Titel: Feels like Home

 

Autor: Anna, annawoerner[at]gmx[dot]net

 

Genre: Drama, Romantik

 

Zeit: Fortsetzung zu Crossroads.

 

Charaktere: Buffy, Spike, Scoobies

 

Inhalt: Spike plagen die Nebenwirkungen des Yala-Amuletts, doch er verschweigt es. Als Buffy plötzlich schwanger wird, bricht eine Reihe von Ereignissen los, die nicht nur die Beziehung der beiden in Gefahr bringt.

 

Teil(e): 58

 

Abgeschlossen: Ja

 

Wörter: 158930

 

Warnung: Gewalt, Angst und Sex. Ein wenig düsterer als Teil 1, aber hauptsächlich eine fröhliche Fiction.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 1 – Das neue Kapitel

 

Einige schwache Sonnenstrahlen fielen auf das weiße Bettlacken und ein sanfter Windhauch wehte durch den dunklen, schweren Vorhang, der den größten Teil des kleinen Zimmers abdunkelte. Plötzlich schoss ein kleines Mädchen im rosa Rüschchenkleid durch den hölzernen Eingang der Wanduhr und trällerte vergnügt vor sich hin. Eine schneeweiße Hand fuhr auf den Boden und packte zielsicher einen der schwarzen Springerstiefel. Selbiger flog in der nächsten Sekunde engelsgleich durch das Zimmer und krachte lautstark auf die Uhr, die sich mit einem letzten 'Morgenstund’ hat Gold im Mund' auf den Boden verabschiedete. Die Hand zog sich reaktionslos unter die Bettdecke zurück und leises Kichern zerschnitt die Ruhe.

 

"Sie wird dich umbringen." murmelte Buffy, die belustigt den genervten Ausdruck des Mannes neben sich beobachtete.

 

"Soll sie mal versuchen...." schnaubte Spike müde zurück und zog sich das große Kopfkissen über den Kopf. Buffy lächelte und zog die Bettdecke noch weiter hoch. "Komm schon, wach auf." säuselte sie mit verführerischer Stimme gegen das Kissen und strich unter den schwarzen Pullover, den Spike trug, seitdem er die "gottverfluchten Scheißtemperaturen" Irlands erkundet hatte.

"Verdammt Buffy." maulte dieser nur zurück und zog ihre Hand weg "Lass mich schlafen."

 

Die Jägerin grinste und schmiss sich unbekümmert auf den müden Mann neben sich. Spike stöhnte kurz überrascht auf und zog sich fragend das Kissen vom Kopf. Buffy lächelte und strich durch seine blonden Locken, die ihm wirr ins Gesicht hingen.

 

"Was willst du diesmal zu ihr sagen, mh?" grinste sie und strich ihm sanft über die warme Wange. "Die Nummer mit dem angeschlagenen Biorhythmus zieht langsam nicht mehr."

Spike rang sich ein verschlafenes Lächeln ab und küsste sie kurz auf die Stirn "Ich dachte eher an.... die Kuckucksuhr, in der noch nicht mal ein beschissener Kuckuck ist, hat die ungesunde Angewohntheit um sieben Uhr los zu philosophieren."

 

Sie nickte verständnisvoll und begann zärtliche Küsse auf seinem Gesicht zu verteilen. "Das kann aber auch Vorteile haben." kicherte sie vergnügt und strich ihm mit beiden Händen das schwarze Shirt über den Kopf. Spike hob grinsend die rechte Augenbraue und sah ihr gebannt dabei zu, wie sie seinen Bauch mit Küssen bedeckte. Er packte sie fest an den Schultern und drückte sie ihm nächsten Moment knurrend auf die Matratze. Buffy zog auf Kommando einen ihm wohl bekannten Schmollmund und starrte ihn fragend an. Doch im nächsten Moment stürzte er sich auf sie und unterdrückte den freudigen Aufschrei mit seinem Mund. Seine Zunge senkte sich tief in sie und entlockte ihr einen wohligen Seufzer.

 

Er grinste selbstsicher und zerriss im nächsten Augenblick plötzlich unbekümmert das rosa Top, das sie zum Schlafen trug. Seine Hand fuhr sanft über ihren entblößten Bauch und massierte selbigen lange. Spike lächelte und küsste sie erst sanft, dann immer fordernder. Sie krallte sich haltsuchend an seinen starken Armen fest und starrte ihn aus glasigen Augen an. Er knurrte leise, während sie seine Nackenhaare liebevoll kraulte. Spike lächelte und zog sie fest an sich.

 

"Spike ich....." setzte Buffy an, wurde jedoch von seinem Zeigefinger, den er sanft auf ihre Lippen drückte, unterbrochen.

 

"Ich weiß Liebes, ich kann es fühlen." lächelte er und küsste sie hart auf den Mund. Buffy zog seinen Kopf bestimmend noch näher zu sich und schlang ihr rechtes Bein verlangend um seine Hüfte......

 

"Guten Morgen, meine Äffchen!" flötete die dickliche Frau fröhlich, als sie die hölzerne Tür des Schlafzimmers aufriss. Buffy yapste erschrocken und starrte zu dem verwirrten Gesicht der Irin. Spike ließ sich genervt auf die Bettdecke zurücksinken, und funkelte die Irin wütend an "Verfluchte Scheiße, immer dasselbe!"

 

"Ich, ähm, es gibt Frühstück." stotterte Doreen verlegen und drehte sich mit hochrotem Gesicht von dem nackten Pärchen weg. Sie schloss die Tür kopfschüttelnd hinter sich und schwor sich nun endlich, sich diese seltsame Geste, ebenfalls anzugewöhnen. Das Anklopfen schien wohl doch schon weit verbreitet zu sein....

 

Buffy sah Spike versöhnlich an und im nächsten Moment prusteten beide gemeinsam los. "Nicht schon wieder." kicherte Buffy lautstark und schmiegte sich in die blassen Arme ihres Gegenübers. Aneinander gekuschelt lagen sie noch weitere zehn Minuten auf dem durchwühlten Bett, bis sich Buffy schwermütig aufraffte und zum Kleiderschrank torkelte. Schließlich konnte es verdammt ungesund sein zu spät zum Frühstück zu kommen.... es war schließlich die wichtigste Mahlzeit am Tag und bestimmt die tägliche Ration Energie, wenn man Frau Dr. Dr. Aileen O'Connor glauben schenken durfte. Spike seufzte unmotiviert und stieg ebenfalls aus dem gemeinsamen Bett. Nachdem Buffy sich ihren blauen Pullover übergezogen hatte, schlurfte sie zum Fenster und zog gähnend an den schweren Vorhängen, die Doreen vor einigen Wochen zur Sicherheit angebracht hatte.

 

Spikes erste Reaktion war, selbst nach sechs Wochen, sich ein schattiges Versteck zu suchen..... doch erinnerte er sich schnell an diese neue Lebensweise und trat in die Sonne. Er starrte gebannt auf seine Haut, auf der die Sonne immer diese seltsame Wärme hinterließ....

 

Buffy stand lächelnd vor ihm und beobachtete seinen Blick...... solche nachdenklichen Phasen hatte er in letzter Zeit öfter, und.... sie ließ ihn, denn sie konnte sich nur zu gut daran erinnern wie es war plötzlich wieder zu leben.

 

Vorsichtig schloss sie die Schlafzimmertür hinter sich und ging zum Esszimmer, aus dem es..... wie jeden Morgen seid genau 46 Tagen..... so herrlich nach frischen Brötchen, warmen Kaffee und diesem süchtigmachendem Gelee roch, das Doreen machte. Sie blieb einen Moment im Türrahmen stehen und beobachtete gerührt wie Doreen der Meute reichlich Essen auf die Teller schaufelte.... und nicht einmal daran dachte, sich hinzusetzen, bevor nicht alle hatten was sie wollten..... Dann war da noch Aidan, der seiner jüngsten Tochter ein Brötchen, mit Brombeermamalade bestrich und ohne nachzudenken extra noch mal aufstand um diese Schokostreusel zu holen, die sie so sehr liebte....

 

"Morgen, Leute." sagte Buffy fröhlich und trat in das urige Zimmer. "Morgen Buffster." quetschte Xander zwischen zwei Bissen in das..... extra importierte..... Erdnussbutter-Brötchen. Die Jägerin setzte sich auf den zweiten Stuhl, neben Aileen..... schließlich stand auf dem ersten in großen, roten Leucht-Buchstaben "RESERVIERT FÜR SPIKE" ....und wenn es eines gab, dass sie inzwischen gelernt hatte, dann war es das, dass man sich besser niemals mit einer O'Connor anlegen sollte.

"Und, wo bleibt Blondie?" fragte Xander und lächelte seine Freundin kurz an.

 

"Ich schätze er sieht seiner Haut beim Braunwerden zu." mutmaßte Buffy grinsend und nippte an der Tasse mit heißer Schokolade, die schon jeden Morgen mit einem dieser geringelten Snoopy-Trinkhalme und genau der richtigen Temperatur an ihrem Platz stand..... so warm um ihr dieses wohlige Gefühl im Bauch zu geben, aber nicht zu heiß um sich die Zunge verbrennen zu können..... und sie hatte Doreen noch nicht einmal danach fragen müssen, seltsamerweise wusste die Irin nämlich immer genau was sie gerade brauchte.....

 

Xander grinste wissend und blickte zu der Tür, durch die eben das Gesprächsthema hereinkam. "Morgen." schnaubte er müde in die Runde und ließ sich auf den Stuhl neben Buffy sinken.

"Guten Morgen, Spike." trällerte Aileen mit tellergroßen Augen und hielt dem Ex-Vampir eine, wie jeden Tag, extra zusammengesuchte Auswahl an Brötchen vor die Nase..... Spike hob seufzend die Augenbraue und fragte sich insgeheim, wieso dieses Mädchen ihm das halbe Sortiment der hiesigen Backwarenindustrie auf dem Teller präsentierte, wenn sie doch wusste, dass er jeden gottverdammten Morgen dasselbe aß.... und wie jeden Morgen, seid er in dieses Haus getreten war nahm er sich lächelnd zwei von ihnen, um selbige schließlich im Stillen an seine Banknachbarin weiterzureichen.....

 

Buffy lächelte bei diesem allmorgendlichen Ritual und drückte Spike einen dicken Kuss auf die bleiche Wange, bevor sie versuchte mit den, mindestens 87-mal abgestumpften Messern, das kleine Sesambrötchen aufzuschneiden. Schließlich setzte sich auch Doreen mit einem zufriedenen Seufzen auf einen der Holzstühle und blickte lächelnd zu der eingeschworenen Bande.

 

-

 

- Später an diesem Tag

 

Zaghaft berührte sie den kleinen, dunkelblauen Saphir, der an seinem Hals baumelte. Sie lächelte sanft und schlang ihre dünnen Arme um seine Hüfte.

"Alles in Ordnung?" wisperte sie an seinen Hals und schloss ruhig die Augen.

 

Spike lächelte abwesend und fuhr mit seiner rechten Hand durch ihre langen Haare. "Ja, es ist nicht so schlimm." flüsterte er und küsste sie auf die warme Stirn. Buffy nickte langsam und strich ihm vorsichtig über die hohen Wangenknochen.

 

"Wenn du da bist hört es manchmal auf." hauchte er und schlang seinen rechten Arm um ihre Hüfte, während er sich eine Zigarette ansteckte. Sie beobachtete traurig wie er einen tiefen Zug von der Marlboro nahm und die Schachtel in seine Manteltasche zurücksteckte. Vorsichtig berührte sie seine linke Hand mit ihrer und verhakte ihre Finger mit seinen. Sie blickte lächelnd zu ihm auf und folgte wieder seinem Blick, der starr auf ihre beiden Hände gerichtet war. "Dann werde ich für immer bei dir bleiben müssen." nickte sie sicher und drückte seine Hand fest.

 

"Genau, Liebes. Das musst du." lächelte er zustimmend und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. Er vergrub seinen Kopf tief in ihren Haaren, während sie ihre Arme fest um seinen Körper schlang. Sie sah ruhig aus dem Fenster. Gelegentlich spürte sie das Zucken, das durch seinen Körper fuhr und seinen unruhigen Herzschlag. Beruhigend strich sie ihm durch die blonden Locken "Ja, Spike.... ich werde für immer bei dir bleiben." Aileen stand stumm im Türrahmen und starrte mit ausdruckslosem Gesicht auf das Paar, das sich krampfhaft umarmte. Sie schniefte einmal kurz und rannte anschließend schnell die hölzerne Treppe hinauf. Durch das laute Knallen der Tür wieder ins Leben zurückgeholt blickten Buffy und Spike verwirrt durch die Tür.

