kaum sehbar ihre Augen.
Manchmal war es wirklich fatal, dass sie so gar nichts vor ihm geheim halten
konnte. Sie ignorierte die Frage jedoch konsequent und setzte sich vorsichtig,
selbstredend mit einigen Zentimetern Sicherheitsabstand, neben ihn.
"Und..." setzte sie an und
lachte kurz nervös auf "....wie war dein Tag?" im selben Moment hätte
sie sich für die Frage am liebsten geohrfeigt, denn auf Spikes Lippen breitete
sich ein böses Lächeln auf. "Traumhaft." flötete er sarkastisch und
blickte sie flüchtig an "Ich kann jetzt vier verschiedene Windeln
binden." nickte er stolz und starrte sie daraufhin mit festem Blick an.
"Soll ich es dir zeigen?" grinste er freudig.
"Ähm.... naja..... das hat ja noch
Zeit." nuschelte sie und versuchte so gut wie möglich seinem
durchdringendem Blick auszuweichen.
"Ach, hat es das?" lachte er
laut auf und nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger um ihren Kopf
bestimmend zu sich zu drehen. "Heute früh hat sich das aber noch ganz
anders angehört."
Buffy lächelte zuckersüß und fing an, an
seinem Mantel herumzuzupfen. "Ach das....das waren bestimmt....
Stimmungsschwankungen!" ...fand sie das selbst eigentlich ziemlich unsinnig
und verzog ihren Mund unschuldig.
Spike grinste belustigt und biss sanft in
ihre vorgeschobene Unterlippe "Böse Hormone." erkannte er schnell und
sah sie frech an. Buffy gähnte demonstrativ lange und strich ihm kurz über die
Wange "Ich bin schrecklich müde...." setzte sie ihn schnell von ihrer
derzeitigen Verfassung in Kenntnis und sah ihn bittend an "....und würde
jetzt gerne ins Bett." es war mehr eine Frage als eine Feststellung und
Buffy beobachtete beunruhigt wie seine Augen flüchtig aufblitzten.
"Ach was..." lächelte er,
übertrieben mitfühlend und zwirbelte eine ihrer goldblonden Locken um den
Zeigefinger "....ist das so?"
Buffy sah ihn verständnislos an, als er
grinsend aufstand und sie wenige Sekunden später zu sich hoch zog. "Weißt
du was ich jetzt gerne tun würde?" funkelte Spike die blonde Frau in
seinen Armen schelmisch an.
"Auch schlafen?" tippte sie mal
so spontan und schenkte ihm ihren besten Dackelblick.
"Ja.... fast." lächelte er
überfreundlich und griff nach ihrer Hand.....
Etwa zwanzig Minuten später saß Buffy auf
der Ecke eines schmuddeligen Billardtisches und sah seufzend zu einem,
gewissen, blonden Mann der gerade grölend die etwa zwölfte Bierflasche leerte.
"Hmh..." seufzte sie frustriert und begann erneut den Belag des Spieltisches
abzukratzen....
"Hey Süße!" meinte keine Sekunde
später einer dieser typischen Biker verführerisch und strich mit seiner rechten
Hand langsam an Buffys Arm entlang.
"Finger weg!" zischte die
Jägerin genervt und rutschte etwas zur Seite. Der bierbäuchige Mann gab
allerdings nicht so schnell auf und zuckte kurz mit den Schultern "Mach
dich mal locker, Kleine!" flötete er gutgelaunt und legte seine
schmierigen Hände fest um ihre schlanke Hüfte. Buffy rollte wütend mit den
Augen und schuppte den Mann bestimmend von sich. Selbiger taumelte hicksend
zurück und sah sie belustigt an. "Du bist ja ein richtiger Wildfang!"
kicherte er und nahm einen letzten Schluck von der grünen "Kilkenny
Beer" - Flasche, die nicht viel später klirrend in der naheliegenden Ecke
landete.
Buffy wurde zunehmend unwohler in diesem
Schuppen, der den malerischen Namen "Thunder Road" hatte, und
rutschte schnell von dem Pooltisch herunter...... was ihm nachhinein betrachtet
keine sonderlich gute Idee war, da der dicke Herr das wohl als Einladung
verstanden hatte seine linke Hand unter ihren ledernen Minirock zu schieben.
Buffy fiepte kurz auf und trat dem
bärtigen Kerl kräftig mit dem Knie in die Weichteile "Ich sagte Finger
weg!" brüllte sie wütend in den stickigen Raum und entfernte sich einige
Schritte von dem grellgrünen Spieltisch. Keine Sekunde später kam ein weiterer
Biker hinzu und blickte die blonde Frau besorgt an "Ganz ruhig. Er macht
sich immer an die Jüngeren heran."
Buffy blickte unsicher zu dem Mann hoch und
wüsste sie nicht, dass der Ire, bei dem sie schon seid einigen Wochen wohnte,
gerade brav bei seiner Frau im Bettchen schlummerte, hätte sie den Mann an
ihrer Seite sofort mit 'Aidan' angesprochen. "Danke." lächelte sie
flüchtig und lehnte sich wieder gegen den grünflächigen Tisch. Der Mann blieb
vor ihr stehen und blickte kurz abschätzend auf das gekrümmte Häufchen Elend am
Boden.... "Ja, wir hab -"
.....weiter kam er nicht, denn im nächsten
Moment rammte sich eine eisenharte, weiße Faust in das fröhliche Gesicht des
rothaarigen Mannes und schickte ihn wahrscheinlich für die nächsten zwei, drei
Wochen in das Land, wo grünes Kilkenny Bier vom Himmel regnete.
"Fass mein Mä'chen nich' an."
lallte ein, offensichtlich nicht mehr ganz taufrischer, Spike in einem Meter
Entfernung und rammte unterstützend seinen schwarzen Springerstiefel noch mal
in die Seite des Iren.
"Nicht!" rief Buffy, wieder mal
ziemlich reaktionslahm hinterher und umfasste sicher die Faust, die sich
nochmals in den Magen des ohnmächtigen Mannes schlagen wollte. "Nicht
er." erzählte sie ihm beschwichtigend und deutete dann verhalten auf den
Perversling, der schon wieder dabei war sich aufzuraffen "Der
da....." flüsterte sie anschuldigend und ließ seine angespannte Faust dann
wieder los.
"Oh...." interessierte Spike das
vergangene Missgeschick herzlich wenig "Also der ha'dich angemach'?"
fragte er verschwörerisch und schenkte dem unschuldigen Opfer keinerlei
Beachtung mehr. Auch auf Buffys Antwort legte er nicht mehr sonderlich viel
Wert, sondern stürzte sich stattdessen johlend auf den fettleibigen Iren, der
inzwischen wieder auf den Beinen stand....
Wenig später war eine gepflegte
Kneipenschlägerei im Gange und auch Buffy konnte es sich nicht nehmen lassen
einigen ungehobelten Lüstlingen zu zeigen, was eine Jägerin war. Spike
beobachtete, während er zwei Köpfe gegeneinander schlug, aus dem Augenwinkel
heraus, wie seine zarte Freundin einen 100 Kilo Mann an die Wand drückte und
ihm rechts und links kräftig in den Bauch schlug....... und bestätigte in
Gedanken noch mal, was er sich während dem Windelbinden geschworen hatte......
das würde eine verteufelt lange Nacht werden.......
"Und was machen wir jetzt?"
fragte Buffy und tänzelte leicht ausgeflippt vor dem blonden Mann herum, der
ziemlich lässig seine "Kippe danach" rauchte. Er sah sie kurz
ziemlich amüsiert an und drückte ihr dann die angezündete Zigarette in die Hand
"Ist die Jägerin auf den Geschmack von Schlägereien unter Menschen
gekommen?" lächelte er und legte seinen Kopf leicht schief.
Buffy nahm einen tiefen Zug und blies den
Rauch dann hüstelnd in die kalte Nachtluft. "Ach was...." winkte sie
etwas beschämt ab "Die waren aber auch blöd." ....und wer konnte in
dem Gedrängel schon zwischen guten Bikern und bösen Bikern unterscheiden.....
Spike grinste und zog ebenfalls noch mal
an der Kippe, bevor er selbige auf den leicht nassen Asphalt schnippte. Er
stellte sich dicht vor sie und strich mit beiden Händen fest an ihren Seiten
entlang. "Du bist mir was schuldig, Schatz." sagte er mit rauchigem
Ton und stellte zufrieden fest, dass ihre Beine allein beim Klang seiner Stimme
weich wurden.
"Ich?" krächzte sie fragend und
verknotete ihre Hände fest in seinem Mantel.
"Genau, Liebes." lächelte er,
vollkommen ruhig, und küsste sich sanft seinen Weg von ihrem Ohrläppchen zu
ihrer Halsbeuge hinab. Buffy seufzte wohlig und lockerte ihren angespannten
Griff wieder etwas. "Mir war heute schrecklich langweilig...."
erzählte er mit dunkler Stimme und strich mit beiden Händen langsam unter ihren
Cordmantel.
Sie ließ ihren Kopf träge in den Nacken
fallen und erschauderte leicht, als seine Hände unter ihren BH wanderten.
"Und da musste ich die ganze Zeit an dich denken, weißt du?" er
begann langsam ihre Brüste zu massieren und bemerkte lächelnd, dass sie kurz
nach Luft yapste.
"Musstest du?" hauchte Buffy
heiser und nahm nur benommen war, wie er sie gegen die kalte Mauer drückte.
"Oh ja." gestand er leise und
biss vorsichtig in ihren herrlich vanillig duftenden Hals. "Du warst
verflucht scharf, als du vorhin dem Typen eine geknallt hast." erklärte er
ihr, bevor er seine kühlen Lippen hart auf die ihren presste und sofort Einlass
in den leicht geöffneten Mund fand. Ihre Zunge schoss ebenfalls in seinen Mund
und focht dort einen erbitterten Kampf mit ihm aus. Verschwommen erkannte sie,
dass er seine freie Hand unter ihren Hintern schob und sie hoch gegen die Wand
drückte. Sie verknotete ihre Beine fest unter seinem Mantel und verkrampfte
ihre Hand in seinem Nacken.
"Du hattest diesen angespannten Gesichtsausdruck
und deine Augen blitzten vorfreudig......" hauchte er so ruhig in ihr Ohr,
als würde er sie mal so nebenbei einige alte Französischvokabeln abfragen....
"Das taten sie?" stöhnte sie leise,
während ihr Kopf willenlos gegen die steinige Wand knallte.
"Taten sie." bestätigte er und
seine Hände schoben vollkommen gelassen den braunen Lederrock in die Höhe
"Ggenau wie jetzt gerade." flüsterte er lächelnd und küsste kurz ihre
Nasenspitze.