 

"Aileen." wisperte Spike wissend und strich Buffy beruhigend über den Rücken. "Sie ist eifersüchtig." grinste er nach einigen Sekunden arrogant und sah Buffy lächelnd an. Selbige verdrehte ebenfalls grinsend die Augen und löste sich langsam von dem Vampir. "Dann geh doch zu ihr und tröste sie ein wenig." maulte sie gespielt beleidigt zurück und ging rückwärts aus der Küche. Spike blickte ihr leise lachend hinterher und folgte ihr schließlich.

 

"Und was habt ihr heute vor?" fragte Xander, der entspannt auf dem großen Sofa lümmelte und durch die Fernsehkanäle zappte. Buffy zuckte kurz mit den Schultern und ließ sich neben ihrem Freund auf das Sofa fallen. "Langweilig ist uns bis jetzt noch nicht geworden, oder?" grinste die Jägerin zu dem Ex-Vampir und sah anschließend ebenfalls zu dem Fernseher, nachdem Spike ihr keine Antwort gab. Xander grinste kurz bei den derzeitigen, sehr schlafzimmerzentrierten Unternehmungen, seiner Freundin, sah jedoch dann auch auf das Gerät.

 

Auf der Mattscheibe waren einige Rettungs- und Polizeiwagen zu sehen, die vor dem Wald, in der Nähe einer großen Höhle standen. Einige Sanitäter trugen gerade eine Trage heraus, auf der ein schwerverletzter Mann in den Wagen geschoben wurde.

 

"Wir berichten life von den Dunmore Caves, in denen nach Berichten von Touristen vor einigen Minuten schmerzvolle Schreie zu hören waren. Man fand diesen jungen Mann, schätzungsweise 23, schwerverletzt in den tieferen Gängen der bekannten Touristenhöhle. Ob es sich hierbei um einen Unfall oder um ein Verbrechen handelt ist noch unklar, wir werden sie jedoch auf dem Laufenden halten. Berichtet hat ihnen Fiona Tamory, life auf ITV." sagte eine dunkelhäutige Frau leicht fröstelnd in die Kamera. Das Bild wechselte in das hiesige Nachrichtenstudio.

 

Buffy blickte zu Spike auf, der nachdenklich über seine Wange strich. "Dunmore Caves, mh?" lächelte er abwesend und stand langsam auf. "Vielleicht war es wirklich ein Unfall." zuckte Xander mit den Schultern und zog einige Chips aus der orangenen Schüssel, die auf dem Tisch stand. "Du hast den Kerl schon gesehen, Harris?" motzte Spike und machte die Haustür im Nebenzimmer auf.

"Wohin gehst du?" fragte Buffy besorgt, doch Spike hatte die Türe längst hinter sich verschlossen. Xander zuckte mit den Schultern, als seine Freundin ihn fragend anstarrte und anschließend ebenfalls aus dem Haus verschwand.

 

"Hey, was ist denn?" flüsterte sie in sein Ohr, nachdem sie ihre Arme fest um seine Hüfte geschlungen hatte. Er zog tief von der entflammten Zigarette und lehnte sich lächelnd gegen ihre Brust. Langsam schloss sie ihre Augen und legte ihren Kopf auf seinen Rücken. "Keiner sagt, dass wir wieder dorthin müssen." flüsterte sie leise und küsste kurz seinen Hals. Spike lachte auf und drehte sich zu ihr um. "Also willst du nicht sehen ob ein Dämon seine Pranken im Spiel hatte?" Buffy blickte ihn betreten an und stierte dann lächelnd auf den Boden.... "Doch."

 

Er strich ihr liebevoll über die Wange und hauchte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn "Schon gut. Keiner hat gesagt, dass wir dem Jägerinnenbusiness auf ewig entkommen würden." Er zog von der angezündeten Marlboro und sah sie ruhig an, während er sich lässig gegen die Hauswand lehnte. Buffy legte ihren Kopf schief und betrachtete den blonden Mann vor sich verträumt. "Als ob du dich nicht auch nach einer kleinen Schlägerei sehnen würdest." grinste sie im nächsten Moment siegessicher und stellte sich, die Hände in die Hüfte gestemmt, vor ihn.

 

Spike öffnete seinen Mund, stoppte sich jedoch selbst und blickte Buffy verunsichert an. "Wenn du's so sagst, Jägerin." meinte er verwirrt und schüttelte mit nachdenklichem Gesichtsausdruck den Kopf...... Jetzt musste ihm diese Frau doch tatsächlich schon sagen, was er wollte und was nicht..... verdammt....... und das schlimme war - meistens hatte sie Recht.

 

"Du musst nicht mitkommen." flüsterte sie sanft. Spike lachte kurz und grinste verschmitzt in ihre Richtung "Und dir den ganzen Spaß alleine überlassen? Vergiss es, Jägerin."

 

"Also, noch eine kleine Dämonenjagd, bevor ich zurückfliege?" grinste Xander, nachdem beide wieder in das Wohnzimmer gegangen waren. Buffy nickte und setzte sich seufzend auf Spikes Schoß. "Sicher Harris, schließlich müssen wir deinen Abgang gebührend feiern." sagte selbiger kaltschnäuzig und wehrte aus Gewohnheit Buffys Ellebogen ab, der schon wieder im Begriff war sich warnend in seine Seite zu rammen.

 

"Ein Spike-freies Sunnydale.... das muss gebührend gefeiert werden." nuschelte Xander beleidigt vor sich hin und schob sich noch einen von den Paprikachips in den Mund. Spike blickte grinsend zu dem Handwerker und legte seinen Kopf auf Buffys Schulter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 2 - Kunst

 

Abends saßen die drei stumm in Aidans Wagen. Spike saß am Steuer und sah starr auf die dunkle Straße, die nur von den großen Scheinwerfern beleuchtet wurde. "Da vorne müssten sie sein." wisperte Buffy und zeigte kurz auf die kommende Ausfahrt. Spike nickte benommen und drehte das Lenkrad mit seiner rechten Hand. Das Auto fuhr auf den holprigen Feldweg und hielt schließlich auf der grünen Wiese, vor dem Höhleneingang. Spikes linker Arm war lässig aus dem Fenster des silbernen Mobiles gelehnt. Er zog ein letztes von der beinahe abgebrannten Zigarette und schnippte sie schließlich in das feuchte Gras. Der Schlüssel würde aus dem Zündschloss gezogen und er öffnete die Autotüre. "Also dann mal los." ächzte Xander, als er sich an dem vorgeklappten Sitz vorbeizwängte.

 

Der Ex-Vampir drückte die große Kofferraumtüre auf und öffnete die schwarze Reisetasche, in der sie die Waffen verstaut hatten. Er zog ein langes Schwert heraus, drückte Buffy die riesige Armbrust, Bolzen und einen Pflock in die Hand und gab Xander eine winzige Handaxt.

 

"Hast du nicht was vergessen?" fragte Xander und blickte auf die Waffe, die locker als Zubehör für den neusten Action-Man durchgehen könnte. Spike sah zu dem braunhaarigen Mann auf und zuckte kurz mit den Schultern...... bevor er ihm auch die zweite Miniaxt in die Hand drückte.

 

"Wow, danke. Vielleicht braucht der Dämon ja noch 'ne Maniküre, bevor ihr ihn umbringt." nörgelte Xander und schloss die Türe. Spike nickte stumm.... "Klar, tu das Harris." ......und fragte sich was das nun schon wieder sein sollte.... bestimmt eine von diesen neumodischen Foltermethoden, von denen er noch nichts wusste..... Das kam eben davon, wenn man sich Jahrzehnte lang auf die Präzisionsarbeit mit Nägeln spezialisiert hatte.

 

Spike ging nochmals zu der Beifahrertür, öffnete selbige und holte die zwei großen Taschenlampen heraus. Die anderen waren bereits am Eingang der Höhle und blickten auf das große Schild, auf dem feinsäuberlich "Höhlen wegen Polizeiarbeiten vorläufig geschlossen." stand. Spike lief auf die Beiden zu und warf ihnen die Lampen zu, bevor er das rotweiß gestreifte Absperrband auseinander riss.

"Mhm." kommentierte Xander schulterzuckend und lief hinter Buffy und Spike her.

 

"Meinst du, er ist noch hier?" wisperte die Jägerin und umgriff vorsichtig die Hand des Mannes neben sich.

 

"Das hoffe ich doch schwer." murmelte Spike und starrte konzentriert in die Dunkelheit. "Verfluchte Dunkelheit." stöhnte er genervt und kniff seine Augen zusammen. Buffy blickte unsicher zu Xander und hob schließlich ihre Taschenlampe in die Höhe.

 

"Klasse." nickte der Ex-Vampir und leuchtete in den großen Raum. "Ich kenne diesen Ort." flüsterte er mehr zu sich selbst und fuhr mit seiner Hand über das dunkelrote Trenngitter. Er schloss seine Augen und fasste sich kopfschüttelnd an seine Stirn. Der Calvar hatte ihn auf einen der dünnen Stalagmiten aufgespießt und im nächsten Moment in das eiskalte Wasser des breiten Becken geschmissen. Die Kälte hatte wie tausend Nadelstiche gegen seinen Körper gehämmert.

 

"Spike?" flüsterte Buffy vorsichtig und berührte ihn zaghaft an der Schulter. Selbiger schüttelte lächelnd den Kopf und ging in den nächsten Gang. Die Lampen an den steinernen Wänden waren alle ausgeschaltet und jegliches Licht, das aus vereinzelten Öffnungen kam erhellte den Stollen leicht. Die zwei grellen Lichter der Lampen kreisten wirr über den schwarzen Boden und Buffy sah unruhig hinter sich... "Vielleicht war das doch keine so gute Idee." Spike grinste kurz und boxte ihr spielerisch in die Seite "Du hast Angst, Jägerin."

 

Buffy schüttelte schnell den Kopf und schob trotzig ihre Unterlippe vor "Hab ich nicht." maulte sie zurück und legte schon mal einen Bolzen in den Abzug.

 

Plötzlich hörte die Gruppe hinter sich ein langes Scheppern und im nächsten Moment flog ein riesiger Felsbrocken auf die drei zu. "Duckt euch!" schrie Buffy überrascht und schmiss sich auf den Boden. Spike packte Xander, der wie erstarrt auf den Stein blickte, am Arm und schleuderte ihn neben Buffy. Mit geweiteten Augen drehte er seinen Kopf zur Seite und wollte sich ebenfalls ducken. Jedoch zu spät.

Der Stein knallte gegen Spikes Rücken und warf ihn hart gegen die Felswand. Er lag mit dem Rücken zur Wand und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die geprellte Seite. "Oh Gott..... scheiße verdammt." presste er hervor und ließ sich kraftlos zurückfallen.

 

Xander setzte sich verwirrt auf, wurde jedoch sofort wieder auf den Grund gedrückt, da eine ziemlich panische Jägerin hastig über ihn drüber krabbelte und sich zu dem platinblonden Mann kniete.

"Alles okay?" flüsterte sie besorgt und strich ihm sanft durch die weichen Haare. Stöhnend setzte sich nun auch Xander auf und tastete nach der erloschenen Taschenlampe. Schließlich fand er diese und leuchtete auf den, am Boden liegenden, Mann. Er kniete sich neben seine Freundin und sah etwas durcheinander zu ihm herab. "Danke." murmelte der ehemalige Handwerker leise und fixierte betreten einen Punkt an der Wand.

 

"Pass das nächste Mal besser auf, Harris." raunte Spike, als er sich langsam aufrappelte. "Was war das?" fragte er zu Buffy gerichtet, während er von ihr gestützt wurde um aufzustehen.

"Keine Ahnung." wisperte sie und nahm Xander unbekümmert die Lampe aus der Hand. Sie leuchtete in den tiefschwarzen Gang vor ihnen und ging einige Schritte nach vorne. Spike schnappte sich die zweite Leuchte und folgte der Jägerin. Sie betraten erneut den großen Raum, aus dem sie gekommen waren und starrten konzentriert in die Dunkelheit. Im nächsten Moment hörten sie einen wütenden Schrei hinter sich, gefolgt von einem panischen "Buffy!!" .....Xander rannte zu den Beiden und stellte sich ängstlich neben seine beste Freundin, die sofort in Kampfstellung gegangen war. "Da, da hinten!" fuchtelte er wie wild in die entgegengesetzte Richtung. Spike grinste freudig und zog das lange, silberne Schwert. "Na endlich."

 

-

 

 

"Sag mal, müsstest du ihm nicht eigentlich helfen?" merkte Xander gelangweilt an, als ein grünschuppiger Dämon an ihm vorbeigeflogen kam und hart mit dem Kopf auf der steinigen Wand aufschlug.