Buffy beschloss zitternd diese
langgezogene Tortur zu beenden und schaffte es schließlich einen tiefen Blick
in seine Augen zu Stande zu bringen, der hoffentlich ihre derzeitig, relativ
ungeduldige, Lage gut zur Geltung brachte...... vielleicht hatte sie aber auch
versehentlich den "Sprich dich nur aus, Dawnie!" Blick erwischt, denn
Spike erzählte ungerührt weiter.
"Immer wenn du deine Faust in den
Bauch dieses Typen geschlagen hast, sind deine Haare hin und her geschwungen
und dein Körper hat alle Kraft auf jeden einzelnen Schlag
konzentriert....." seine Zungenspitze berührte federleicht ihre kaum
sehbar geöffneten Lippen und fuhr quälend langsam über sie.
"Spike, bitte...." flehte sie
beinahe tonlos und griff zitternd an den Gürtel seiner Hose. Er lächelte sie
mitfühlend an und löste seine Lippen nur einige Millimeter von ihren "Sag
mir, dass du mich liebst..." sagte er ernsthaft und legte seine freie Hand
fest auf ihre. Buffy richtete ihren Blick grinsend zu ihm und erinnerte sich an
die bekannte Zeile "Ich liebe dich.... du weißt das ich das tue...."
Spikes ernster Blick wandelte sich zu
einem liebevollen Lächeln und er strich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht
"Sag mir, dass du mich willst...."
Sie lockerte eine Hand in seinem Nacken
und kraulte damit langsam seine Nackenhaare, bevor die mit der kompletten
Handfläche über die blonden Locken strich. "Ich will dich... wollte ich
schon immer." flüsterte sie mit fester Stimme und fuhr mit dem Zeigefinger
langsam über seine Stirn, seine Wange hinab.
Spike seufzte kurz und schmiegte seinen
Kopf in ihre Hand. Sein Blick haftete standhaft an ihrem und er lächelte
träge.... "Ja, wir haben uns schon immer gewollt, nicht wahr?"
Ein dünnes Lächeln erschien auf ihren
Lippen und sie strich mit dem Daumen über die kleine Narbe seiner Augenbraue,
hinauf zu der großen Schramme auf seiner Stirn, die selbst nach all den Monaten
noch zu sehen war. "Ja, schon immer...." sie versuchte ernsthaft und
fröhlich zu klingen, doch konnte sie in seinen Augen noch immer, selbst nach
dem vergangenen Jahr, die verwüsteten Spuren ihrer beider Vergangenheit
erkennen... so deutlich und klar, dass sie glaubte, sie könnten nie wieder
völlig verheilen.
Er schüttelte grinsend den Kopf und legte
seine Hand in ihren Nacken. Mit zärtlicher Bestimmtheit zog er ihren Kopf zu
dem seinen und presste seine Lippen hart auf ihre.
Buffy schluckte hart, bevor sie ihre
angespannte Haltung wieder lockerte und sich fest gegen seine Brust schmiegte.
Seine Hand löste sich wieder von ihrem Hals, strich kurz über ihre Schulter und
wanderte dann zu seiner Hose, um selbige zu öffnen. Langsam fuhren ihre Hände
über sein schwarzes Shirt, weiter hinab und legten sich anschließend auf den
ledernen Gürtel. Sie schoben die dunkelblaue Jeans, zusammen mit der schwarzen
Boxershort nach unten und Buffy presste fast automatisch ihr Becken nah gegen
seins.
Spike zog kurz scharf die Luft ein und
unterbrach den Kuss plötzlich. Er sah ihr standhaft in die strahlend grünen
Augen und ein verdorbenes Grinsen erschien auf seinen blassen Lippen, bevor den
dünnen Stoff ihres Slips mit seiner freien Hand roh umfasste und das dünne
Bändchen an der Seite mit einer einfachen Bewegung durchtrennte.....
Mit blitzenden Augen und einem
verführerischem Lächeln zog sie seinen Kopf zu ihrem und rutschte noch ein
Stück an der Wand hoch, bevor sie ihre Lippen leidenschaftlich auf seine
presste. Ihre Zunge drängte sich uneingeladen in seinen Mund und erforschte
begierig sein Territorium, das so herrlich nach Spike schmeckte. Er begann
ebenfalls mit ihrer Zunge zu spielen und strich hart über die glatte Fläche.
Der Geschmack von Kirschen, der ihren Mund umhüllte, lullte ihn vollkommen ein
und er stoppte für einen kurzen Moment das Massieren ihres Oberschenkels. Für
den Bruchteil einer Sekunde tauchte er in ihre Tiefe ein und verdrehte
unkontrolliert die Augen unter seinen Lidern. Buffy löste sich keuchend von ihm
und legte ihren Kopf auf seine breite Schulter.
"Verflucht, ich will dich....."
raunte er fast aggressiv an ihr Ohr und biss flüchtig in selbiges. Buffy
drückte sich an ihm ab, um wieder in seine Augen sehen zu können. Dann rutschte
sie noch etwas näher an ihn heran und grinste verdorben, als sie sich auf ihm
herabließ. Gleichzeitig entrang ein überwältigtes Stöhnen ihren Kehlen und Buffy
biss sich unbewusst fest in die Unterlippe. Einige Bluttropfen bildeten sich
und verteilten sich durch das stetige Reiben der Oberlippe auf ihrem Mund.
Spike blickte gebannt auf die bekannte
Flüssigkeit und näherte sich langsam ihrem herrlich süßen Mund. Buffy sah
verwirrt auf den hungrigen Blick, den er hatte und leckte über ihre Lippen. Der
Geschmack ihres Blutes verteilte sich in ihrem Mund, bevor Spikes Zunge sich
erneut in ihr versenkte. Sie riss ungläubig ihre Augen auf, als er beinahe wie
wahnsinnig begann das Blut aus ihrer Lippe zu saugen und ihren Körper fest
zwischen ihn und die Wand quetschte. Er löste seinen Arm um ihre Hüfte und
drückte beide Hände, die fest gegen seine Brust gestemmt waren, an die Wand und
nagelten sie dort mit eisernem Griff fest.
Ein kurzer Schrei erfüllte die kalte
Nachtruhe, als Spike grob in ihre Zunge biss. Buffys Fingernägel krallten sich
tief in ihre eigenen Handflächen, während sich immer mehr Spannung in ihrem Körper
anstaute. Irgendwo zwischen dem Schmerz und der Brutalität mit der er sie
anfasste, konnte sie trotzdem seine große Liebe für sie erkennen. Selbst jetzt,
da er mit schnellen Zügen das Blut aus ihr saugte und fast schmerzhaft in sie
stieß konnte sie mit jeder Bewegung die vollkommene Hingabe seinerseits spüren.
Ihr wurde schwindlig und die grellorangenen Straßenlichter verschwammen vor
ihren Augen, als er sie mit einem letzten, tiefen Stoß in den Abgrund schubste
und ihr gleichauf folgte.
Keuchend ließ er von ihrem Mund ab und
legte stattdessen seine Stirn fest auf ihre. "Bloody Hell...."
presste er schwer atmend hervor und ließ ihre Hände los. Sie fielen schlaff
gegen ihren Körper, während ihr Kopf erschöpft auf seine Schulter fiel. Lange
standen beide noch an die steinerne Mauer gelehnt, bis Spike erschöpft auf die
Knie fiel und sie auf seinen Oberschenkeln saß. Sein Kopf ruhte auf ihrem und
er strich beruhigend durch ihre blonden Haare, die noch immer durch das leichte
Zucken ihres Körpers hin und her schwangen.
"Du hast mich gebissen....." es
klang mehr wie eine Feststellung als eine Anklage und Buffy sah ihn vollkommen
ruhig an. Spikes Augen öffneten sich ebenfalls und er blickte sie mit trübem
Blick an "Ich weiß...." antwortete er teilnahmslos und strich ihr
kurz über die geröteten Lippen.
Dann schwiegen beide. Sahen sich tief in
die Augen und lächelten. Ihre Lippen legten sich erneut federleicht aufeinander
und strichen sanft über die des anderen. Ihre Beine verknoteten sich erneut
hinter seinem Rücken und beide genossen zwischen all der Verwirrung und der
plötzlichen Veränderung, einfach das Gefühl der grenzenlosen Verbundenheit. Sie
hielten sich fest in den Armen und Spike zog ihren zarten Körper fest an sich.
Wenige Stunden später begann die Sonne wie
jeden Tag ihre Route zu gehen. Einige Strahlen, die sich den Weg durch die
dichte Wolkendecke gesucht hatten schienen auf das abgelegene Stadtviertel. Die
ersten Fußgänger waren auf dem Weg auf ihre Arbeit, oder zum Bäcker. Einige
hatten kein Auge für ihre Umgebung und waren so in ihrer eigenen, kleinen Welt
verhangen, dass sie nichts außer den nächsten Meter auf dem Gehweg sahen.
Doch der ein oder andere Passant, sah sich
lächelnd in seiner hellen Gegend um, sah das sanfte Wiegen der Blätter.... die
Vögel, die die sommerliche Wärme genossen.... und einige wenige vergaßen für
einen Moment ihre alltäglichen Probleme und hielten in dem monotonem
Schritttempo an, sahen auf das engumschlungene Pärchen, das in den Mantel des
Mannes eingehüllt, an der Backsteinmauer lag und die Hände selbst im tiefsten
Schlaf immer noch fest verhakt hielten.
Teil 8 - Untersuchungen
"Alles bereit?" fragte eine
dunkle Gestalt und unterbrach damit das gesummte Latein, dass er seid einer halben
Ewigkeit in die Dunkelheit wisperte. Eine weitere Person trat in den
kerzenbeleuchteten Raum und warf eine blaue Reisetasche auf den felsigen Boden.
"Wenn du unter bereit verstehst, dass ich absolut keinen Bock auf das hier
habe, dann bin ich bereit." fauchte sie wütend und stampfte
unterstreichend auf den Boden. Die zweite Gestalt warf die schwarze Kapuze
zurück und rollte kurz mit den Augen. Er hatte zwei spitze Hörner auf dem
Vorderkopf und seine Ohren waren elfenartig gespitzt. Seufzend stand er auf und
strich der zierlichen Frau lächelnd durch die braunen Locken.
"Außerdem ist die Reise immer so
furchtbar lange." sinnierte sie weiter unbeeindruckt und nahm die
Reisetasche in die Hand.
"Kennst du deinen Auftrag?"
fragte der hochgewachsene Mann ruhig und strich der Dämonin kurz über die
Wange.
"Ich verstehe nur nicht warum
sie." flüsterte sie nun vollkommen ernst und eine Spur Bitterkeit schwang
in ihrer Stimme mit.
"Es würde das Ende von uns allen
einläuten." erklärte er ihr nun zum fünften Mal "Und sie fanden, dass
es der einfachste Weg wäre. Die Eifersucht ist ein schönes Mittel."
lächelte er kalt und trat einige Schritte zurück. "Vergiss nicht, was ich
dir über sie erzählt habe."
Die Frau rollte mit den Augen und nahm die
kleinere Tasche in die andere Hand. "Nach dem zehntausendsten Mal hab'
ich’s auch verstanden!" zischte sie genervt und verschwand darauf hin in
gleißendem Licht.
Der Mann schlug wieder seine Kapuze über
das Gesicht und setzte sich im Schneidersitz auf den kalten Boden. Drei weitere
Gestalten kamen hinzu und setzten sich im Kreis um einen kleinen Topf, aus dem
Rauch aufstieg. "Wird es reichen?" flüsterte der eine mit
erschreckend kalten Stimme und fasste nach der Hand seines Nachbarn.
"Es ist die einfachste Lösung."
erinnerte der dritte und stieg in den monotonen Singsang seines Gegenübers ein.
Die vierte Gestalt hob ihren Kopf und ihre Augen wurden schlagartig grellweiß.
Ihre langen Fingernägel legten sich federleicht an ihren Kopf und leises
Wimmern trat über ihre blassen Lippen "Ich sehe Leid.... so viel
Leid." hauchte sie und eisige Kälte erfüllte den Raum, als ihre Augen
seltsam aufflackerten. Ihre Haare wurden ebenfalls weiß und ihre Lippen wurden
mit Eis überzogen. Der hornige Dämon blickte kurz zweifelnd auf und seine Augen
blitzten rot. Flüchtig wie ein Wimpernschlag. "Wenn wir sie erst beseitigt
haben, löst sich alles andere von selbst."
Die drei Gestalten nickten ruhig und
fassten sich an den Händen. Alle verfielen wieder in das lateinische Geflüster
und ihre Köpfe vielen unkontrolliert in den Nacken. Die weißhaarige Frau
öffnete langsam ihre Augen und eine Träne floss aus ihrem Auge. Keine Sekunde
später erstarrte selbige zu Eis und fiel schwer auf den Felsboden. Ihre blauen
Lippen öffneten sich schwerfällig, während sie ihre Augen wieder schloss
"Wir werden sie verlieren."
-
Gleißendes Licht erfüllte für wenige
Sekunden die, in dunkle Schwärze getauchte, Wiese. Stumme Tropfen fielen auf
den durchweichten Boden, während sich langsam die Gestalt einer Frau manifestierte.
"Klasse!" schimpfte selbige sofort, als sie ihren rechten Fuß aus dem
schlammigen Untergrund zog.
"Wieso muss eigentlich immer ich die
Drecksarbeit erledigen." jammerte sie weiter, während sie sich ihren Weg
auf die Straße bahnte.
"Hally darf natürlich nach
Venedig." sie strich den Dreck notdürftig am Straßenrand ab und sah dann
missmutig auf das Ortsschild, das direkt vor ihr stand. "Und ich darf nach
Clifden. Spitze!" Sie schulterte die zwei Taschen und ging dann langsam an
dem Straßenrand entlang. Kurz blickte sie auf einen kleinen Zettel und schaute
sich dann seufzend um.
"O'Connor also." erinnerte sie
sich kurz und ging dann einfach weiter "Ob es hier viele O'Connors
gibt?" jammerte sie missmutig und schloss konzentriert die Augen. Nur
wenige Sekunden später öffnete sie sie wieder und ihr Mund verzog sich
schmollend "Es reicht noch nicht..." flüsterte sie in die Dunkelheit
und stützte ihre Hände in die Hüfte.
-
"Nimm mich mit!" quengelte
Aileen und blickte den blonden Mann, der seinen Kopf jetzt schon seid einer
viertel Stunde in den Händen vergruben hatte, flehend an.
"Nein." sagte er genervt und sah
seufzend auf. "Hör zu, Süße. Das ist nichts für dich. dieser Ort ist
unheimlich und beängstigend. Du solltest hoffen dort lange Zeit nicht hin zu
müssen." referierte er mit dunkler Stimme und machte böse Gestiken vor
ihrem Gesicht.
"Nimm mich mit!" ...hatte sie
seinen letzten Worten ungefähr so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wie denen
ihrer Mutter, wenn sie sagte "Iss deinen Spinat auf."
Spike legte seinen Kopf stöhnend in den
Schoß und gab es endgültig auf dieser Göre irgendetwas erklären zu wollen.
"Wir können dann." sagte Buffy
lächelnd, als sie in das Wohnzimmer kam.
"Prima!" sprang der platinblonde
Mann sofort euphorisch auf und schob die leicht erstaunte Jägerin in den
Eingang. Auch die darauf folgenden Drohungen, aus dem Wohnzimmer, ab jetzt nie
wieder Hoppe-Hoppe-Reiter mit ihm zu spielen, überhörte er galant und öffnete
die Tür. Buffy hielt sich, angesichts des plötzlich übermenschlich laut
schreienden Mädchens, genervt die Ohren zu und ging ihrem Freund schnell
hinterher.
Die Tür knallte laut zu und Aileen
verstummte sofort. Sie verschränkte ihre dünnen Ärmchen, mit trotzigem Blick,
vor dem Bauch und ging dann langsam in die Küche.
Aidan hatte die Szene nachdenklich
verfolgt und zog seine Tochter sofort tröstend auf den Schoß. "Du kommst
schon noch zum Frauenarzt." lächelte er leicht und strich dem Mädchen
einige Strähnen hinter die Ohren..... "Allerdings erst in vielen,
vielen.... unglaublich vielen Jahren." fügte er sofort etwas verwirrt
hinzu und flocht seiner Tochter kurz einen Zopf.
Selbige hatte den Worten ihres Vaters
nicht im Geringsten Beachtung geschenkt, sondern drehte verstohlen den
silbernen Ring in den Händen, den Spike ihr vor einigen Tagen geschenkt
hatte....... für den kommenden Heiratsantrag wahrscheinlich....
"Dad?" flüsterte sie und lehnte
sich gegen seinen Bauch.
"Mhm?" lächelte er und schlang
seine Arme um das kleine Mädchen.
"Geht Spike weg wenn das Kind da ist?"
fragte sie sehr leise und blickte traurig in Aidans strahlend blaue Augen. Er
nickte stumm und küsste die Kleine kurz auf die Stirn. "Sie haben dann
ihre eigene Familie." erklärte er ruhig und streichelte liebevoll ihre
rosige Wange.
Aileen seufzte kurz und drückte sich fest
an ihn. Ihr Kopf ruhte auf seiner breiten Schulter und sie schloss die
Augen.... "Aber er ist lieb." sagte sie leise und krallte ihre
kleinen Finger in das karierte Hemd.
"Ich weiß, mein Schatz." seufzte
er verstehend und strich ihr beruhigend über den Bauch.
"Mach, dass er bleibt." flehte
sie und öffnete ihre großen Augen wieder einen Spalt. Aidan lächelte dünn
"Das kann ich nicht." versuchte er ihr zu erklären und wippte kurz
mit seinem linken Bein, wie er es oft gemacht hatte, als sie noch ein Baby war.
"Aber ich will nicht, dass er
geht." nuschelte sie kaum hörbar an seinen Hals und schlief darauf hin,
mit einigen kleinen Tränen im Auge, langsam ein.
-
"Jetzt werden Schallwellen durch
diesen Sender erzeugt, auf ihren Bauch ausgesandt, dort reflektiert und vom
Ultraschallkopf wieder aufgefangen. In diesem Gerät wird es dann in ein
Videobild umgewandelt und auf dem Monitor dargestellt." erklärte die
Ärztin kurz, bevor sie mit einem kleinen Gerät auf Buffys Bauch fuhr. Spike saß
auf einem Stuhl neben der breiten Liege und hielt lächelnd ihre Hand. Sein
Blick war starr auf den Monitor gerichtet und er kniff einige Male die Augen
zusammen. Buffy hatte sich relativ teilnahmslos auf den Ellenbogen abgestützt
und blickte verwirrt zu dem blonden Mann, der da so höchst interessiert auf das
schwarze Bild blickt. Die Ärztin schien die grauen Schatten, die ab und zu über
den Monitor huschten, auch für etwas sehr Wichtiges zu halten, denn sie fuhr
einige Male mit dem Finger veranschaulichend über das glatte Glas. Buffy
seufzte kurz und zog Spike mit der linken Hand zu sich herunter. "Sag mal,
siehst du etwas, dass ich nicht sehe?" flüsterte sie verhalten und blickte
ihn fragend an.
Die Ärztin lachte kurz leise und stoppte
in ihrer Bewegung "Noch kann man da gar nichts erkennen." erklärte
sie lächelnd und strich mit ihrem Finger über einen grauen Rand am oberen Teil
des Bildschirms "Das hier ist die so genannte Fruchthöhle, aber wirklich
etwas erkennen wird man frühestens in der achten Woche." sagte sie nickend
und stellte das Gerät ab. Sie gab Buffy ein großes, weißes Tuch mit dem sie
sich das Gel von dem Bauch wischen konnte und rollte dann mit dem Drehstuhl
wieder näher an die Liege.
Buffy gab ihr das Tuch wieder in die Hand und
setzte sich auf. "Und in welcher Woche bin ich jetzt?" fragte sie
etwas unbeholfen und zuckte kurz mit den Schultern. Die Ärztin drehte sich kurz
um und drückte Buffy dann ein kleines, blaues Büchlein in die Hand "Sie
sind jetzt in der sechsten Woche." sagte sie lächelnd "Das ist ihr
Mutterpass. Hier werden die Veränderungen ihres Kindes, während der Geburt
eingetragen."
"Sechste Woche schon?" fragte
Spike ungläubig und biss sich kurz auf die Unterlippe.
"Genau." wiederholte die Frau
nochmals ruhig und stand schließlich auf. Buffy schob ihren Pullover wieder
nach unten und stand ebenfalls auf. Sie stellte sich vor Spike und dieser
schlang aus reiner Gewohnheit seine Arme fest um ihren Bauch. Er drückte ihr
lächelnd einen Kuss auf die festgebundenen Haare und legte seine Hand flach auf
ihren Pullover. Ein fasziniertes Lächeln stahl sich auf seine Lippen und auch
Buffy musste kurz grinsen, als er wieder kleine Klopfgeräusche an ihr Ohr
flüsterte.