 

"Wieso denn?" fragte die Jägerin, die es nicht im geringsten als notwendig erachtete, diese nette Prügelei in der nächsten Zeit zu beenden.... sollte er sich doch endlich mal wieder etwas austoben.....

 

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"Na ja, da hinten kommen schon wieder zwei." zuckte der Handwerker mit den Schultern, als ein gewisser blonder Mann im Ledermantel unter freudigem Kampfgebrüll die Köpfe zweier hundeähnlicher Dämonen aneinander schlug.

 

Buffy sah ungerührt auf das Geschehen und lächelte selig, als Spike einen tadellosen Faustschlag in den Magen eines schwarzhaarigen Vampirs landete. "Ach, er schafft das schon." schüttelte sie unbekümmert den Kopf und beobachtete stolz, wie der laut lachender Ex-Vampir gerade dabei war einen, ohnehin nicht allzu groß gewachsenen Dämon grölend in den Boden zu rammen.

"Außerdem hab ich erst mal Urlaub." meinte Buffy mit gelangweiltem Blick und spielte gähnend weiter mit der schwarzen Taschenlampe.

 

"Wohl wahr...." seufzte Xander nickend und beobachtete müde, wie in monotonem 2-Sekunden-Abstand das runde Licht an der Wand an und aus ging..... "Buffy?" setzte er vorsichtig an und duckte sich im nächsten Moment reflexartig, als ein Dämonenkopf über ihm vorbei flog. "Mhm?" murmelte Buffy abwesend, während sie höchst konzentriert den schwarzen Knopf auf der Plastikoberfläche drückte.

 

"....Willst du wirklich wieder zurückzukommen?"

 

Die Jägerin sah überrascht zu ihrem besten Freund auf, wand ihren Blick jedoch schnell betreten wieder ab. "Ich weiß nicht...." lächelte sie tief einatmend und strich sich langsam eine Strähne aus dem Gesicht. "Ich....denke, ....nein." presste sie schließlich bedrückt hervor und sah schluchzend zu dem dunkelhaarigem Mann auf. "Xander, ich...."

 

Doch selbiger unterbrach sie indem er, auch den Tränen nahe, den Kopf schüttelte und sie schnell umarmte. Buffy schlang ihre Hände fest um den Mann vor sich und legte ihren Kopf schluchzend auf seine Schulter. "Ich wusste Giles würde es nicht verstehen."

 

"Ich weiß." stimmte er ihr schnell zu und versuchte nicht enttäuscht zu klingen.... denn insgeheim hatte er es gewusst. Als Buffy ihnen gesagt hatte sie würde in einem Jahr wieder zurück kommen, hatte er gewusst, dass sie log. Sie wollte hier leben. Für immer. "Weiß es Spike schon?" flüsterte er nach einigen Minuten des einvernehmlichen Schweigens. "Nein." antwortete sie ehrlich.

 

"Wir werden dich ganz schön vermissen." lächelte er traurig und ließ langsam von ihr ab. Er schluckte hart und atmete tief durch... "Aber ich verstehe dich." Buffy liefen die Tränen inzwischen in Strömen die Wangen hinab und sie umarmte ihren Freund erneut stürmisch. "Danke." wiederholte sie einige Male heulend und vergrub ihren Kopf tief in seinem grünen T-Shirt.

 

"Hey ihr zwei Turteltäubchen." unterbrach ein blutüberschmierter Mann die zwei mit gehobener Augenbraue und einem seligem Lächeln auf den Lippen. "Ich denke wir sind hier für heute fertig." verkündete er stolz und deutete mit dem rotgefärbten Schwert auf die Horde Dämonenleichen hinter sich. Buffy ließ langsam von Xander ab und sah grinsend zu dem blonden Mann auf. "Für heute, hah?"

Spike lachte kurz auf, zog die Jägerin plötzlich zu sich hoch und küsste sie stürmisch. Xander richtete sich, nach knapp zwei Stunden ungemütlichem *Höhlenboden-Sitzens*, stöhnend auf und blickte angewidert auf die vielen sauber abgetrennten Dämonenköpfe. "Das ist abartig." kommentierte er die Blut- und Staublache, die sich vor seinen Füßen ausbreitete.

 

Spike ließ kurz von der Frau vor sich ab und begutachtete die chirurgisch korrekt auseinandergeschnittenen Körperteile mit skeptischem Blick. "Nein, abartig ist es dich unter der Dusche singen zu hören. DAS ist Kunst." hatte Spike eine etwas andere Ansicht und wand sich schulterzuckend wieder der wichtigeren Sache zu.

 

Genau diese hatte unterdessen leichte Orientierungsprobleme, als Spike seine Zunge erneut gierig in ihren Mund drängte. Dankbar nahm sie am Rande wahr, dass er seinen rechten Arm wieder um ihre Hüfte schlang und sie somit am umkippen hinderte. Verdammt, vielleicht hätte sie ihn öfter mal auf Prügeleientzug stellen sollen.... das hatte ja ungemeine Auswirkungen. Spike lachte einige Male arrogant, als er ihre lustvollen Seufzer wahrnahm und zog sie noch etwas näher an sich. Xander verdrehte währenddessen genervt die Augen und schnappte sich eine der Taschenlampen. "Ich warte draußen." murmelte er schnaubend und stiefelte missmutig über die toten Dämonen.....

 

.......was eine gewisse, blonde Jägerin nicht wirklich mitbekam, da sie sich unter diesen Umständen generell nicht so ganz sicher war, wer dieser dunkelhaarige Mann überhaupt war, oder wie sein Name lautete..... was sie allerdings wusste war, dass Spike gerade lachend von ihr abließ. Ein verschmitztes Lächeln erschien auf seinem Gesicht während er mit seinen Händen ihre Oberarme packte und sie so gegen die steinige Wand drückte, dass er ihr in die Augen sehen konnte. Buffy konnte den festen Druck seiner Hände nur willkommen heißen, da ihr unter seinem durchdringenden Blick und der Tatsache, dass seine Augen so verdammt blau waren..... zunehmend die Knie schwächer wurden.

 

"Was willst du jetzt machen, Jägerin?" fragte er vollkommen gelassen und Buffy stellte bestürzt fest, dass er dazu seine unglaublich sexy-rauchige Stimme benutzte, die alleine schon ausgereicht hätte, sie dazu zu bringen ihm sabbernd die Kleider vom Leib zu reißen.

 

"Hh?" fiepste sie leicht perplex zurück, als sie benommen bemerkte, dass er nicht vorhatte sie wieder zu küssen.

 

"Sag mir was du jetzt machen willst." wiederholte er, für Buffys Geschmack viel zu ruhig, und grinste sie dreckig an. Verdammt, musste sie ihm das jetzt wirklich noch erklären? Sie schaute ihn an, als könnte sie nicht bis drei zählen und fühlte sich dann doch ziemlich unsicher als er seine Augenbraue abwartend in die Höhe hob. Buffy legte ihre Hände auf seine Schulter und schlang ihre Beine um sein Becken. Bestimmend zog sie ihn näher zu sich und hoffte, er würde ihre Geste verstehen.

 

"Sag es." ......war dies natürlich nicht der Fall, obwohl sie seine Ungeduld deutlich spüren konnte. Sie strich mit ihrer Wange lächelnd an seine und begann langsam an seinem Ohrläppchen zu knabbern "Spike." hauchte sie verführerisch und strich mit ihrer linken Hand unter seinen Pullover "Ich will....."

 

Weiter kam sie nicht, denn im nächsten Moment wurden beide brutal zur Seite geschmissen und knallten hart auf dem felsigen Boden auf.

 

"Was zum -" ....doch auch diesen Satz konnte sie nicht beenden, denn ein bärtiger zweimeterfünfzig Dämon packte sie grob an den Schultern und schmiss sie quer durch den Stollen. Schmerzvoll stöhnend richtete sie sich an der Wand auf und beobachtete mit geschockten Augen wie die Kreatur das Schwert aufhob und Spike damit an der Seite traf. "Pass auf!" ....schrie sie, etwa vier Millisekunden zu spät und rannte geschockt auf die Zwei zu. Doch schon einige Schritte später stoppte sie wieder, als Spike dem Dämon nach einigen gekonnten Schlägen ohne größere Probleme das Genick brach und ihn achtlos auf den Boden schmiss. "Wichser." schnaufte er angestrengt und blickte zu Buffy auf. "Also, kleine Jägerin...." lächelte er im nächsten Moment bereits wieder anzüglich und streckte seine Hand nach ihr aus. "Kommst du jetzt endlich, oder was?" Buffy lachte kurz auf und ging langsam auf den Mann vor sich zu. "Klingt gut." Sie wischte mit zwei Fingern über sein blutbeschmiertes Gesicht und lächelte kurz...... ehe die harte Faust eines weiteren Dämons gegen ihren Hinterkopf knallte..... "Verdammt noch mal!!" wirbelte sie sofort herum und ehe sich ihr Angreifer versah, hatte er ihren herrlich schwarzen Gucci-Stiefel zwischen den Beinen kleben.... "Siehst du nicht, dass ich gerade mit meinem Freund rede, du Idiot?" schrie sie wütend..... diese Dämonen heutzutage hatten wirklich keinerlei Respekt mehr.....

 

Spike grinste amüsiert, als sich Buffy mit geballten Fäusten auf den wimmernden Dämon stürzte und ihn einmal quer durch den Raum schleuderte. Mit einem äußerst stolzem Gesichtsausdruck sah der Ex-Vampir, wie sich Buffys kleine Faust hart in das Nasenbein ihres Opfers rammte und sie schnell zu der silbernen Waffe lief. Der Dämon schrie schmerzgepeinigt auf und nachdem die Jägerin noch einen fabelhaften Tritt in die Kniekehle des Gegners gelandet hatte, flog dessen Kopf auch schon zu seinen anderen Gefährten.

 

Sabbernderweise beobachtete Spike, wie Buffy noch einen festen Tritt in den abgetrennten Körper landete.... unterlegt von einem äußerst poetischen "Noch mal wirst du nicht dazwischen funken, du dreckiger Bastard!"

 

Im nächsten Moment packte sie jemand erneut an den Schultern und presste sie beinahe brutal gegen die Steinwand. Buffy schrie kurz überrascht auf und schlang ihre Beine fest um die Hüfte des Mannes vor sich. Ein tiefes Knurren entwich seiner Kehle, als er seine Zunge nun vollkommen aus der Fassung gebracht in ihrem Mund versenkte......

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 3 – Der Selbstzerstörungsknopf

 

"Da seid ihr ja endlich." nuschelte Xander, der an das Auto gelehnt war, leicht beleidigt, als Buffy und Spike aus der Höhle kamen. Buffy war mit dem Rücken an Spikes Brust gelehnt und kicherte leise. Der blonde Mann grinste verschmitzt und stellte sich, mit der Jägerin in seinen Armen, neben den Handwerker. "Spike wurde leicht verletzt, ich hab auch ein paar Prellungen abgekriegt....." erklärte Buffy ernst "....wir hatten ganz schön zu kämpfen." Spike nickte zustimmend und legte seinen Kopf leicht auf Buffys "Aber dann hat Buffy kurzen Prozess gemacht."

Die junge Frau lächelte verliebt zu dem Mann hinter sich "Ja, er hat ganz schön geschrieen."

 

Xander blickte seine Freundin verwirrt an und verzog anschließend angewidert das Gesicht. "Uahh... müsst ihr mir das so genau erklären?!" schrie er angeekelt und machte die Hintertür des Wagens auf. Spike und Buffy sahen sich fragend an "Häh?" sagten sie mit einem synchronen Schulterzucken unterlegt. Spike öffnete die Wagentüre und auch Buffy setzte sich seufzend auf den Beifahrersitz. "Das machen wir jetzt öfters, Jägerin." grinste der Ex-Vampir dreckig in ihre Richtung und ignorierte das jammernde "Oh Gott...." aus den hinteren Reihen.

"Mhm..." nickte sie grinsend und küsste ihn kurz. Spike drehte den Schlüssel lächelnd um und fuhr rückwärts den kurzen Feldweg entlang.

 

 

"Spike!" juchzte Aileen vergnügt, als der blonde Mann die Haustür öffnete. Das kleine Mädchen sprang sofort von der beigen Couch und rannte auf den leicht überrumpelten Ex-Vampir zu. Seine Versuche, sich hinter Xander zu verkriechen scheiterten, denn im nächsten Moment hing das 4-jährige Mädchen mit selig-ruhigem Lächeln an seinem linken Bein. "Ähm.... ja." lächelte er kurz und tätschelte zweimal seufzend auf den Kopf der Kleinen. "Okay, uhm... du kannst mich wieder loslassen." wiederholte er nach einigen Minuten gequält und blickte flehend zu seiner Freundin auf, die sich bereits diskret ins Wohnzimmer zurückgezogen hatte...... sie wollte dem glücklichen Pärchen ja nicht im weg stehen....