Die Ärztin blickte verzückt auf das junge
Pärchen und erinnerte sich seufzend an die Zeit wo sie ihr erstes Kind bekommen
hatte. Hachja.... wie waren sie doch aufgeregt gewesen. Ob ihr Mann sich wohl
noch daran erinnerte? Wohl nicht.... schließlich vergnügte er sich grad mit
seiner neuen, wohlgemerkt zehn Jahre jüngeren, Freundin in
Spanien.....Mistkerl....mit ihren fünf Kindern allein gelassen, hatte er sie.
Jaja, hätte sie das damals gewusst, hätte sie einen Ehevertrag abgeschlossen.
Überhaupt fand sie ja eigentlich schon immer, dass.....
"Entschuldigung?" fragte Buffy
die Ärztin nochmals vorsichtig, als diese immer noch keine Reaktion zeigte und
stattdessen das benutzte Tuch wütend in ihrer Hand zusammenquetschte.
"Äh, ja?" krächzte die Frau
leicht verwirrt und faltete das Handtuch überfreundlich lächelnd zusammen.
"Wann der nächste Termin ist."
sagte Spike etwas gereizt und drückte Buffy ihren beigen Mantel in die Hand.
"Uhm.....vier Wochen würden
ausreichen." sinnierte die braunhaarige Frau aus reiner Gewohnheit und
ging durch die Tür des Zimmers. Buffy und Spike folgten ihr schulterzuckend und
gingen in den Gang, wo die Ärztin kurz mit einer Gehilfin redete.
"Aber sagten sie nicht, dass man in
der achten Woche schon etwas sehen könnte?" fragte die Jägerin etwas
unbeholfen und blickte Spike fragend an. Selbiger verdrehte kurz die Augen und
zuckte ansatzweise mit den Schultern.....herje, mussten die Frauen immer so ein
Trara um die ganze Sache machen? Immer diese ganzen Vorsorgeuntersuchungen mit
dem Bestaunen von dunklen 'Fruchthöhlen' und kleinkariertem Einschreiben von
irgendwelchen Daten. Das Baby würde verdammt noch mal schon herauskommen wenn
es wollte..... und schließlich war es ja von ihm... also würde es sowieso nicht
lange fackeln. Es reichte doch wirklich in so sieben, acht Monaten mal wieder
vorbeizuschauen....
"Also, dann sehen wir uns in zwei
Wochen wieder." ....war Buffy da wohl anderer Meinung und schüttelte
überfreundlich lächelnd die Hand der dünnen Arztgehilfin.
"Willst du jetzt alle zwei Wochen
einen dunklen Bildschirm anstarren?" murrte Spike und zog seinen schwarzen
Mantel seufzend über.
"Ich will eben nichts
verpassen." schob Buffy ihre Unterlippe trotzig hervor und knubbelte kurz
an dem Lederkragen herum. "Das ist unser Kind." sagte sie schmollend
und stellte sich etwas auf die Zehenspitzen. Ihre Nasen berührten sich
federleicht und sie blickte ihm tief in die Augen.
Spike verdrehte, sein Unverständnis
unterstreichend, noch mal die Augen und zog sie schließlich fest an sich.
"Okay, sehen wir uns dunkle Flecken an." grinste er frech und küsste
sie hart auf den Mund.... ein bisschen Entschädigung musste schließlich schon
sein.....
Buffy yapste kurz von dem beinahe brutalen
Kuss auf, schlang jedoch schon in der nächsten Sekunde ihre Arme fest um seinen
Oberkörper. Ihre Zungen trafen sich hart in der Mitte und rieben sich fest
aneinander. Spike schien inzwischen den Weg unter ihren Pullover gefunden zu
haben und fuhr langsam über ihren Bauch. Kurz verharrte er dort, spürte das
kaum wahrnehmbare Klopfen und strich dann mit festem Druck über ihren schwarzen
BH..... was Buffy nur am Rande wahrnahm, denn ihr Unterleib hatte soeben
Ausnahmezustand verkündet und gewisse geflügelte Bewohner in ihrem Bauch
beschlossen wohl gerade ihrem ungeborenen Kind schon mal im Voraus einen
gepflegten Tanzunterricht zu verpassen. Spike lachte arrogant in ihren Mund,
als sie sich willenlos an seinen Bauch fallen ließ und ihre Beine leicht
einknickten.
Er drückte sein Becken auffordernd an
ihres und fuhr mit seiner freien Hand grinsend unter ihren weißen Rock.
Die junge Frau am Empfang räusperte sich
kurz, konnte jedoch die Augen nicht von dem wild knutschenden Pärchen nehmen.
Buffy löste sich, unter lauten Protestschreien des unteren Bereiches ihres
Körpers, von dem so herrlich duftenden Mann vor sich und legte ihre flache Hand
auf seine Brust. "Nicht hier." brachte sie atemlos hervor.
Spike wackelte kurz mit seiner vernarbten
Augenbraue und grinste verrucht, während er sein rechtes Bein leicht zwischen
ihre schob. "Auto?" fragte er ungerührt und griff nach ihrer Hand.
Buffy blickte ihn kurz ungläubig an, erinnerte sich jedoch schnell, dass Aidans
Auto eine geräumige Rücksitzbank hatte. "Okay." antwortete sie etwas
beschämt und sah sich verstohlen in dem kleinen Raum um..... hey, konnte sie
denn etwas dafür, dass ihre Hormone jetzt verrückt spielten?
Spike lachte selbstüberzeugt auf und zog
die, leicht belämmerte, Frau schnell aus der Praxis. "Also... äh.... bis
in zwei Wochen!" rief Buffy mit hochrotem Kopf zu der Gehilfin und ließ
sich willenlos von dem schamlosen Mann in das geräumige Auto ziehen.
Teil 9 – Verantwortung
"Trink das." flötete Doreen
vergnügt und stellte eine heiße, eigelbe Tasse vor Buffys Hände, während sie
zum Geschirrschrank tänzelte. Buffy blickte erst skeptisch auf den dampfenden
Behälter und dann zu Spike, der mit verklärtem Gesichtsausdruck am Fenster saß
und auf die neblige Landschaft starrte. Seufzend sah sie wieder auf den Tisch
und nippte dann zaghaft an der Tasse. Vom schlimmsten ausgehend verzog sie
schon mal im Voraus das Gesicht und schluckte die Flüssigkeit langsam hinunter.
Ihre Augen öffneten sich erneut und sie sah verwirrt zu Doreen, die gerade
fröhlich singend durch die Küche schwirrte.
"Was ist das?" fragte sie
lächelnd und nahm noch einen kräftigen Schluck aus der Tasse. Doreen rubbelte
kurz fest auf einem der Porzellanteller herum, bevor sie ihn zufrieden nickend
in die Glasvitrine stellte. "Ach Kindchen...." seufzte sie und
tänzelte zu dem Holztisch "....du hast dich ja immer über Bauchschmerzen
beschwert, und ich dachte mir du könntest einen Wohlfühltee vertragen...."
zwinkerte die Irin kurz zu Buffy und tätschelte selbiger leicht auf die
Schulter.
"Er ist gut." lobte Buffy
freudig und leerte die Tasse mit einem tiefen Zug.
"Es ist ein altes Rezept von unserer
Familie...." Doreen blieb kurz stehen und sah nachdenklich an die Decke
"Es ist eine Mischung aus Frauenmantelkraut, Himbeerblättern,
Brennnesselkraut, Melissenblättern und....."
"Äh, ja!" stand Buffy schnell
von dem Stuhl auf und wankte, kurz etwas orientierungslos, zu der dicklichen
Frau und umarmte sie stürmisch "Vielen Dank, aber wir müssen jetzt
wirklich los." nickte sie und verzog die Lippen gespielt enttäuscht. Dann
drehte sie sich tief einatmend um und sah emotionslos zu Spike "Kommst
du?" sagte sie eindringlich und ging einige Schritte auf den ehemaligen
Vampir zu.
Spike blieb jedoch regungslos auf dem
Hocker sitzen und starrte weiter hinaus in die Landschaft. Buffy blieb seufzend
stehen und blickte genervt in die Richtung, in die er sah. Schnaufend packte
sie seinen Arm und schüttelte selbigen "Spike, verdammt noch mal."
raunte sie laut und tätschelte seine Wange.
Seine Schultern zuckten kurz und er
schüttelte verwirrt den Kopf. Dann sah er sie an, ungläubig und verwirrt. Buffy
stoppte leicht geschockt, da sie kleine Tränen in seinen Augenwinkeln erkannte
und ließ komplett von ihm ab.
Er atmete kurz tief ein und legte seinen
Kopf in die Hände. Seine Lippen waren trocken und er schloss die Augen zitternd
"Verfluchter Dreckskerl...." flüsterte er mit brüchiger Stimme und
wischte sich kurz über die Augen. Dann sah er wieder auf, blickte in ihr
fragendes Gesicht und sein übliches Grinsen stahl sich auf seine Lippen
"Sorry, Luv.... lass uns gehen." nickte er lächelnd und stand
schwungvoll auf.
Buffy schluckte kurz und sah nochmals für
einen Moment nachdenklich an die Decke, bevor sie kurz mit den Schultern zuckte
und ihm anschließend folgte. "Bis später dann." winkte sie Doreen fröhlich
zu und hüpfte aus der Küche hinaus. Im Eingang angekommen, stoppte sie jedoch
sofort und verschränkte die Arme vor der Brust. Aileen stand schmollend vor
Spike, der vor ihr in die Knie gegangen war.
"Ich bleib auch im Auto." flehte
sie und legte ihre kleinen Hände auf seinen Mantel. Der blonde Mann lächelte
kurz mitleidig und strich mit seiner rechten Hand sanft über ihre rosigen
Bäckchen. "Du würdest Stunden allein sein, Liebes." flüsterte er
leise und wischte verzückt eine winzige Träne von ihrem Mund.
"Ich kann doch bei dir bleiben."
jammerte sie, dem Weinen nahe und verkrampfte ihre dünnen Finger in dem
schwarzen Leder.
"Aileen...." schüttelte Spike
kaum sehbar den Kopf und stand langsam auf. Keine Sekunde später warf sich das
kleine Mädchen an seine Beine und begann bitterlich zu schluchzen. "Morgen
bin ich den ganzen Tag hier...." sagte er versöhnlich und strich
mitfühlend durch ihre rotbraunen Haare.
"Ich will aber, dass du für immer bei
mir bleibst." weinte sie leise und sah ihn mit verheulten Augen bittend
an.
Buffy stand teilnahmslos an der Tür, und
verknotete gerade die Bändel ihres Mantels. "Mach schon....." zischte
sie etwas gereizt und öffnete die Tür. Aileen sah böse zu der blonden Frau auf
und ließ für einen Moment von ihrem Abgott ab, um sich wütend vor der Jägerin
aufzubauen "Nur wegen dir geht er weg und lässt mich allein!" schrie
sie weinend und zeigte mit ihrem kleinen Zeigefinger anschuldigend auf Buffy.
Spike zog das Mädchen sofort an den Schultern zu sich. "Lass das."
sagte er eindringlich und strich ihr flüchtig über die Wange "Ich bin doch
bald wieder da." versprach er so leise, dass Buffy es nicht hörte und
küsste Aileen noch kurz auf die Stirn, bevor er Buffy folgte.
-
"Was war das eben?" keuchte
Buffy, während sie einen rotäugigen Dämon gegen den nahe liegenden Baum
knallte. Leicht taumelnd drehte sich dieser reaktionsschnell um, und blockte
den kommenden Faustschlag gekonnt ab. Er trat ihr grob in die Kniekehle und
schleuderte sie anschließend mit seiner Pranke gegen einen der Grabsteine.
Spike kämpfte unterdessen mit vier
Vampiren gleichzeitig und hatte sehbare Probleme sich auf den Füßen zu halten.
Zwei der Kreaturen stürzten sich auf den blonden Mann, packten ihn an den
Schultern und drückten ihn mit vollem Gewicht auf den erdigen Boden. "Ich
hab nur nachgedacht, verflucht!" brüllte er über den gesamten Friedhof,
während er schreiend aufstand und die Vampire so von sich schleuderte. Ein
kurzer Blick verriet ihm, dass Buffy den Dämon weitgehend unter Kontrolle
hatte. Tief einatmend widmete er sich wieder seinen Gegnern. Selbige rannten
keine zwei Sekunden später wütend auf ihn zu und holten zum gemeinsamen Schlag
aus, den Spike jedoch durch einfaches Ausweichen abwehrte. Lachend sah er zu,
wie die Vier auf den Boden fielen und verschränkte seine Arme grinsend vor der
Brust. "Kommt schon Jungs, das könnt ihr doch besser...." höhnte er
und brach im vorbeilaufen einen herausstehenden Ast ab. Schnell war er bei
seinen Feinden angekommen und rammte dem ersten auch ohne größere Gegenwehr den
Ast in das tote Herz.
Der Zweite landete wenig später gegen den
Baum und spießte sich selbst auf, indem er anschließend auf Spike zurannte.
Indessen hatte Buffy den Dämon mit ihren
Beinen auf den Boden genagelt und griff mit der freien Hand nach ihrem Schwert.
"Sag mir jetzt verdammt noch mal was los ist!" schrie sie und zog die
Waffe aus der Halterung an ihrem Gürtel. Der Dämon riss schreiend die Augen auf
und knallte seinen Kopf hart gegen Buffys. Diese flog einige Meter nach hinten
und landete stöhnend auf dem Gras.
Der Dämon stand schulterzuckend auf und
fixierte die Jägerin etwas verwirrt "Du, ich..... Kampf bis zum
Tode?" gab er ihr eine präzise Inhaltsangabe über die letzten paar Minuten
und schlenderte gemütlich zu der, am Boden liegenden, Frau. Sie blickte ihn
abschätzend an und umfasste gleichzeitig den Griff ihres Säbels. "Nicht
du!" raunte sie und sprang unterdessen gekonnt auf die Füße "Aber das
letztere kannst du trotzdem haben." zuckte sie mit den Schultern und trat
dem riesigen Monster hart in die Weichteile. Er schrie gequält auf und viel
prompt auf den schuppigen Rücken. Buffy nickte lächelnd und bohrte ihrem Gegner
in einer fließenden Bewegung das Schwert in die Brust.
"Nichts, ......zur......" Spike
wurde hart gegen eine der Statuen geschleudert und flog mit selbiger auf das
feuchte Gras. ".... zur Hölle, verdammt noch mal!" wurde der
ehemalige Vampir langsam sauer und stand brüllend auf. Gekonnt sprang er über
den störenden Grabstein und fing im Gehen das Schwert auf, das Buffy ihm
zuschmiss. Mit finsterem Blick stürmte er auf die Gegner zu und schlug beiden
auf einmal den Kopf ab.
Ohne der zerfallenden Asche noch einen
Blick zu schenken drehte er sich mit zusammengekniffenem Kiefer zu der blonden
Frau um. "Ist das jetzt klar?!" grollte er mit dunkler Stimme und
stoppte nur wenige Zentimeter vor ihr.
"Nichts ist klar!" schrie Buffy
wütend und zog mit hartem Griff das silberne Schmuckstück aus Spikes Kragen.
"Du hast von mir getrunken, Spike!" schluckte sie hart und sah ihn
verwirrt an "Und du fällst immer öfter in diesen Komazustand." Sie
zog die silberne Kette komplett aus seinem T-Shirt und hielt es ihm vor die
Augen "Sag mir, dass das nichts hiermit zu tun hat."
Er schlug ihre Hand grob von dem Amulett und
verstaute es wieder sicher unter seinem Shirt. Dann packte er hart ihr Gelenk
und presste die offene Handfläche auf seine Brust. Buffy blickte schwer atmend
auf ihre Hand und dann in seine eisblauen Augen. "Ich lebe doch,
oder?" sagte er plötzlich erschreckend leise und löste seinen Griff um
ihre Hand. "Ich kann doch jetzt mit dir in die Sonne.... und werde mit dir
alt, richtig?"
Wieder schluckte sie, als sie in seine
verletzten Augen sah. Sein anschuldigender Blick bohrte sich tief in ihr
Bewusstsein und zum ersten Mal erkannte sie, was dieses Amulett ihm angetan
haben musste. Sie wand keuchend ihren Blick ab und starrte auf den matschigen
Boden.
"Liebes...." es klang sanft und
liebevoll und keine Sekunde später hatte er ihren Kopf zärtlich zu dem seinen
gedreht. Ihren Körper verließ jegliche Kraft und sie ließ sich träge in seine
starken Arme fallen. Er strich sanft über ihren Rücken und lächelte beruhigend.
Dann küsste er sie. Beinahe unschuldig drückte er seine Lippen auf ihre und
strich flüchtig mit seiner Zunge über die ihre. "Es ist alles in Ordnung,
hörst du?" seine Stimme hörte sich sicher und vertraut an und Buffy legte
ihren Kopf seufzend auf seine Schulter. Ihr Blick war schwerfällig in die
Dunkelheit gerichtet und sie lauschte schweigend seinen Worten, die von Sekunde
zu Sekunde ehrlicher klangen. Ehrlicher.... und so viel einfacher.
"Mir geht es gut...." wisperte
er ruhig an ihr Ohr und ließ ihre blonden Locken federleicht durch seine Finger
gleiten "Unser Leben wird perfekt werden...." versprach er leise und
in diesem Moment, da er sie einfach so in seinen Armen hielt... hier an diesem
Platz, wo eine Frau wie sie, vor ihrer letzten Stunde niemals hätte sein
sollen..... wusste er, dass er sein gottverdammtes Leben dafür geben würde,
sein Versprechen zu halten.
-
"Du fängst täglich um 19.00 Uhr an,
um 20 Uhr kommt Ailis dazu und übernimmt die Tische, dann kannst du an die
Theke." der dicke Mann vor ihm referierte unermüdlich seid stolzen 30
Minuten, während er über die Tanzfläche lief. Spike trottete genervt hinter dem
Mann, mit den schweren Goldketten, her und sah sich gelegentlich in dem mit
Schwarzlicht beleuchteten Raum um. "Gegen 21.00Uhr kommen dann noch Lea,
Kevin und Fiona dazu. Du bist mit ihnen an dieser Theke eingeteilt." der
Chef der Diskothek 'Twister' deutete zu einer halbmondförmigen Theke und ging
anschließend mit schnellen Schritten rüber zu den Tischen. "Normalerweise
kommen alle an die Bar, aber manche bleiben sitzen. Da müsst ihr drauf achten
und sprecht euch am besten ab, wer wen übernimmt." Schließlich blieb der
rundliche Ire stehen und stützte seine Hände in der fetten Hüfte ab, während er
sich zu dem platinblonden Mann umdrehte. "Du hast keine Ahnung von diesem
Job, also solltest du dir schnell die wichtigsten Cocktails einprägen."
nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart und drückte Spike ein etwas
dickeres Heft in die Hand "Die 80 solltest du schon können und auf
Extrawünsche gehst du immer ein."
Der Geschäftsführer blickte den Mann vor
sich kurz prüfend an und nickte dann scheinbar zufrieden "Wenn du Zeit
hast säuberst du deinen Arbeitsplatz, sprich Mixer, Piturinha und die Platte.
Falls mal gar nichts los sein sollte kannst du auch das polieren anfangen....
ich bezahl dich immerhin nicht fürs rumlümmeln." Seufzend ließ er seinen
80 Kilo Hintern auf einen der winzigen Hocker sinken und stützte seinen kahlen
Kopf auf die Hände "Allen winselnden, leidenden Kunden wirst du geduldig
zuhören und Betroffenheit heucheln. Telefonnummern steckst du mit einem
Zwinkern ein und wenn dich jemand zum mittrinken auffordert, trinkst du."
erklärte er und sein todernstes Gesicht duldete keine Widerrede, weshalb Spike
ansatzweise nickte. "An der Bar musst du schnell sein, mit der Zeit kommt
das aber. Was am schnellsten geht, machst du zuerst. Lass die Kunden aber nicht
zu lange warten. Die anderen werden dir nicht helfen, also sieh zu, dass du das
hinbekommst sonst bist du schneller wieder draußen, als du deinen ersten Bloody
Mary gemischt hast."
Er sah den Vampir vor sich nachdenklich an
und stand dann stöhnend auf. "Montag und Sonntag sind frei, ansonsten
wirst du durchschnittlich bis 6 Uhr hier sein."
Spike schluckte kurz, verkniff sich jedoch
etwas zu der Arbeitszeit zu sagen und nickte stattdessen.
"Kannst du auch reden, Junge?" motzte
der Chef, mit dem malerischen Namen 'Harry' und kniff kurz seine Augen
zusammen.
"Nicht nur das...." raunte Spike
am Rande seiner Selbstbeherrschung und drückte den unbeschriebenen Notizblock
in seiner rechten Hand wütend zusammen.