 

"Hast du den verdammten Dämonen kräftig in den Hintern getreten?" stemmte die kleine Irin ihre Hände in die Hüfte und blickte Spike unschuldig an.

 

"Ähm... ich denke schon?" antwortete Spike leicht perplex und machte einen Schritt Richtung Wohnzimmer. Natürlich wurde er auf halben Wege von Aileen gestoppt, die mit großen Telleraugen an seinem Mantel zog. "Nimmst du mich das nächste Mal mit?"

 

Spike hielt inne und hob das Mädchen kurzerhand auf seine Schultern. "Findest du nicht, dass du dafür noch etwas zu klein bist?" grinste er verstohlen, als er in das Wohnzimmer ging. "Du passt doch auf mich auf!" erinnerte ihn das Mädchen empört und hielt sich quiekend an dem schwarzen Lederkragen fest. Spike lachte leise und stupste Aileen kurz mit dem Zeigefinger auf die Nase. "Ja, ich pass auf dich auf." Das Mädchen lächelte verliebt und legte ihren Kopf auf die Schulter des Ex-Vampirs.

 

 

- Gegen vier Uhr Nachts

 

Ruckartig setzte er sich in dem weichen Bett auf und drückte mit beiden Händen stöhnend gegen seinen Kopf. Seine Lider kniff er hart zusammen, während sein Atmen langsam wieder kontrollierter wurde. "Bloody Hell....." stöhnte er nach einigen Sekunden kraftlos und ließ sich auf die weiße Matratze fallen. Er drehte seinen Kopf langsam nach links und lugte zu der schlafenden Frau, die eins der großen weißen Kissen fest an ihre nackte Brust drückte. Ein warmes Lächeln stahl sich schwerfällig auf seine Lippen, während er seine rechte Hand vorsichtig nach ihr ausstreckte. Er legte sie federleicht auf ihre erhitzte Wange und strich mit zwei Fingern die Konturen ihres Gesichtes nach, ohne selbiges wirklich zu berühren. Er schmunzelte verzaubert, als er sie ruhig beobachtete.... wie sie mit leicht geröteten Wangen und seligem Lächeln zusammengerollt da lag.... sie sah zufrieden aus, richtig glücklich.

 

Vorsichtig schlug er die Decke auf seiner Seite des Bettes zurück und hob das schwarze Shirt, das auf dem Boden lag, auf. Nachdem er es über seinen Oberkörper gezogen hatte, machte er leise die Türe auf und ging in den dunklen Gang hinaus. An der Haustüre angelangt, stoppte er am Gardarobenständer und zog die, vom Kampf leicht zerquetschte, Zigarettenschachtel aus der Manteltasche. Noch während er auf die Veranda zuging, steckte er sich eine zwischen die Lippen und öffnete die hohe Schiebetür.

 

"Ah, verdammt." fluchte er leise, als der kalte Windzug über seinen Körper strich.

 

"Du solltest endlich lernen, dich richtig anzuziehen." sagte ein gewisser Ire, ohne aufzuziehen, relativ emotionslos und rutschte ein wenig auf der Holzbank. Erst jetzt bemerkte Spike Aidan, der da so nachdenklich in der Dunkelheit saß und nahm dankend den Sitzplatz an.

 

"Lassen sie dich nicht schlafen?" fragte der rothaarige Mann nach einigen Minuten und sah zu dem Ex-Vampir auf, der gerade die Zigarette entflammte. Selbiger nickte lächelnd und stieß den Rauch aus.

"Ist es sehr schlimm?" murmelte Aidan leise und wand seinen Blick wieder auf die regnerische Landschaft. Spike zischte kurz lächelnd und machte gleichzeitig eine abwertende Handbewegung.

Aidan lächelte nickend und kramte in seiner Jackentasche ebenfalls nach einer kleinen Schachtel. "Weißt du...." setzte der Ire an "Ich hab das vor ein paar Tagen noch mal nachgeschlagen."

Spike blickte verwundert auf und lächelte bitter, als er seinen Kopf wimmernd zurückfallen ließ.

"Die Last der Welt.... Hh?" fragte Aidan ruhig.

 

Spike nickte geschlagen.... hatte er doch nie jemandem davon erzählen wollen. "Am Anfang war es harmlos." murmelte er und zog tief von der brennenden Marlboro. "Ich wusste wie Buffy fühlt.... wie ihr denkt und das alles...." er stieß den Rauch geräuschvoll aus und blickte in den glasklaren Himmel.

 

"Aber dann hat sich deine Wahrnehmung langsam geweitet." setzte Aidan fort.... und es war mehr eine Feststellung als eine Frage. "Hast du schon einmal daran gedacht..... naja...." er blickte den Ex-Vampir nachdenklich an "....es wieder runter zu nehmen?"

 

Spike seufzte kurz und zog ein letztes Mal von der Kippe, bevor er sie in dem Aschenbecher neben der Bank ausdrückte. "Nicht nur einmal." gestand er ruhig und strich sich kurz über die Stirn. "Aber ich könnte es nicht." er lächelte und blickte langsam zu dem Iren auf. "Niemals."

 

Aidan nickte und richtete seinen Blick wieder auf den großen Garten "Wegen ihr?" fragte er, doch eigentlich kannte er die Antwort schon.

"Das könnte ich ihr nicht antun." murmelte Spike und fuhr mit festem Druck über seine markante Wange.

 

Plötzlich strich etwas weiches an seiner nackten Wade und er zog sie reflexartig zurück "Was zur....." doch er stoppte sich selbst und grinste kurz, als er den kleinen Kater erkannte, der sich da so ausgiebig an seinem Bein reckte. "Verflucht Travers, ich hab dir gesagt, du sollst dich nicht immer so anschleichen." mahnte er spielerisch und zog die Katze auf seinen Schoß. Diese schnurrte genießerisch, als Spike langsam über dessen Fell strich. "Und was treibt dich so früh aus den Federn?" fragte Spike nach einigen Minuten.

 

Aidan blickte ernst zu Spike und zog seufzend die Augenbrauen zusammen "Doreen..... sie schnarcht so furchtbar." Spike blickte grinsend zu dem Iren und brach anschließend in schallendes Gelächter aus. Aidan stimmte nach einigen verwirrten Sekunden ebenfalls mit ein.... als er die Banalität darin erkannte.

 

"Wie viel weiß sie?" fragte Aidan, nachdem sie sich wieder einigermaßen unter Kontrolle hatten.

 

"Buffy?" zog Spike seine Augenbraue fragend in die Höhe und steckte sich eine zweite Kippe zwischen die Lippen. Der Ire nickte zustimmend und ließ sich ebenfalls Feuer geben. Spike schwieg einige Sekunden und zog noch mal lange von der brennenden Zigarette. "Ich hab ihr gesagt, ich könnte die....." er lachte kurz auf ".....Gefühle anderer erkennen."

 

Aidan lächelte deprimiert. "Du solltest es ihr sagen." Verständnislos sah Spike ihn an, nickte jedoch kurz darauf zaghaft.... "Ja, vielleicht hast du Recht."

 

"Wo warst du?" flüsterte Buffy leise, nachdem Spike die Schlafzimmertüre vorsichtig geschlossen hatte. "Rauchen." lächelte dieser bitter und kam langsam auf das gemeinsame Bett zu. "Mitten in der Nacht?" grinste Buffy etwas unbeholfen und rutschte unruhig nach rechts, damit Spike sich wieder hinlegen konnte. "Kein Wunder, dass du jeden Morgen so grummlig bist." schmunzelte sie und knubbelte vorsichtig an dem kurzen Ärmel von seinem T-Shirt herum.

 

"Warum bist du wach?" hauchte Spike lächelnd an ihr Ohr und küsste ihre Wange. Buffy seufzte kurz entspannt, als er einen Arm um ihre Hüfte schlang und sie fest zu sich zog. "Ich kann nicht mehr schlafen, wenn ich deinen Herzschlag nicht neben mir spüre."

 

Spike hielt inne und sah sie überrascht an "Ach nein?" Sie lächelte ihm bestätigend zu und begann verspielt durch seine blonden Nackenhaare zu kraulen. "Mh, mh..." schüttelte sie bestimmend den Kopf und legte ihre Stirn auf seine. "Und was machen wir jetzt?" hauchte sie verführerisch gegen seine Lippen und fuhr mit ihrer Zunge zaghaft über selbige.

 

Spike lächelte flüchtig und drückte ihr einen langen Kuss auf die warmen Lippen, bevor er sich auf die Matratze zurückfallen ließ. Buffy sah ihn verwundert an, schmiegte sich jedoch wenig später fest an ihn. "Was ist los?" murmelte sie bedrückt und sah ihn mit großen Augen an. Spike sah mit leeren Augen an die hölzerne Decke und atmete geräuschlos die lauwarme Zimmerluft ein.

 

Langsam begann er seinen Kopf zu schütteln und lächelte bitter. "Nichts, ich bin nur müde." flüsterte er nach einigen Minuten ruhig und zog sie noch etwas näher zu sich. Buffy gähnte herzhaft und drückte sich fest an seine warme Brust. "Ganz sicher?" nuschelte sie schon im Halbschlaf..... und wäre es nicht so dunkel im Raum gewesen, hätte sie die Träne in seinem Augenwinkel sehen können, als er sein Gesicht schmerzhaft verzog und ein seltsam emotionsloses "Ja." flüsterte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 4 - Geheimnisse

 

- Am nächsten Morgen

 

"Ganz alleine?" platzte 'Mama' Doreen beinahe vor Stolz, als Buffy den Bericht über die vergangene Nacht abschloss. "Yep, bestimmt vierzig." lobte Buffy mit vollen Backen und stopfte sich gleich noch zwei der ofenfrischen Kekse in den Mund.

 

"Ja klar....." maulte Xander, der sich absolut vernachlässigt fühlte..... Hey, wer hatte denn die Dämonen mit seinem messerscharfen 'Bösewichte-Such-Instinkt' ausfindig gemacht?!

"Er hat Recht!" pflichtete Aileen mit leuchteten Augen sofort bei und schenkte dem platinblonden Mann ihr *ich-vergöttere-dich* Lächeln. "Es waren bestimmt hundert!"

"Mindestens!" grinste der Ex-Vampir arrogant und knuffte das Mädchen kurz in die Seite.

 

"Sag mal, Doreen.... hast du noch was von diesem Gemüsedings, was du gestern gekocht hast?" schmatzte Buffy zufrieden und blickte die Irin fragend an. Selbige nickte glücklich.... herje, endlich wusste das Kind ihre Kochkünste zu würdigen.... und band sich sofort hektisch ihre blaukarierte Schürze um. Zufrieden schob sich Buffy die Reste ihres Kekses in den Mund und lächelte den Held des Tages fröhlich an. Dieser lehnte sich verstohlen zu der blonden Frau und küsste kurz ihre Wange "Seid wann magst du den Fraß?!"

 

Buffy zuckte unbekümmert mit den Schultern und drückte dem Ex-Vampir einen verlangenden Kuss auf die warmen Lippen. "Ich hab jetzt eben Hunger auf diese Eintopfsache, die sie da immer fabriziert." lächelte sie und schob ihren Stuhl noch etwas näher an seinen, um ihren Kopf selig schmatzend auf seinem Schoß zu platzieren.

Spike lächelte kopfschüttelnd und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Du bist total verrückt, Jägerin."

 

"Hast du schon gepackt?" fragte Aidan an den beleidigten Mann gegenüber von ihm gerichtet. "Ja, hab ich." antwortete Xander, mit einer Spur Traurigkeit in der Stimme, als er seinen Blick durch das gemütliche Esszimmer schweifen ließ.

 

"Und du bist sicher, dass du nicht noch hier bleiben willst?" murmelte Buffy und richtete sich wieder etwas schwerfällig auf.

 

"Ich würde ja...." lächelte Xander bitter "Aber das nächste Projekt steht an und ich will meine Arbeit nicht verlieren." sein unermüdliches Grinsen stahl sich wieder auf seine Lippen als er ruckartig aufstand. "Außerdem glaub ich nicht, dass ich ohne die tägliche Dosis Lebensgefahr noch leben kann."

 

Buffy lachte kurz, doch schon eine Sekunde später legte sich eine tiefe Besorgnis über ihr Gesicht, als sie ebenfalls aufstand "Passt bloß auf euch auf."