"Ist das der Neue?" fragte
plötzlich eine relativ emotionslose Stimme hinter Spike. Sowohl Harry, als auch
Spike drehten sich um und musterten die knapp bekleidete Frau vor sich
verblüfft.
"Fiona, Liebes, darf ich vorstellen -
Spike." grinste der Chef dreckig und schlenderte lässig zu der
kaugummikauenden Frau.
"Spike, heh?" grinste diese nun
ebenfalls und leckte sich flüchtig mit der Zunge über die blutroten Lippen,
bevor sie sich über die Theke lehnte. "Netter Name." blies sie den
Rauch ihrer brennenden Zigarette aus und wedelte mit einem winzigen Handy herum
"Hab ich vergessen." zwinkerte sie kurz zu dem dicken Iren und schob
das kleine Telefon grinsend in die Tasche ihres Rockes, der in etwa die Größe
eines Gürtels hatte.
Harry kratzte sich kurz am Kopf und
blickte sich suchend in den Räumlichkeiten um "Hab ich was
vergessen?" gähnte er kurz und steckte sich anschließend eine riesige
Zigarre in den Mund "Achja, am Anfang deiner Arbeitszeit hilfst du mit die
Container und Kisten in den Lagerraum zu schieben und vergiss nicht
nachzuschauen ob die Fässer an der Bar voll sind."
Er zog sich sein schwarz-grau kariertes
Jackett über und zog lange von der brennenden Rolle "Trinkgeld behält
jeder für sich, ich halt nicht viel von diesem Verzehrkartenscheiß. Es gibt
jeweils 15 Euro pro Stunde bar auf die Kralle. An Feiertagen wie Silvester
gibt’s teilweise 20-30 Euro. Klar soweit?"
"Sicher." nickte Spike kurz und
strich langsam über die schwarze, glatte Oberfläche des Tresens.
"Gut. Dann sehen wir uns
Dienstag." grinste Harry und bläkte seine Goldzähne zufrieden. "Fiona
Schätzchen, kommst du noch mit?" schnaufte der Ire lechzend und umfasste
ihre Hüfte mit seinen schmierigen Fingern. Sie lächelte, während sie ihren Mund
ansatzweise öffnete und ungerührt weiterkaute "Sicher, Boss."
kicherte sie lautstark und ließ sich dann von dem Chef aus der Disco ziehen.
"Bis Dienstag, Spikey!" warf
Fiona dem blonden Mann noch einen Kuss zu, bevor sie hinter dem schwarzen
Vorhang, der um die Eingangstüre gezogen war, verschwand.
"Ja, yippie...." motzte Spike
deprimiert und ließ sich auf einen der schwarzroten Barhocker fallen. Seine
Hand griff zielsicher hinter sich und er zog eine Flasche Jim Beam von der
Theke heraus.
"Jim, lass uns auf Dienstag
anstoßen." nickte er zuversichtlich zu der Flasche und leerte mit einem
Zug ein Viertel des Inhaltes. "Oh Scheiße, verdammt...." seufzte er
genervt und rutschte eine Etage tiefer.
-
Langsam drehte sie das Wasser des
Duschkopfes ab und stieg leicht fröstelnd aus der Duschkabine. Mit geschlossenen
Augen griff sie zu dem weißen Handtuch, das über den gegenüberliegenden
Badewannenrand hing. Zuerst wischte sie sich damit schnell über das Gesicht,
bevor sie es neben das Waschbecken legte. Mit ihrer rechten Handfläche fuhr sie
langsam über den angeschlagenen Spiegel und gab den Ausblick auf ihren leicht
geröteten Körper frei. Sie biss sich nachdenklich auf die Unterlippe, bevor sie
sich zur Seite drehte und auf ihren flachen Bauch starrte. Dann legte sie den
Kopf schief und hielt die Luft an, während sie die Hände in die Hüfte stützte
und den Bauch weit durchdrückte.
"Mhm...." gab sie ihr
derzeitiges Statement ab und stellte sich wieder gerade hin. Mit dem Blick
weiterhin zum Spiegel gerichtet drehte sie sich um und nahm einen blauen
Pullover und eine schwarze Jeans, die über der Heizung hingen, in die Hand.
Nachdem sie sich angezogen hatte, lief sie
wieder zum Waschbecken und steckte sich mit einer schwarzbraunen Haarspange die
noch feuchten Haare hoch. Mit prüfendem Blick fuhr sie sich ein paar Mal über
die provisorische Frisur. Dabei viel ihr Blick auf das zusammengelegte Handtuch
und Buffy sah kurz verstohlen über die Schulter, bevor sie selbiges in die Hand
nahm und zusammenknäulte.
Sie atmete kurz tief durch und seufzte
etwas verlegen, bevor sie es unter ihren Pullover quetschte. Mit neugierigem
Blick ging sie wieder zum Spiegel und betrachtete ihre recht füllige Seite.
"Uhh..." kommentierte sie ihre derzeitige Körpermasse und atmete
langsam aus. Sie kniff ihre Augen kritisch zusammen und legte beide Hände auf
den Handtuchbabybauch. Vorsichtig wiegte sie selbigen hin und her und
beobachtete jede Bewegung genau.
"Mom." sagte sie tief einatmend
zu ihrem Spiegelbild und ging langsam auf die glasige Fläche zu.
"Momie." stupste sie kurz mit ihrem Zeigefinger gegen den kalten
Spiegel und öffnete tief ausatmend die Haarklammer. Wieder legte sie ihren Kopf
schief und grinste übertrieben. "Coole Mom." stellte sie zufrieden
fest und ging lächelnd zu der Badezimmertür, die sie seufzend öffnete. Auf dem
Weg zu ihrem gemeinsamen Zimmer rückte sie ihren, leicht nach links
aushängenden, 'Nachwuchs' zurecht und streckte immer wieder gedankenverloren
den Bauch heraus. Beinahe wäre sie in die vorbeigehende Person gelaufen, die
grade ebenfalls um die Ecke bog.
"Hey, verdammt nochm...." wollte
Buffy schon losschnauzen, als sie beim Aufsehen einen ziemlich deprimiert drein
sehenden Spike erkannte, der sie mit einem schrecklich leidendem Hundeblick
ansah.
"W....was?" fragte sie verwirrt,
hatte aber nicht viel Zeit um sich Sorgen zu machen, da er im nächsten Moment
in ihren Nacken griff und sie zu einem verlangenden Kuss heranzog. Buffy yapste
kurz erschrocken auf, schmiegte sich jedoch sofort in seine Arme. Spikes Griff
verstärkte sich und er strich hart mit seiner Zunge über ihre. Dann ließ er sie
ebenso plötzlich los und blickte ihr wehleidig in die Augen "Hey."
sagte er lächelnd und ging einige Schritte auf das Badezimmer zu, bevor er
stehen blieb und sich wieder umdrehte. Grinsend zog er eine Augenbraue in die
Höhe und deutete auf ihren Bauch "Du sagst mir aber, wenn es sein erstes
Wort spricht, oder?"
"Hah?" war Buffy immer noch
nicht so ganz wieder da und sah ihm verwirrt in die Augen. Nachdem er noch mal
mit Nachdruck auf ihren sehr fülligen Bauch deutete lief sie jedoch knallrot an
und zog das Handtuch unter ihrem Pullover hervor. "Kein Wort." mahnte
sie schmollend und warf ihm das Handtuch zu. Spike sah ihr noch kurz grinsend
nach, bevor er die Türe hinter sich schloss und ebenfalls in die Dusche ging.
-
"Zwei
Daiquiri, ein... ähm... Ocean Drive und ein Milchkaffee." ratterte in etwa
der 125. Kunde an diesem Tag herunter und begann bereits keine 2 Sekunden
später unruhig mit den Fingern auf die Theke zu klopfen.
"Sofort." schrie Spike und drehte sich etwas verwirrt herum. Er
schluckte kurz, bevor er einen der schwarzen Schüttelbecher in die Hand nahm
und anschließend den Rest der Kuba-Rum Flasche einfüllte. Fiona drängte sich an
ihm vorbei und warf ihm ein flüchtiges Lächeln zu, bevor sie sich zu dem Schrank
unter der Theke bückte.... "Nimm den Boston Shaker für Daiquiri, außerdem
solltest du zuerst den Kaffee machen." grinste sie und drückte ihm den
zweiteiligen Behälter in die Hand.
"Danke..." grinste Spike kurz und füllte den Rum in den anderen
Becher. Währenddessen ließ er den Kaffee in die Tasse laufen und goss den
Limettensaft in den Shaker.
"Und dann ist sie einfach gegangen....." schluchzte ein sehr
aufgelöster Herr und schluckte den Rest seines achten Wodka Tonics herunter.
Spike nickte kurz mitleidig und stellte der Frau grinsend die bestellten
Getränke auf die Platte. "Danke..." lächelte diese und schob ihm das
Geld zusammen mit einem weiteren Zettel zu. Spike legte kurz seinen Kopf
schief, bevor er sich wieder dem Mann zuwante.
"Noch einen?" fragte er und nickte zu dem leeren Glas.
"Ich mein... sie kann doch nich' einfach so verschwindn...." schob
der etwas dickere Herr ihm das Glas einfach zu und stützte dann seinen Kopf auf
die aufgelehnte Hand.
"Vielleicht
kommt sie ja wieder.... soll öfters mal vorkommen." seufzte Spike und
steckte die aufgeschnittene Limette auf den Glasrand, bevor er es ihm zu schob.
"Was wollt ihr?" fragte er etwas genervt die zwei, sicherlich
minderjährigen, Gören die vor der Bar rumhopsten.
"Drei Peach Ladys!" schrie eine der Beiden über die Theke und setzte
sich lächelnd auf den Barhocker.
"Sofort..."
das Alter der Mädchen kümmerte Spike in diesem Moment herzlich wenig und er
schenkte sich selbst ein Glas Wodka ein, das er auf Ex wegtrank, bevor er die
Cocktails mischte.
Zehn Minuten später hatte Spike beide Ellebogen auf die Theke gestützt und
hörte sich geduldig die Reden des Mannes vor sich an. Beide waren inzwischen
auf Jack Daniels umgestiegen und stießen gerade lautklirrend an.
"Auf Marry McRae!" gröhlte Spike zu Fiona, die ihn kopfschüttelnd
ansah, und kippte dann den Rest herunter. "Das ehebrechende Miststück aus
Texas...." faselte er und tätschelte dem geschiedenen Herrn vor sich
mitfühlend auf die Schulter.
"Spike, verdammt, du hast Kunden!" zischte seine Kollegin Lea von der
Seite, während sie selbst ein Bier abzapfte. Spike sah kurz ungerührt auf und
kippte den letzten Schluck geräuschvoll herunter.