 

"Meine Güte, Jägerin....." warf Spike abschätzend ein "Die paar Monate werden sie ohne dich schon überleben."

 

Buffy blickte Xander traurig an und kämpfte mit den Tränen. Xander beobachtete sie kurz und umarmte sie anschließend fest. "Es ist in Ordnung, Buffy." flüsterte er an ihr Ohr. Gerade so laut, dass nur sie es hören konnte "Du musst endlich anfangen dein Leben zu leben.... und....Spike ist der Richtige für dich." er verdrehte kurz grinsend die Augen "Du hast das Recht glücklich zu werden."

 

Spike hob neugierig die Augenbraue und versuchte andächtig dem zu lauschen, was seine Freundin dazu brachte einen neuen Ozean in das Esszimmer der O'Connors zu heulen. Verflucht.... gerade jetzt wünschte er sich seine vampirischen Instinkte zurück.

 

Einige Minuten später lösten sich die beiden Freunde schluchzend von einander und blickten etwas beschämt in die Runde, die sie ziemlich verständnislos anstarrte. Buffy lächelte Spike etwas schüchtern an und strich ihm vorsichtig über die Wange "Ich erzähl's dir später."

 

Spike nickte leicht verunsichert, hatte jedoch nicht viel Zeit zu grübeln, da ihm im nächsten Moment fest in die Wange gekniffen wurde und eine, leicht kochwütige, Irin einen riesen Topf auf den massiven Tisch knallte. "Ihr seid so mager, Kinderchen!" begründete sie die Riesenportionen, die sie sogleich an die Scoobies austeilte. Spike und Xander rümpften beide etwas skeptisch die Nase, bei dem Anblick der dunkelroten Pampe, die sich da auf ihren Tellern ausbreitete. "Das ist alles deine Schuld!" zischte er selbstmitleidig zu seiner Tischnachbarin.

 

Buffy schien es erstaunlicher Weise gut zu schmecken, wie der Ex-Vampir schnell feststellte. Und auch er bemerkte nach dem ersten zaghaften Versuch, dass das Essen durchaus lecker war.

Nachdem die Bande das Essen innerhalb weniger Minuten restlos weggefuttert hatten, lehnte sich Buffy mit geschlossenen Augen stöhnend in den Stuhl zurück und strich kurz über ihren randvollen Bauch. "Das war zu gut." jammerte sie etwas wehleidig und schielte belämmert in die Gruppe, die sie nur schadenfroh ansah.

 

"Ach Kind, das kannst du wirklich vertragen." sah Doreen das etwas anders und klopfte der blonden Frau zweimal kräftig auf den Bauch....

 

.....was Buffy dazu veranlasste einmal kräftig zu husten, Spike panisch anzuschauen und dann hektisch aus dem Zimmer zu rennen. Die Irin sah zuerst ihre Hand verwundert an und dann die offene Tür "Ist sie immer so empfindlich?" fragte sie etwas verunsichert in die Gruppe.

 

Xander und Spike sahen sich kurz nachdenklich an, bevor der Ex-Vampir langsam aufstand und auf die Tür zuging "Ich seh’ mal nach ihr."

 

"Hey, alles okay?!" fand Spike die Frage selbst ziemlich unsinnig, da Buffy gerade mit ziemlich bleichem Gesicht über der Toilettenschüssel hing. "Ich hab’s wohl einfach ein wenig übertrieben." rang sich Buffy ein dünnes Lächeln ab und schmiegte sich fest an Spikes Brust, nachdem sich selbiger zu ihr auf die Fließen gesetzt hatte. Der blonde Mann strich mit leichtem Druck über ihren Bauch und küsste kurz ihren Hals.

"Das oder die Resteverwertung ist mal wieder mit Doreen durchgegangen." grinste er, als er daran dachte wie gut die Irin Verfallsdaten übersehen konnte.

 

"Das wird’s sein." stimmte Buffy dem vollkommen zu und legte ihre Hand nachdenklich auf seine. Einige Minuten saßen beide so dort, bis wieder etwas Farbe in ihr Gesicht zurückkehrte und Buffy mit Spikes Hilfe aufstand. "Wir müssen langsam losfahren." stellte sie nach einem kurzen Blick auf die Wanduhr fest und torkelte zu der Badezimmertür.

 

"Kommt ihr endlich?" kam auch prompt Xander auf sie zu. "Geht’s wieder?" grinste er, bei dem etwas belämmerten Gesichtsausdruck seiner Freundin und stellte zwei große Koffer in den Flur.

 

"Muss ja...." stöhnte Buffy und lehnte sich haltsuchend gegen den Türrahmen. Spike verdrehte lächelnd die Augen und nahm die zierliche Frau vor sich kurzerhand auf die Arme. Diese yapste erschrocken, kuschelte sich jedoch schnell zufrieden an seine Brust.

 

Xander ging grinsend hinter den beiden die Treppe herunter und stellte die Koffer im Eingangsbereich ab.

 

"Also....." atmete er tief durch und drehte sich mit traurigem Blick zu der irischen Familie um. Aidan klopfte dem jungen Mann kurz fest auf die Schulter und umarmte ihn schließlich unbekümmert. "Grüß mir die Anderen und gib das doch bitte Rupert." nickte er abschließend und drückte Xander einen monströsen Wälzer über 'Magie in der Vorzeit' in die Hände. Der Handwerker grinste kurz und schüttelte lachend den Kopf "Ich hab mir schon gedacht, dass er die Lücke in seiner Bildung nicht lange dulden wird."

 

Er wand sich zu dem kleinen rothaarigen Mädchen, das allerdings nicht einmal daran dachte ihre wertvolle Zeit damit zu verschwenden ihn in jeglicher Art zu verabschieden...... schließlich war ein gewisser, platinblonder Mann doch tatsächlich schon wieder auf dem besten Wege sie alleine zu lassen! "Spike, nimm mich mit!" quengelte sie und zupfte weiter monoton an Spikes Mantel.

"Sieh mal Alexander, Aileen will dir auch zuwinken dürfen." rief Aidan dem blassen Mann in Doreens unbarmherziger Umarmung verzückt zu.

 

"Ach mein kleiner Schnuffelbär!" schluchzte die völlig losgelöst, "Komm uns doch wieder mal besuchen, vergiss die Kekse nicht und denk bloß daran dich warm anzuziehen, hörst du?"

"Ja, werde ich!" presste er mit leichtem Sauerstoffmangel, trotz der sehr südlichen Temperaturen in Sunnydale, hervor und versuchte den schadenfrohen Blick des platinblonden Mannes zu ignorieren.

 

"Wir müssen dann los, Doreen." zeigte Spike schließlich doch Erbarmen, nachdem sich Xanders Pupillen gefährlich verdreht hatten.

 

"Herje...." schnäuzte sie einmal kräftig in ihr blaues Taschentuch und richtete noch kurz die Kleidung des dunkelhaarigen Mannes.

 

"Ich werde sicherlich mal wieder herkommen." besänftigte Xander das nervenschwache Gemüt der Irin und drückte ihr einen kleinen Kuss auf die Wange "Vielen Dank für alles.... das waren eine der schönsten Wochen in meinem Leben."

 

"Achja?" kommentierte Spike die erste Aussage etwas perplex und verabschiedete sich mit einem enttäuschten Seufzen und hängenden Schultern von den 318 hilfsjägerfreien Tagen....

 

"Du solltest es ihm endlich sagen." grinste Xander und klopfte dem Ex-Vampir wissend auf die Schulter. Buffy nickte beipflichtend und richtete ihren Blick auf das Anhängsel, das die Blutzufuhr in Spikes Bein wohl ziemlich heftig unterbrach. "Kann sie mit?" grinste sie zu den Eltern. Aidan nickte nur kurz und Buffy griff nach ihrem beigen Cordmantel. "Also, gehen wir."

 

Spike dagegen, blickte immer noch ziemlich verwirrt auf den Fleck wo eben noch Xander gestanden hatte. Er schüttelte kurz den Kopf und lief, mit Aileen am Bein, aus der Tür "Hey, was soll sie mir sagen?!"

 

-

 

"Mach's gut." schniefte Buffy, nun ebenfalls völlig aus der Fassung gebracht, in Xanders Pullover, den sie notdürftig als Taschentuch benutzte. Spike grinste belustigt bei dem Anblick der sonst so beherrschten Jägerin und wand sich verstohlen zu seiner kleinen Lästerfreundin "Was meinst du wie sie erst losflennen wird, wenn wir hier wieder weggehen." bemitleidete er sich sicherheitshalber schon mal im Voraus..... höchstwahrscheinlich war es nämlich sein Mantel, der dann als Rotzfahne herhalten müsste.....

 

Aileen kniff ihre Augen geschockt zusammen und sah den blonden Mann neben sich verständnislos an, bevor sie aufsprang und mit vollen 130 Dezibel über den Flughafen brüllte "Aber Puffy hat gesagt, dass ihr für immer hier bleibt!!"

 

Spike beachtete die vorbeilaufende Menge, die ihn verachtend anstarrte, nicht im Geringsten und drückte dem Mädchen unbekümmert die Handfläche auf den Mund. "Wirst du ruhig sein?" mahnte er mit erhobenem Zeigefinger und nahm seine Hand wieder weg, nachdem sie genickt hatte.

 

"Das hat sie gesagt?" flüsterte er verstohlen und strich dem verstörten Mädchen kurz zärtlich über die rosige Wange. Aileen schlang ihre dünnen Ärmchen um seinen Hals und blickte ihn unschuldig an "Es ist ein Geheimnis!"

 

Sofort hob er interessiert seine vernarbte Augenbraue und blickte das zierliche Mädchen skeptisch an "Sie hat dir etwas gesagt das ich nicht wissen darf?" ....pfff....das war ja mal wieder ganz toll.... "Erzählst du es mir trotzdem?"

 

Aileen blickte sich verstohlen um und begann dann mit vorgehaltener Hand in sein Ohr zu flüstern "Sie will mit einem Boot zu hohen Steinen fahren und dir da ein Band um die Hand wickeln!"

"Achja?" na, das war ja gut zu wissen.....

 

"Ja! Und Mel Gibfon hat einen verflucht scharfen Körper!" fügte sie wie selbstverständlich hinzu.

 

"Gibfon, hm?" stutzte Spike kurz, bevor sich ein wissendes Lächeln auf seinen Lippen ausbreitete.....

 

"Genau!" hauchte sie geheimnisvoll in sein Ohr "Aber das darfst du nicht weitersagen, sonst muss Puffy ein Loch graben." erinnerte sie sich noch ziemlich genau an die Wortwahl ihrer blonden Mitbewohnerin.

 

"Ein Band?" wiederholte Spike nur so zur Sicherheit noch ein, zwei Mal... und fragte sich ernsthaft welche Sex-Spielchen die Jägerin da schon wieder mit ihm vorhatte.... und auch noch auf hohen Steinen..... "Tsss, so ein Luder." grinste er schelmisch und blickte dann das rothaarige Mädchen wieder verschwörerisch an "Seid wann redet ihr über so was?"

"Wir haben es im Fernsehen gesehen. Da hat ein Mann mit langen Haaren einer Frau im Wald auch ein Band gegeben!"

 

"Hh?" war Spike nun doch etwas erstaunt "Ihr habt euch das im Fernsehen angesehen?!" ...vielleicht sollte er mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden. Wie zum Teufel kam sie dazu ohne ihn Pornos anzuschauen?

 

"Der Flug 460 von Dublin nach Los Angeles wird in wenigen Minuten starten. Boarding an Gate B10." kam die Durchsage im nächsten Moment aus den Lautsprechern an der Decke.

"Also dann, Harris." nickte Spike dem dunkelhaarigen Mann einige Male zu.

 

"Spike." stellte sich Xander mit ernstem Blick vor den Ex-Vampir und stellte den Koffer neben sich. "Also dann...." schnauften beide etwas unbeholfen und umarmten sich schließlich..... natürlich gefolgt von einigen, äußerst maskulinen Klopfern auf den Rücken..... man war ja nicht irgendwie schwul veranlagt, oder so...... Letztendlich grinsten sie sich kurz an und Spike drückte ihm einen der Koffer in die Hand "Jetzt hau endlich ab."

 

Xander nickte lachend und schnappte sich auch die zweite Tasche. "Na denn...." lächelte er bitter und strubbelte dem Mädchen neben Spike noch mal kurz durch die roten Haare. "Machs gut, Aileen."

 

Buffy schniefte noch mal tief und drückte sich an Spikes Seite "Bring's ihnen schonend bei." lächelte sie zu Xander und griff kurz nach dessen Hand.