"Ach, beiß mich...." raunte er andeutungsweise und stellte sich
wieder auf. Er beugte sich kurz zu den unteren Regalen und stellte einige
Gläser auf die Arbeitsplatte. Während er sich selbst erneut ein Glas
Hochprozentigen einschenkte, winkte er beiläufig den nächsten Gast heran.
"Was willst du?" fragte Spike ohne aufzusehen und nahm mit
geschlossenen Augen einen tiefen Schluck aus dem neuen Glas.
"Oh, naja.... da gäb' es so einiges, aber das lässt sich hier schlecht
verwirklichen...." sagte eine verführerische Frauenstimme vor ihm und ehe
Spike sich versah, presste sich auch schon ein warmer Mund auf den seinen und
ihre Finger fanden sofort den Weg in seinen Nacken.
"Hey, Liebes...." stöhnte er kurz gegen ihre Lippen, als sie mit der
linken Hand unter sein Shirt fuhr.
"Hey." antwortete sie grinsend und küsste ihn ein letztes Mal, bevor
sie ganz von ihm ab ließ. "Ich dachte ich schau mal vorbei." lächelte
sie unschuldig und biss ich verstohlen auf die Unterlippe. "Ziemlich voll
hier."
"Mhm." nickte Spike und griff nach ihrer Hand "Komm her."
lächelte er und zog sie hinter den Tresen.
"Ein Cuba Libre." sagte eine etwas ältere Frau vor der Bar und blies
den Rauch ihrer Zigarette in Spikes Richtung. Buffy sah die aufgedonnerte Frau
abschätzend an, während sie sich auf einen frei stehenden Stuhl neben Spike
setzte.
"Warte kurz, ich hab gleich Pause." sagte Spike, während er vor ihr
in die Knie ging und ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen drückte.
"Okay..."
nickte Buffy kurz und beobachtete mit großen Augen, wie Spike gekonnt den
Inhalt aus zwei Flaschen gleichzeitig in den Shaker füllte. Etwas unsicher sah
sie sich in der riesigen Disco um. Es war lange her, dass sie in einer so
protzigen Bar gewesen war. Die Technomusik dröhnte penetrant durch den großen
Raum und unzählige Pärchen tanzten eng umschlungen auf der großen Fläche.
Der 'Parlour Club' in LA war die erste Szenebar gewesen, bevor sie nach
Sunnydale gekommen war.... und irgendwie hat es darin nur Frauen gegeben....
Dutzende Leute
drängten sich an die Bar und wedelten mit ihren Geldscheinen umher. Ihr Blick
richtete sich zur Seite und mit leicht geröteten Wangen beobachtete sie Spike,
der den vielen Menschen in einer beachtlichen Zeit die Getränke mixte. Ihren
Mann, auf dessen Stirn sich leichte Schweißperlen bildeten, während er
zielsicher unter die Theke griff und zwei neue Flaschen Wodka hervorzog.
Er goss etwas in ein Glas, in dem bereits eine Hälfte mit rötlichem Fruchtsaft
gefüllt war und schob es grinsend zu einer braunhaarigen Frau, die ihn mit dem
Zeigefinger zu sich zog. Durch die laute Musik konnte sie nicht verstehen, was
die Frau zu ihm sagte, jedoch brachte sie das anschließende Gelächter beinahe
automatisch dazu, an ihrem Minirock nach der Halterung ihres 2 Meter
Breitschwerts zu suchen.....
Schließlich stand sie aufbrausend auf, nachdem diese Thekenschlampe auch noch
die Dreistigkeit besessen hatte, ihm ihre Telefonnummer auf den freien Oberarm
zu schreiben.
"Hey.....
Schatz...." sagte sie extra laut und deutlich und hakte sich bei dem
ehemaligen Vampir ein.
"Ruf mich
an..." interessierte Buffys Anwesenheit die Frau anscheinend herzlich wenig
und drückte Spike vor ihren Augen einen kurzen Kuss auf die Wange.
"Sicher...."
murmelte Spike etwas gereizt und ignorierte Buffys wütende Blicke, als sich
bereits die nächsten Gäste zu ihm lehnten. "Ich muss arbeiten, luv. Tut
mir leid." sagte er nur flüchtig und ging einige Meter in die andere
Richtung. Buffy stand etwas fassungslos an der Seite des Tresens und starrte zu
dem platinblonden Mann, der sich schon mit den nächsten Playboy-Bunnies
unterhielt.
"Spike!" zischte sie ungeduldig und zog bestimmend an dem ärmellosen
Shirt, das er trug.
"Fünf Minuten, Liebes." sagte er laut über die Schulter und lächelte
etwas gezwungen. Buffy raunte wütend und ließ sich leise fluchend wieder auf
den Hocker fallen. Ihr Blick haftete sicher an den leicht bekleideten Mädchen,
die ihrem Freund viel sagende Blicke zuwarfen.
"Hhhhh...."
schnaufte sie sauer und bedauerte wirklich Van Helsing nach längeren
Überlegungen zu Hause gelassen zu haben. Aileen hatte sie so nett um ein neues
Spielzeug gebeten...... Sie legte ihren Kopf seufzend auf die aufgestützten
Arme und sah ruhig zu Spike herüber.
Doch dann lächelte sie plötzlich.... vertrauensvoll und stolz, weil das dort
ihr Mann war, der jede zu aufdringliche Frau von sich drängte und jeden
größeren Körperkontakt vermied. Gelegentlich sah er zu ihr herüber und
zwinkerte liebevoll. Und in diesem Moment, vergaß sie die Standpauke, die sie
ihm eigentlich halten wollte. Sie dachte auch nicht mehr daran von ihm zu
verlangen, sofort zu kündigen und lieber im Büro des irischen Rates zu
arbeiten.
Nein.... jetzt, in diesem Augenblick, war sie dankbar für das, was er für sie
tat. Dankbar, dass er mit ihr in diesem Land blieb, in dem sie ihr zu Hause
gefunden hatte.
Und sie lächelte und half ihm an diesem Abend beim Gläser spülen und mischte
gelegentlich die leichteren Cocktails. In dieser Nacht hatte sie ihn seid
langem wieder lachen sehen. Sie hatte gespürt, wie dankbar er über ihre Hilfe
gewesen war und dass sie ihm vertraute. Obwohl er dutzende Telefonnummer kassierte
und seine Wange von Lippenstiftabdrücken völlig beschmiert war.... sie
vertraute ihm.
Sie standen einfach nur nebeneinander, mischten Cocktails und hatten seit Tagen
wieder das Gefühl sicher und fest zusammen zu gehören..... Und Buffy war sich
sicher, dass auch er es spüren konnte.... denn das, was sie gefunden hatten,
war größer als alles andere.
"Kommst du?" flüsterte er und legte den Kopf schief, während er
langsam zu lächeln begann.
"Hmm?" sah sie überrascht auf und blickte etwas orientierungslos in
den leeren Raum.
"Feierabend." grinste er über beide Ohren und wischte ihr mit dem
rechten Daumen über die Wange. Buffy sah sein penetrantes Grinsen und zuckte
kurz fragend mit den Schultern "Was?" krächzte sie heiser und kam ein
paar Schritte auf ihn zu.
"Nichts...." log er und ignorierte die Tatsache, dass ihr Gesicht
voller Schaum von der Spüle war und dass ihre Frisur etwas westlicher als
gewöhnlich saß.... denn sie hatte nie schöner ausgesehen, als in diesem Moment.
"Liebe dich, Jägerin...." hauchte er gegen ihre süßen Lippen und
bewunderte verzaubert, wie ihre Augen bei diesen Worten sofort leicht glasig
wurden.
"Ich dich
auch." antwortete sie mit fester Stimme und begann seinen Kopf mit kleinen
Küssen zu bedecken "Für immer, mein schöner Mann."
Teil 10 - Verdammte Romik
Die Hufen peitschten über die
strahlend grüne Wiese. Sie schlang ihre Arme um seinen starken Körper, als er
das Pferd noch weiter antrieb. Ein warmherziges Lächeln umspielte ihre Lippen
und sie legte den Kopf seufzend auf seine Schulter. Eine riesige Allee von
Bäumen tauchte von beiden Seiten auf und sie erschauderte kurz, als er das
Pferd mitten in den Wald führte. Kurz sah er zu ihr und zwinkerte grinsend, als
er das Pferd durch den schmalen Fluss auf das andere Ufer führte.
Schließlich fanden sie, wenige
Minuten später ihren Platz auf dem Gipfel und sie setzten sich zusammen auf die
Klippen.
"Wieso wusstest du nach so
langer Zeit wer ich bin?" fragte er sanft, nachdem sie eine Zeit lang
geschwiegen hatten.
"Wusste ich gar
nicht...." gestand sie lächelnd. Er sah sie offensichtlich etwas
verwundert an und zog die Augenbrauen in die Höhe "Nicht?"
"Nein. Ich wusste nur, dass
du dauernd in meine Richtung starrst.... nicht wer du bist." sagte sie und
grinste kurz als er gestehend nickte. "Das tut mir leid. Das tut man ja
auch wohl nicht...." er lachte kurz und legte seinen Kopf in den Nacken.
Dann sah er sie wieder an und ein spitzbübiges Grinsen legte sich auf seinen
Mund "Und dass du im Regen mit Fremden davon reitest - Machst du das
oft?"
Sie lachte kurz entspannt auf und
konterte keine Sekunde später... "Es war der einfachste Weg dich los zu
werden."
Die neblige Luft auf dem Gipfel
wurde kurz von herzerwärmenden Gelächter umspielt, bevor er wieder ruhig wurde.
"Falls ich jemals genug Mut
aufbringe dich wieder zu fragen, schicke ich 'ne schriftliche Warnung
voraus."
"Das würde nicht viel nützen,
ich kann nicht lesen." gestand sie ohne jeglichen Scham und legte den Kopf
leicht schief.
"Kannst du nicht?"
fragte er ernsthaft und legte die hohe Stirn in Falten.
"Nein...." flüsterte sie
und lächelte ihn scheu an. Er lächelte ebenfalls und schwieg für einen Moment,
bevor er tief einatmete und kurz zu ihr zwinkerte "Nun, dem werden wir
wohl abhelfen müssen, nicht wahr?"
"Das heißt, du willst mich
lesen lehren?" flüsterte sie freudig und unterbrach für einen Moment den
Blickkontakt.
"Ja, wenn du willst."
sagte er liebevoll und blickte in den bereits leicht orangefarbigen Himmel.
"Ja." versicherte sie
ohne Umschweife und sah ihm intensiv in die Augen.
Er grinste kurz übermütig und
beobachtete sie herausfordernd "Und in welcher Sprache?"
Sie schloss die Augen und
schüttelte grinsend den Kopf "Ohhh....
du schnallst doch nur auf!" schalt sie ihn und blickte amüsiert
gerade aus.
"Stimmt genau." lachte
er leise und suchte wieder ihren Blick "....und beeindruckt dich
das?"
"Nein." sie richtete
ihren Kopf ganz nah zu seinem und sah ihn fragend an "Muss ich denn
beeindruckt sein?"
"Oui." wurde seine
Stimme plötzlich ganz sanft und er musterte ihr Gesicht verzaubert
"....parce que chaque jour, j'ai pensé à toi."
Sie sah ihm für einen Moment
fasziniert in die Augen, bevor sie Augenbrauen hob und kurz grinste "Wenn
du das auf Händen laufen schaffst, bin ich beeindruckt."
Er seufzte kurz und sah dann
schulterzuckend an sich herab "Nunja, mein Kilt fliegt zwar hoch, aber ich
versuch’s für dich."
Sie hielt ihn an der Schulter
zurück und verzog empört das Gesicht "Ohh... hat dir auf deinen Reisen
denn niemand Manieren beigebracht?"
Er setzte sich wieder hin und
seine Augen blitzten fröhlich auf "Die Franzosen und Römer haben viel
schlimmere Manieren als ich." versicherte er nickend und sah sie grinsend
an. Erstaunt blickte sie ihm in die Augen und ihr Mund öffnete sich leicht
"Dann warst du in Rom?!"
"Ja, mit meinem Onkel.... auf
Pilgerfahrt." nickte er ruhig.
"Wie war's dort?" fragte
sie neugierig und sah ihm begierig in die Augen. Er lächelte flüchtig und
studierte ihr Gesicht genau "Rien qui approchait ta beauté" wisperte
er sanft und beobachtete erfreut wie sie zu lächeln begann. "Was heißt
das. Ich versteh' nicht..." gestand sie etwas wehmütig und zog die
Augenbrauen neugierig in die Höhe.
"Wunderschön." sagte er
ernsthaft und beobachtete sie intensiv "Aber ich gehöre hier
her....." sagte er abwesend und blickte auf die Berge vor ihm, auf die die
letzten Strahlen der Sonne niederschienen.
"Pfähl mich..." stöhnte Spike
und drückte erneut auf der Fernbedienung herum. "Fuck!" raunte er,
als er sich wieder daran erinnerte, dass man nicht umschalten konnte, während
ein Video läuft....
"Verflucht romisch." nickte
Aileen zustimmend und schlang die weiße Wolldecke noch enger um sich.
"Romantisch, Liebes." grinste
Spike kurz und rutschte etwas tiefer. "Hast du nicht vielleicht 'Uhrwerk
Orange' da? Das war noch ein verdammt guter Film." ....den jedes 4-jährige
Mädchen im Regal stehen haben sollte..... Er blickte kurz in ihre großen Augen,
die ihn fragend anblickten und seufzte geschlagen "Was lernt ihr
eigentlich in der Schule, verdammt noch mal. Uhrwerk Orange.... Alex und
Beethovens Fünfte.... ultragewalttätig und so...."
Aileen sah ihn noch mal kurz an und
starrte dann wieder auf den Bildchirm "Gibfon." zeigte sie mit ihrem
kleinen Zeigefinger auf den Fernseher und sah den blonden Mann dann wieder an.
"Ja, in seiner verflucht schwulsten
Rolle." kommentierte Spike, die momentane Szene und trank den Rest des
Kilkenny Biers aus. Es war wirklich zum heulen. Hatte Buffy wirklich vor ihn zu
einem tuntigen Angel-Verschnitt verkommen zu lassen? Da tat er doch wirklich
alles für sie. Und kaum hatten sie das Haus ein verdammtes Mal für sich...
musste sie unbedingt duschen?! Es war ja nicht so, dass man das allein machen
musste.... aber nein, Miss von und zu "Ich brauch meine vier Stunden
Abendpflege" hatte natürlich nichts besseres zu tun, als ihn zum
Babysitting zu verdonnern. "Bloody Hell." fluchte er leise und
rutschte noch acht Etagen tiefer. Das Ganze war ja noch nicht die Höhe....
nein.... jetzt durfte er sich den ganzen gottverdammten Abend, an dem er die
Jägerin eigentlich an den Rand des Wahnsinns vögeln wollte, Röcke tragende
Memmen ansehen, die nichts besseres zu tun hatten, als ihren Freundinnen
schnulzige Sätze ins Ohr zu flüstern - auf französisch! "Oh Gott, scheiße
verdammt." nuschelte er undeutlich und starrte sehnsüchtig in das obere
Stockwerk, wo seine Jägerin gerade zum zehnten Mal 'Killing me Softly'
anstimmte.
Sie trat langsam aus dem Schatten
und nur das Mondlicht beleuchtete das bestickte weiße Kleid, das sie trug. Seine
Augen weiteten sich für einen Moment bevor er sie lächelnd an der Hand fasste.
Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen gingen sie vorsichtig auf den bärtigen
Mann zu. Er stand neben einem großen, keltischen Kreuz und sah lächelnd auf die
beiden Liebenden herab.
"Vater." sagte der Mann
bittend und stellte sich mit der zierlichen Frau in seinen Armen vor ihn. Ohne
unnötige Zeit zu vergeuden hob der Pfarrer den linken Arm der Frau, und den
rechten des Mannes in die Höhe und verhakte deren Finger miteinander. Kurz
nickte er, bevor er ein braunes, längliches Tuch hervorhob und es behutsam um
die Hände der beiden verwickelte.
Sie sah ihrem baldigen Gemahl
gerührt in die Augen, als dieser tief einatmete und sich zu ihr umdrehte.
"Ich werde dich mein ganzes Leben lang lieben...." seine Stimme klang
ehrlich und ruhig "....dich, und keine andere." versprach er sanft
und schloss für einen flüchtigen Moment die Augen. Sie zog mit ihrer freien
Hand ein weißes Tuch hervor und gab es ihm schweigend in die freie Hand.
"Und ich dich.... dich, und keinen anderen. Auf ewig." flüsterte sie
liebevoll und lächelte kurz, als er erleichtert seufzte.
Der Pfarrer begann die
traditionellen Verse zu sprechen, während sich das vereinte Paar vor ihm
niederkniete. Er zeichnete das Kreuzzeichen auf seine Brust und sah kurz in
sein Buch "In nominis patris et filii et spiriti sancti." sprach er
monoton, während die beiden den Kopf senkten und andächtig der Ansprache lauschten.....
Spike kniff kurz die Augen leicht zusammen
und starrte misstrauisch auf den Bildschirm des Fernsehers. Plötzlich grinste
er breit und ließ sich zurück in die Couch sinken.
"Verrückte Jägerin..." lächelte
er schelmisch, als er endlich verstand was Buffy mit dem Bänderbinden gemeint
hatte.
Aileen blickte traurig zu ihrem blonden
Gott hoch und verzog etwas beleidigt die Lippen "Verdammte Romik, zur
Hölle!" schnauzte sie wütend und verschränkte ihre dünnen Ärmchen vor dem
Bauch.
Spike dachte unterdessen für einen Moment
darüber nach, wie es wohl wäre sie wirklich zu heiraten. Er, ....als Ehemann?
Eine Hochzeitszeremonie vor Gott und dem ganzen Kram.... Hier, in diesem Land,
das ihm so fremd und gleichzeitig so vertraut vorkam. In dem Land, in dem sein
Sire geboren und gestorben war... und er nun leben, altern und letztendlich
sterben würde.
Und plötzlich überkam ihn Panik. Davor,
irgendwann als alter Mann nur noch vor sich hin zu vegetieren oder was noch
viel schlimmer wäre.... ein menschliches Leben vor sich zu haben - ohne sie.
Kurz zuckte er zusammen, als er eine
winzige Hand in seiner fühlte.
Lächelnd blickte er auf und drückte
Aileens Hand ein wenig. Ja, wenigstens würde er mit dem Wissen abtreten, einen
Erben zu haben, der dann auch Kinder kriegen würde.... die alle einen Teil von
sich und Buffy weitergeben würden. Auf eine gewisse Art und Weise würden sie
ewig leben...
"Spike!" schrie Buffy panisch
und im nächsten Moment konnte er sie die Treppe herunterstolpern hören. Er
blickte unruhig auf und sein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen, als er
die vielen Tränenbahnen auf ihrer Wange sah. Sofort ließ er die kleine Hand in
seiner los und stand leicht schwankend auf. Ratlos stellte er sich vor sie und
deutete ängstlich auf ihren flachen Bauch.... "Was?" sagte er leise
und wischte ihr eine Träne von der zitternden Wange.
"Ich, ich hab drei Kilo abgenommen,
und...." sie yapste kurz panisch nach Luft und drückte die offene
Handflüche auf ihren Bauch "....und irgendwas stimmt nicht." wisperte
sie schluchzend und warf sich in seine Arme.
Spike nickte schnell und drehte sich zu
Aileen "Sag Aidan und Doreen, wenn sie zurück sind, dass wir zum Arzt
gefahren sind."
Ohne eine Antwort zu erwarten drehte er
sich mit Buffy im Arm um und ging zur Haustüre.
"Aber ich...." setzte das
Mädchen leicht perplex an, unterbrach sich jedoch selbst, da die Haustüre
bereits ins Schloss gefallen war. "....ich hab' Angst, wenn ich alleine
bin...." flüsterte sie leise, während sie dem Aufbrummen des Motors und den
quietschenden Reifen lauschte....
Ihre Augen waren panisch in den
weit entfernten Wald gerichtet. Sie hörte gar nicht zu, als der Soldat ihr
Todesurteil verkündete. Ihr Atem ging schnell und unregelmäßig, während sie sich
panisch in ihrer Umgebung umsah. Alle ihre Freunde standen vor ihr und regten
sich nicht. Sie sahen einfach nur zu... unbeteiligt und kalt waren ihre Blicke.
Beinahe verächtlich... dabei war sie eine von ihnen. Wieder starrte sie flehend
in den grünen Wald, der so weit entfernt schien wie nie. Doch so lange sie auch
hin sah... sie konnte ihn nicht entdecken. Ihren Mann - bestimmt wartete er
jetzt dort auf sie.
Einige Tränen flossen über ihre
blutige Wange und sie bekam Zweifel. Vielleicht hätte sie sich nie auf diese
Gefahr einlassen sollen. Nicht zu dieser grausamen Zeit in der es Liebenden
nicht gewährt war zu lieben....