"Ja, mach ich." versprach er ihr sofort und schulterte die Tasche. "Wir besuchen euch bestimmt bald." rief er den beiden Zurückgelassenen noch zu, bevor er dem Mann am Schalter sein Ticket in die Hand drückte und in dem Gang zum Flugzeug verschwand.

 

Buffy drehte sich langsam in Spikes Umarmung um und strich ihm kurz über die Wange. Er sagte nichts, aber er lächelte sie warm an und küsste sie kurz auf die Stirn..... schließlich wusste er was sie jetzt sagen würde.

 

"Spike...." sie atmete tief durch und legte ihre rechte Hand auf die Stelle wo sein Herz schlug "Ich will hier bleiben." flüsterte sie nach einigen Sekunden und sah ihn mit großen Augen an. "Für immer."

 

"Ich weiß." lächelte er und fuhr mit einer Hand durch ihre langen Haare. Buffy sah ihn verwundert an "Achja?" hauchte sie fragend und löste sich ein wenig von ihm. Spike grinste frech und wackelte kurz mit seiner Augenbraue "Ich bin nicht bescheuert, Jägerin..... wer bleibt schon ein Jahr in einem fremden Land, um dann wieder abzureisen." sagte er schulterzuckend und ging dann einige Schritte von ihr weg.

 

"Uhm, okay...." lächelte sie "Aber warum hast du dann immer -"

 

"Mach schon Jägerin, sonst kommen wir zu spät zu.... ähm.... diesem Ding." winkte Spike schnell ab und packte sich das rothaarige Mädchen, das die Szene kichernd verfolgt hatte. "Psst!" legte er seinen Zeigefinger grinsend auf ihren kleinen Mund und ging aus dem Flughafengebäude. Buffy blickte ihm kurz verwirrt hinterher, bevor sie den Beiden missmutig folgte.

 

Vor dem Flughafen stiefelte sie schmollend zu dem großen Jeep, der auf der linken Hälfte des Parkplatzes stand. Dort verfrachtete Spike grade das fröhlich quiekende Mädchen auf die hintere Sitzbank des Wagens und kramte dann kurz in seiner Manteltasche.

 

"Du hättest mich fragen sollen." murmelte er, ohne auch nur aufzusehen. Buffy lächelte ansatzweise und stellte sich vor ihn "Ich weiß...." sagte sie leise und beobachtete ruhig wie er sich wieder eine Zigarette zwischen die Lippen steckte.

 

"Ich hatte Angst, dass du weg willst." flüsterte sie und suchte seinen Blick, während er den Tabak entflammte.

 

"Dann wäre das meine Entscheidung gewesen, Buffy." antwortete er ernst und sah sie endlich an. Buffy nickte resignierend und nestelte zaghaft lächelnd an seinem Mantel herum. "Dann willst du also auch hier bleiben?" flüsterte sie beinahe tonlos und blickte unruhig in seine eisblauen Augen.

 

Er lächelte flüchtig und zuckte anschließend kurz mit den Schultern "Ist ganz nett hier." grinste er schließlich frech und drückte ihr einen kleinen Kuss auf die Wange.

 

"Nett?" sagte sie leise und versuchte nicht allzu enttäuscht zu klingen. Spike zog grinsend von der Zigarette und blies ihr in Zeitlupentempo den Rauch ins Gesicht "Ich will hier bleiben, Liebes." meinte er ruhig und vollkommen ernsthaft. Amüsiert beobachtete er, wie sie mit der rechten Hand hustend vor ihrem Gesicht herumwedelte ".....Bei dir."

 

Dann schluchzte sie, während ihre Schultern kaum merklich zu zucken begannen. Spike sah sie stumm an.... und lächelte. Dann schloss er seine Arme fest um ihren zarten Körper. Er wiegte sie sanft hin und her und drückte ihr einen Kuss auf die Haare. Begleitet von einem tiefen Atemzug schloss er seine Augen und prägte sich ihren vanilligen Duft und das Gefühl ihres warmen Körpers in seinen Armen tief ein. Das Gefühl, wie sie ihre dünnen Finger in seinen Nacken legte und dort eine blonde Locke um ihren Finger zwirbelte. Langsam strich er über ihren Rücken und vergrub seinen Kopf in ihrer Halsbeuge.

 

Dann öffnete er seine Augen wieder. Blickte in ihr gerötetes Gesicht.... und fand, dass sie noch nie schöner ausgesehen hatte, als in diesem Moment. Er lächelte verträumt, während er ihr sanft eine Träne wegwischte "Wir zwei, Liebes.... für immer."

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 5 – Herzschlag

 

"Komm schon Buffy, mach endlich die verdammte Tür auf!" hämmerte Spike entnervt gegen die Badezimmertür. "Wenn du nicht in exakt 30 Sekunden vor mir stehst werd ich reinkommen, verlass dich drauf!" .....das war natürlich gelogen. Würde er diese alte Familientür auftreten, würde er wahrscheinlich seines Lebens nicht mehr froh werden..... naja, das oder die nächste Wäsche würde 'aus Versehen' eingehen.....

 

Langsam ließ er sich an der hölzernen Tür auf den Boden herabsinken und atmete einmal tief aus. Er legte seinen Kopf auf die angewinkelten Knie und schloss seufzend die Augen. "Buffy, bitte!" sagte er nun etwas versöhnlicher und strich sich völlig fertig über die Stirn. Sie war jetzt schon 45 geschlagene Minuten da drin...... "So schlimm kann es doch gar nicht sein......"

 

...doch das konnte es. Buffy lächelte bitter. Sie saß mit einem weißen Handtuch umwickelt auf den weißen Fließen und starrte mit tränengefüllten Augen auf die zwei Striche, die sich da so fies und unbarmherzig überkreuzten. "Verdammt." jammerte sie fassungslos und wischte sich kurz über die nasse Wange.

 

"Buffy!" tönte es wütend von draußen und Buffy zuckte kurz zusammen. Sie schniefte zweimal, bevor sie sich langsam hinlegte. Ihr Kopf ruhte auf ihrem linken Arm und sie schloss langsam ihre Augen, während ihre rechte Hand langsam zu ihrem Bauch wanderte. Ein winziges Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus, als sie mit dem Daumen gedankenverloren über das weiße Frottetuch strich.

 

Einige Minuten lang legte sich eine tiefe Stille über den kleinen Raum, bis plötzlich ein Knacken an der Türe zu hören war und selbige lautstark aufgerissen wurde. Spike stand grinsend im Türrahmen und hielt eine von Buffys Haarklammern in der Hand.... oder zumindest das, was von ihr übrig geblieben war, denn anscheinend wurde sie während der letzten Minuten grob zu niederen Diensten missbraucht.

 

"Dru hatte mal einen Fabel für antike Sachen. Wenn ich eines kann, dann ist das Schlösser knacken." sagte er stolz und kam auf die Frau zu, die mit geschlossenen Augen am Boden kauerte.

Sein Gesicht nahm besorgte Züge an, als er sich langsam zu Buffy niederkniete. "Du kannst mir alles sagen, Liebes." flüsterte er und zog sie von den kalten Fliesen auf seinen Schoß. Sie bekam tellergroße Augen und starrte ihn an, als würde die Welt untergehen. Dann begann ihr Kinn zu zittern und sie schlug die Hände vor ihre Augen. Ihre Schultern fingen an zu zucken und ein unterdrücktes Schluchzen kam über ihre Lippen, während sie sich an seinen Körper warf. Sie begann bitterlich zu weinen und krallte sich an seinem schwarzen Pullover fest.

 

"Liebes... was..." er drückte sie fest an sich und strich ihr langsam über den Rücken. Ihr sonst so starker Körper wirkte gebrechlich und schwach in seinen Armen. Seine blauen Augen sahen verzweifelt zu ihr herab und er fragte sich was so schlimmes passiert sein konnte. „Was ist los?"

 

Buffy hielt kurz den Atem an und kämpfte tapfer gegen die aufkommenden Tränen. Dann ließ sie von ihm ab. Setzte sich vor ihn und sah ihn an. Schluchzend und vollkommen aufgelöst. Ihre Hand griff hinter sich und mit einem tiefen Atemzug legte sie den weißen Stab vor ihn.

 

Er blickte für einen Sekundenbruchteil auf den Boden. Dann sah er sie wieder an. Ruhig und emotionslos. "Ist es das was ich denke?"

Buffy lächelte traurig und sie wollte nach seiner Hand greifen, doch er wich verwirrt zurück.

 

"Ja." krächzte sie heiser und wischte sich zeitgleich über die Wange, auf der schon wieder dutzende Tränen ihren Weg zum Boden suchten.

 

Langsam hob er seinen Kopf und auch Buffy blickte ihn an...... und sie würde sicher nie mehr, in ihrem ganzen Leben nicht, diesen Blick vergessen. Die Art, wie er sie ansah - geprägt von Unglauben, Angst, Überraschung und tiefem Glück. Bis zum Ende ihrer Tage würde sie sich genau daran erinnern, wie sich eine winzige Träne den Weg über seine Wange bahnte, als er lächelnd "Ich werde Vater?" flüsterte.

 

Eine riesige Dankbarkeit erfasste Buffy, als Spike langsam nach ihrer Hand griff. Sie nickte erleichtert und legte seufzend ihre Hand auf seine. "Wir kriegen ein Kind." hauchte sie plötzlich ohne jegliche Zweifel an dieser Tatsache. Er umfasste ihr Gesicht mit beiden Händen und lächelte ebenfalls. Dann küsste er sie. Überwältigt und glücklich pressten sie ihre Lippen aufeinander und umarmten sich innig.

 

Grinsend ließen sie etwa zehn Minuten später voneinander ab und er legte seine Stirn auf die ihre. Dann lächelte er in typischer Manier und biss sich frech auf die Unterlippe. Buffy sah ihn verwirrt an, als er das Handtuch zur Seite zog. "Darf ich?" flüsterte er beinahe schüchtern und blickte sie mit blitzenden Augen an.

 

Buffy nickte sicher und stützte sich auf ihren Ellenbogen ab. Vorsichtig zog Spike das weiße Handtuch von ihr. Er zischte kurz bei dem Anblick ihres nackten Körpers. Dann küsste er sie langsam und sanft auf den Mund und wanderte schließlich tiefer. Buffy legte ihren Kopf schwer atmend in den Nacken und presste ihre Lippen fest aufeinander. Mit seiner Zunge fuhr er langsam über ihr Kinn zu ihrem Hals, biss sanft in selbigen, und küsste sich dann langsam seinen Weg hinab zu ihrem Busen.

 

Buffys Finger krallten sich leicht in das zu Boden gerutschte Handtuch und sie stöhnte kurz auf, als er langsam an ihrer linken Brust saugte. Sobald er an ihrem Bauch angelangt war, hielt er inne und grinste sie kurz an, bevor er sein Ohr langsam auf ihren Bauch legte. Lächelnd schloss er seine Augen und umfasste ihre Taille mit beiden Händen. Buffy legte ihren Kopf schief und ihre Augen wurden leicht glasig, als er überwältigt den Atem anhielt. Seine linke Hand wanderte tiefer und ruhte federleicht auf ihrer Hüfte. Schließlich schloss auch Buffy ihre Augen langsam, während er begann mit seinem Daumen sanft auf ihren Beckenknochen zu klopfen. Stetig ließ er seinen Finger auf ihre zarte Haut fallen und Buffy versuchte sich jeden kleinen Schlag fest einzuprägen. Ein sanftes Lächeln umspielten ihre Lippen, als Spike jedes Klopfen mit einem kleinen ‚Bumm’ unterlegte und somit den Herzschlag des Kindes nachahmte. Sie konzentrierte sich vollkommen auf dieses Gefühl und es war beinahe, als könnte sie das Schlagen des kleinen Herzens selbst spüren.....

 

"Bumm, bumm. Bumm, bumm."

 

Nach einigen Minuten stoppte er und atmete noch mal tief, bevor er seine Augen wieder öffnete. Etwas benommen hob er seinen Kopf und blickte grinsend auf die Frau, die ihn leicht benebelt ansah. Wortlos umfasste er die silberne Kette und zog das kleine Amulett aus seinem Pullover. Buffy nickte verstehend und strich ihm sanft über die Wange "Und?" keuchte sie etwas heiser und legte ihre Stirn an seine "Heißt das, du willst es?" fragte sie schüchtern und fand den Anblick, des blauen Saphirs in diesem Moment ziemlich fesselnd....

 

Spike lächelte und drückte ihr Kinn mit zwei Fingern so weit nach oben, dass sich ihre Nasenspitzen federleicht berührten.... "Ich will das hier." er küsste sie kurz "Ich will dich..... und ich will uns...." hauchte er mit tiefer Stimme an ihren Mund..... und bevor Buffy eine Beschwerde über seine Einstellung, von wegen ‚Wenn ich dich will, muss ich das wohl in Kauf nehmen’, äußern konnte legte er seine Hand auf ihren nackten Bauch und lächelte verschmitzt "Uns drei."

 

Dann küsste er sie wieder. Innig und leidenschaftlich. Er strich mit seiner Zunge kurz über ihre Lippen und fand schließlich Einlass in ihren wundervoll warmen Mund. Buffy strich mit ihren langen Fingernägeln sanft unter seinen Pullover und Spike hob automatisch die Arme, damit sie ihn über seinen Kopf ziehen konnte. Sie wimmerte kurz, als sich ihre Lippen für einige Sekunden trennten, doch schon im nächsten Moment presste er seinen Mund mit erneuter Intensität auf ihren. Träge ließen sie sich auf die kalten Fliesen fallen und für einen kurzen Moment kam Buffy in den Sinn, dass die Türe noch offen war und jemand sie in dieser, doch eher eindeutigen Position vorfinden könnte. Vielleicht wäre es ratsam sich in ihr gemeinsames Zimmer zurück zu ziehen, oder zumindest....

 

"Haaahhh...." yapste sie erschrocken auf, als er mit seiner rechten Hand langsam an der Innenseite ihres Beines entlang fuhr. Spike lachte kurz und begann sanft ihren Oberschenkel zu massieren. "Ohh...Gott..." wimmerte sie laut, als er schließlich an dem Scheitelpunkt ihrer Schenkel ankam. Sie schloss überwältigt die Augen, als er begann sanft über ihren sensibelsten Punkt zu streichen und ihr Kopf fiel daraufhin willenlos in den Nacken.

 

Spike legte seinen Kopf langsam in ihre Halsbeuge und hauchte beruhigende Küsse auf ihren Hals. Dann hob er ihn wieder und küsste kurz ihre Nasenspitze. "Schau mich an...." raunte er mit tiefer Stimme an ihre bebenden Lippen und küsste selbige kurz.

 

"Hh?" fiepste Buffy leicht orientierungslos zurück und verkrampfte eine Hand in seinem Nacken.

 

"Ich will sehen was du fühlst." lächelte er matt. Buffy nickte benommen und zog seinen Kopf langsam zu ihrem. Ihre Hände wanderten zu seinen Schultern und er legte sich mit voller Länge auf sie. Sein Gesicht bettete sich wieder auf dem ihren. Buffy wand sich stöhnend unter ihm und ihre Finger krallten sich immer fester in seine Schulter. "Spike....." keuchte sie mit brüchiger Stimme, während sie ihm standhaft in die eisblauen Augen blickte.

 

Er lächelte wissend und antwortete sogleich auf die unausgesprochenen Worte. "Ich dich auch, Liebes. Ich liebe dich auch."

Dann kam sie. Intensiv und leidenschaftlich. Und sie wusste, dass das neue Leben in ihrem Bauch ebenfalls fühlen konnte, was sie in diesem Moment fühlte...... Glück, Zufriedenheit..... und tief empfundene Liebe.

 

-

 

"Hey!" schimpfte sie aufgebracht, als er einfach so die Chipsbällchen-Tüte auf den Boden stellte. "Ich muss jetzt für zwei essen." jammerte sie und griff mit ihrer Hand, über ihn hinweg, auf den Boden..... naja, zumindest hatte sie das vor gehabt.... "Ah, ah... ah!" grinste er und legte ihren Arm bestimmend neben ihren Körper. "Das ist nur eine Ausrede damit ihr Frauen euch nicht mehr zurückhalten müsst." stellte er mit seinen äußerst ausgeprägten Fachkenntnissen über schwangere Frauen fest und küsste sie kurz.

 

Buffy überlegte einen Moment, ob sie jetzt beleidigt sein sollte, beschloss aber dann, dass sein muskulöser Oberkörper viel zu gut roch, als dass sie sich jetzt davon trennen könnte.

Spike lächelte kurz, als sie sich noch etwas näher an ihn schmiegte und ihr Bein über seine legte. Verträumt fuhr er ihr mit seiner rechten Hand durch die blonden Haare und küsste selbige einige Male.... "Du, Buffy?" setzte er an und zwirbelte eine blonde Locke um seinen Zeigefinger.

 

"Mhm?" nuschelte sie leicht abwesend, als sie seinen absolut einmaligen Geruch tief in sich einzog. Spike hob kurz seine Hand und fand, dass er seine Fingernägel eigentlich mal wieder schwarz lackieren könnte..... ob man so was in diesem Kaff wohl auch kriegen könnte?..... "Was denn?" fragte sie noch mal und drehte ihren Kopf auf seiner Brust so, dass sie ihn ansehen konnte.

Spike lächelte kurz und strich mit seinem Daumen über ihre Wange "Wenn wir das durchziehen wollen...." setzte er an und fand das Heile-Welt-Lächeln, dass sich bei seinen Worten auf ihr Gesicht legte, einfach bezaubernd. "....ich meine das mit Irland, ...und jetzt dem Kind."

 

Buffy nickte kaum sehbar und sah ihn mit großen Augen an. "Dann muss ich mir wohl oder übel 'nen Job suchen." .....das, oder er würde eben mal schnell in die Staatsbank einbrechen.... aber das musste er ihr ja jetzt nicht auf die Nase binden.....

 

Sie sah ihn an. Dann grinste sie breit und begann zu kichern. Spike zog etwas in seiner Ehre, als zukünftiges Familienoberhaupt, gekränkt seine vernarbte Augenbraue in die Höhe und blickte skeptisch auf die, inzwischen laut lachende Jägerin. "Was zur Hölle ist jetzt so lustig?" raunte er beleidigt und verschränkte demonstrativ seine Arme vor der Brust......

 

"Naja...." kicherte Buffy und schielte mit Tränen in den Augen zu ihm hoch. "Die Tatsache, dass William der Blutige... für das Kind von ihm und der Jägerin jobben will......" sie warf ihren Kopf zurück und lachte lauthals..... und auch Spike stimmte nur wenige Sekunden später in das Gelächter ein...... die Situation war wirklich absolut absurd..... und doch irgendwie.... vollkommen richtig.

"Ich mein's ernst." sagte er nach einigen Minuten ruhig und fasste nach ihrer Hand. Buffy verstummte sofort, als er sie so durchdringend ansah und legte ihre freie Hand auf seine Wange "Ja, ich weiß."

 

Spike nickte kurz und blickte sich nachdenklich in dem kleinen Zimmer um.... "Und vielleicht sollten wir über 'ne eigene Wohnung nachdenken."

 

Ihr Mund verzog sich zu einem schmalen Lächeln, während sie ihren Kopf seufzend auf seinen Schultern bettete "Du wirst ja richtig sesshaft." grinste sie kurz und blickte ihn für einige Sekunden an.

 

Spike atmete geräuschvoll aus und verzog sein Gesicht missmutig "Verdammt.... du hast Recht." Sie lachte laut auf und küsste seine Wange "Beschissenes Gefühl, hm?.... nach einem Jahrhundert Tod, Verderben und der Entdeckung der verschiedensten Kulturen, muss sich der arme Spike mit seiner schwangeren Freundin in Irland niederlassen." sie verzog ihr Gesicht schmollend und schnippte kurz verdeutlichend mit dem Finger.

 

Spike lächelte ruhig und strich ihr durch die langen, blonden Locken "Leider nicht, nein." Dann legte er sich zurück auf die Matratze und zog sie an seine Seite. "Wir leben in einer riesigen Villa.... du weißt schon, die coole Sorte Villa. Riesiger Garten, direkt am Meer.... umgeben von Bäumen." er hob seine Hand und zeigte weitschweifend durch das sonnendurchflutete Zimmer. "Wir sitzen dann den ganzen Tag in dem großen Whirlpool, während Rambo den halben Garten zerlegt."

 

Buffy öffnete ungläubig ein Auge und schielte zu dem, leicht abschweifenden Mann, hoch "Du willst unser Kind Rambo nennen?" ...seltsamerweise würde sie das nicht einmal wundern....

"Der Hund, Liebes." verdrehte Spike abschätzend die Augen.... tz, als ob er seinen Sohn Rambo nennen würde. Sicher.... Spence, Spud oder Murph.... aber Rambo?

 

"Ob der wohl mit Travers auskommt?" dachte Buffy laut und strich nachdenklich über den akkuraten Fingernagel ihres rechten Daumens.

 

"Keiner kommt mit Travers aus." erinnerte sie Spike schnell und schweifte dann wieder zurück in seine Traumfamilie. "Du wirst den ganzen Tag nackt rumlaufen." bestimmte er schnell, bei einem verhaltenen Blick unter die Decke und strich kurz über ihre herrlich weiche Schulter. "Und nachts gehen wir dann mit Spike Junior auf Jagd."

 

"Spike Junior geht auf Jagd?" grinste sie kurz und stellte sich lächelnd den 'verflucht coolen' Jungen vor, der mit wehendem schwarzen Mantel und peroxydblonden Haaren "Bloody Hell!" schreien würde. "Sicher...." grinste er freudig "Ganz der Papa eben."

 

Buffy lächelte schon mal im Voraus ganz verzückt und strich mit zwei Fingern seufzend über die glatte Haut seines Oberkörpers "Und was hat er von mir?" murmelte sie selig, als sie mit ganzer Hand über seine angespannten Muskeln fuhr.

 

Spike atmete kurz tief ein und schloss genießerisch die Augen, als sie feuchte Küsse auf seine Bauchdecke drückte. "Für seine zukünftige Freundin hoffe ich, deine Fähigkeiten im Bett." keuchte er ungeniert und fing sich sofort einen tödlichen Blick ein. Langsam setzte sie sich auf und blickte ihn skeptisch an. Spike öffnete verwirrt ein Auge und zog seine Augenbraue in die Höhe, als er ihren wütenden Blick sah. "Was?"

 

"Das ist das Erste, was dir einfällt?" zischte sie ungläubig und verschränkte die Arme vor der Brust. Spike verdrehte grinsend die Augen und setzte sich auf. "Das war das Erste an das ich dachte, als du an meinem Bauch runter gerutscht bist." lächelte er und wackelte anzüglich mit seiner vernarbten Augenbraue.

 

"Das Erste, an das ich denke..... wenn ich dich anschaue sind deine stechend grünen Augen und die Beschaffenheit deiner Haut." Er strich unterstreichend über ihr Dekolletee und küsste ihre rechte Brust.

 

"Das Erste, an das ich denke, wenn du mich küsst ist die Gewandtheit deiner Zunge und wie mich der Geschmack deiner Lippen um jeglichen Verstand bringt." Buffys Gesicht hellte sich langsam auf, während er mit drei Fingern durch ihre Haare strich.

 

"Dann denke ich daran, wie wundervoll deine Haare duften." er vergrub sein Gesicht tief einatmend in ihren Locken und küsste daraufhin ihre Stirn.

 

"Jedes Mal wenn du kämpfst, frage ich mich, wie eine derart zarte Frau so verflucht stark sein kann." er strich über ihren festen Oberarm und küsste anschließend an ihm herab. "Doch dann zeigst du es mir, luv. Jede Nacht aufs neue, beweist du es." seine Lippen verzogen sich zu einem verdorbenen Grinsen, während er an ihrem Bauch entlang tiefer glitt.

 

Buffy seufzte kurz und ließ sich geschlagen auf das Bett zurück fallen. Spike grinste arrogant und legte sich über sie. Er schob die Decke langsam zur Seite und küsste sich den Weg, über ihren Bauch, zu ihrem Mund entlang. Buffy atmete wohlig, als er seine weichen Lippen auf ihre presste und schlang ihr rechtes Bein um seine Hüfte...... verdammt, waren sie nicht eben noch bei dem Hund Rambo gewesen? Kurz dachte sie darüber nach, wie er es jedes Mal unbemerkt schaffte auf anstößige Themen zu wechseln.... doch dann spürte sie sein Bein zwischen ihren Schenkeln und beschloss diesen Gedankengang auf weniger schlüpfrige Zeiten zu vertagen.

 

"Spike?" presste sie schließlich brüchig hervor und zog ihn bestimmend zu sich. "Mhm?" nuschelte er leise, während er sanft in das weiche Fleisch ihrer Brust biss. Buffys Augen verdrehten sich unkontrolliert, während sie ihren Kopf zurückfallen ließ. "Meinst du, wir schaffen das?" stöhnte sie abgehakt und drückte seinen Kopf mit sanftem Druck tiefer.

 

"Sicher." raunte er mit rauchiger Stimme und biss sanft in ihren Hals. Er legte sich grinsend mit voller Länge über sie und küsste sie leidenschaftlich. Ihre Zungen trafen sich hart in ihrem Mund und strichen mit festem Druck übereinander, während sie ihre Beine um seine Hüfte schlang. "Und...." sie atmete abgehakt und öffnete ihren Mund überwältigt "...und du willst wirklich hier weg ziehen?"

 

Spike stoppte kurz und drückte seine Stirn ruhig auf ihre. "Ich weiß nicht. Wir können nicht ewig hier bleiben." hauchte er an ihre brennenden Lippen und küsste selbige mit Nachdruck.

 

"Aber.... hahhh...." sie fiepste kurz auf, als er ihr Becken fest an ihres drückte. "....aber Doreen hat gesagt, wir können hier bleiben." Dann verdrehte sie ihre Augen schwer atmend und legte den Kopf auf die zerwühlte Bettdecke. Er lächelte kurz und verhakte beide Hände mit ihren. Buffy öffnete ihre Lider wieder und sah ihn kurz verwirrt an, als er ihre verschlungenen Hände neben ihren Kopf drückte. "Lass, ....lass es uns später klären." flehte er leise und blickte sie schweigend an. Buffy nickte schnell und zog seinen Kopf zu einem weiteren, verlangendem Kuss herab. Sie winkelte ihre Beine an und presste sie fest gegen seine Hüfte, als plötzlich "Ach du meine Güte!" durch die heimischen Gänge hallte.

 

Spike stoppte abrupt in seiner Bewegung und blickte skeptisch auf die Frau unter sich "Buffy?" fragte er mit dunkler, sehr ruhiger Stimme.

 

"Ja?" atmete sie panisch ein und versuchte sich aus seinem, inzwischen schmerzlich festen, Griff zu lösen.

 

Er wand sein Gesicht ganz nah zu ihrem und durchbohrte sie mit seinen stechend blauen Augen. "Sag mir, dass du den dummen Test mitgenommen hast." drohte er seelenruhig und drückte ihre Finger nochmals fester auf die weiße Matratze. "Ich...." stockte sie automatisch, als er sein Becken wieder energisch gegen ihres drückte "Ich dachte du hättest...." wimmerte sie flehend und versuchte ihn wieder zu sich zu ziehen.

 

"Du dachtest also, ich würde deinen Test mitnehmen?" fragte er kaltlächelnd und zog seine Hüfte ein Stück zurück. Buffy nickte jammernd und schenkte ihm ihren besten Dackelblick. Doch zu ihrer Bestürzung zeigte ihr Schmollmund diesmal absolut nicht die erwünschte Wirkung, denn er löste sich sofort von ihr. "Da hast du verflucht falsch gedacht!" raunte er missmutig und wickelte sich wütend das weiße Laken um die Hüfte.

 

"Spike, bitte?" versuchte sie es noch mal und setzte sich ebenfalls auf. Ihre geschickten Finger wanderten augenblicklich in seine tieferen Regionen, während sie ihn unschuldig anlächelte..... doch diesmal schien er wirklich sauer zu sein, denn er schlug ihre Hand raunend weg und griff nach seiner schwarzen Jeans. "Eins sag ich dir Jägerin." brummte er und warf ihr den blauen Rock vom Fußboden auf den Schoß. "Wenn sie jetzt wieder ihre ‚Mami-Attacke’ ausleben will, bin es verdammt noch mal nicht wieder ich, der herhalten wird!" raunte er wütend, während er den Ledergürtel schloss und in seiner Manteltasche nach Kippen suchte.

 

"Scheiße!" brüllte er ungläubig und schmiss die leere Schachtel gegen die Holzwand. Er griff nach seinem Pullover und blickte die nackte Frau auf dem Bett abschätzend an "Hast du von meinen Kippen genommen?" fragte er seelenruhig und lächelte sie wartend an.

 

Buffy senkte ihren Blick belämmert und knubbelte dann verstohlen an dem Zipfel ihres Rockes herum. "Es war sowieso nur noch eine drin." ......und nach den aneinander gereihten Pleiten an diesem Abend hätte er mindestens sechzehn gebraucht.....

 

Er verdrehte kurz die Augen und atmete noch einmal tief durch, bevor er sich den Pullover überzog.

 

Buffy sah schuldig auf ihre Finger, die sie über ihren Schoß gelegt hatte und zuckte kurz zusammen, als Spike die Tür hinter sich zuschlug. Dann vernahm sie ein überaus fröhliches "Mein Schnuppelchen wird Vater!" aus dem Gang und ein darauf folgendes "Aber nicht mehr heute, verdammt!"

 

Sie verzog missmutig das Gesicht und zog die weiße Bettdecke über ihren nackten Körper, während sie sich zurück in das aufgewärmte Bett kuschelte. Sie stieß den angehaltenen Atem aus und legte ihre Hand auf den flachen Bauch. Dann lächelte sie leicht und strich mit dem Daumen über die warme Haut "Er meint es nicht so, Spike Junior." versicherte sie dem zukünftigem Dämonenjäger leise und schloss langsam ihre Augen. Dann öffnete sie sie wieder und blickte verstohlen unter die Bettdecke. "Hoffentlich hast du dein Temperament von mir."

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 6 – Hohe Erwartungen

 

Eigentlich hätte er es wissen müssen. Als ob sie einfach so freiwillig mit Aidan einkaufen gehen wollte. Er hätte merken müssen, dass da etwas dahinter steckte..... verflucht.... "Und das muss da hin, siehst du?" .....ja, er hätte es wirklich wissen müssen. Sie hatte immer irgendetwas vor, wenn sie sich so unschuldig auf ihre süße Unterlippe biss und ihm dann mit ihren Fingernägeln über die Narbe strich. "Und wenn du das da rüber ziehst, kannst du es problemlos fest binden." Verdammt, warum hatte er es nicht gemerkt? Aber hey, was zu spät war, war zu spät. Sie konnte sich jedenfalls schon einmal auf was gefasst machen.... ohja, das würde eine verteufelt lange Nacht werden.... "Aber bloß nicht zu fest! Das kann große Schäden nach sich ziehen!" Jetzt galt es erst einmal einen Weg aus dieser Hölle zu finden. Nur so leicht würde das gewiss nicht werden.... er durfte seinen Gegner keinesfalls unterschätzen.... "Man kann natürlich auch einfach welche kaufen, aber die sind immer noch am bequemsten." .....achja? War sie vielleicht in den letzten Tagen mal mit so einem Ding rumgelaufen? Er kratzte gelangweilt an dem frischen Lack auf seinem Daumen herum und hob skeptisch eine Augenbraue, als die Frau vor ihm stolz das perfekt zusammengeknotete Tuch hoch hielt. "Rosa?" war das einzige was er sagte, bevor er seinen Blick wieder auf seinen Nagel senkte.... verdammt, da hatte er eine kleine Stelle übersehen.... "Naja, ihr könnt ja dann noch entscheiden ob ihr Blau oder Rosa nehmt." sagte sie hochkonzentriert, während sie noch kurz an dem Stoff zog.

 

"Schwarz." kommentierte Spike und seine Stimme duldete absolut keine Widerrede....... was der Irin irgendwie entgangen sein musste, denn sie blickte, einem Nervenzusammenbruch nahe auf und fuchtelte mit dem rosanen Tuch vor ihm herum "Du kannst deinem Kind doch keine schwarze Windel umbinden!"

 

Spike blickte für einen Sekundenbruchteil auf..... zuckte mit den Schultern und nahm dann wieder den kleinen Pinsel in die Hand..... "Schwarz." wiederholte er noch mal ruhig und malte über die vergessene Stelle.

 

Doreen atmete die angehaltene Luft ruhig aus und schüttelte dann fassungslos den Kopf. Doch dann blickte sie den blonden Mann, der lässig auf dem breiten Stuhl lümmelte, lächelnd an und wand sich schließlich verzückt seufzend wieder der zartrosanen Windel zu. "Ihr könnt natürlich auch Höschenwindeln nehmen." philosophierte sie ungerührt weiter und zog kurz an dem doppeltgefalteten Bündchen. "Die kann man sogar waschen."

 

"Ist das wahr." brummte Spike missmutig und griff nach der Flasche, die neben seinem Stuhl stand. "Darauf sollten wir anstoßen." er öffnete die Flasche und setzte sie an seinem Mund an "Auf die waschbaren Windeln!"

 

-

 

"Meinst du, er ist sehr böse auf mich?" fragte Buffy, während sie eine Packung Knuspermüsli in den Einkaufswagen packte. Aidan blickte kurz aus der Zeitung auf und lächelte augenrollend "Du hast schon gehört, was er uns hinterher geschrieen hat?"

 

Buffy seufzte missmutig und lehnte sich an dem hohen Regal an..... eigentlich fand sie ja schon immer, dass die Worte 'Ich werde dich umbringen' viel zu überschätzt wurden.....

"Brauchen wir Apfelsaft?" rief sie über den halben Supermarkt, nachdem die bemerkt hatte, dass ihr Begleiter irgendwie abhanden gekommen war. "Nein." gähnte Aidan herzhaft und griff nach zwei Packungen "Aber wenn ich keinen mitbringe, wird sie wieder böse." zuckte er verhalten mit den Schultern und strich auch den dritten Punkt auf dem kleinen Zettel durch.

"Kannst du eigentlich schon Windeln binden?" fragte er nach einigen Minuten, während er verzweifelt in den Gängen nach Bananenpudding mit Schokostreuseln suchte.... "Nein." war Buffy unterdessen an dem Eisregal und schaufelte die verschiedensten Sorten in den Einkaufswagen. "Aber das hat ja auch noch Zeit." .....und eigentlich war sie ja schon immer der Ansicht, dass das Männerarbeit war. Aidan schluckte die Frage, warum sie dann unbedingt wollte, dass Spike es lernt, herunter und blickte mit nachdenklichem Gesicht wieder in die Zeitung.

"Wo sind die Zigaretten?" fragte Buffy schulterzuckend, als sie schließlich auch die letzte Packung Erdbeereis in den Wagen legte. "An der Kasse." murmelte der Ire, ohne aufzusehen und lief langsam der blonden Frau hinterher.

 

"Haben wir alles?" lugte Buffy noch mal kurz auf die Einkaufsliste und griff währenddessen nach einer neuen Packung Waschmittel für Schwarzes. Ohne eine Antwort zu erwarten, nahm sie Aidan den Zettel aus der Hand und spähte kurz auf das Ende. "Sieht so aus." nickte sie abschließend und verstaute den Zettel in ihrer Jackentasche. Buffy schob den vollbeladenen Wagen an die Kasse und legte dort gleich mal zwei Stangen Versöhnungs-Zigaretten auf das Abrollband. Aidan lächelte bitter, während er die Sonderpackung Küchenrolle auf das Band legte und blickte gebannt auf die Kippen. "Die hat Ryan auch immer geraucht." murmelte er abwesend und legte für sich selbst noch eine Schachtel Billigzigarren auf die Ladefläche.

 

"Hh?" fragte Buffy, ohne den Mann anzusehen, während sie sich interessiert das Prospekt der nächsten Woche anschaute..... mhmmm.... Apfelkirschtorte im Angebot.....

"Ach nichts." lächelte Aidan und legte den Rest des Einkaufs auf das schwarze Band.

 

-

 

"Genau. Jetzt da rüber ziehen." wies Doreen lächelnd an. Spike zog seine linke Augenbraue angespannt in die Höhe und knotete dann das rechte Ende des Tuches fest..... natürlich nicht zu fest, schließlich könnte das Tuch davon Schäden bekommen, oder wie war das noch gleich? "Was meinssu Jack?" lallte Spike grinsend zu der, bereits dritten Flasche, Jack Daniels und hob das doppelgeknotete Tuch stolz in die Höhe. "Sieht doch schon mal nicht schlecht aus." lächelte Doreen etwas gezwungen und seufzte dann, als Spike die 'Windel' beleidigt auf den Tisch schmiss "Scheiße!" schrie er und ließ sich wieder auf den Stuhl fallen.

 

Die Irin verdrehte kaum sehbar die Augen und griff nach dem Stoff. "Schau mal, du hast es hier nur zu weit reingezogen." zeigte sie ihm und lockerte den Knoten etwas. "Eigentlich war es richtig." nickte sie überzeugt und kniff dem blonden Mann kurz in die Wange. "Mein Schnuppel ist eben ein Naturtalent!" flötete sie keine Sekunde später voller Mutterstolz und legte Spikes Erstling vor ihn.

"Siehssu Jack?" grinste Spike frech und zeigte auf die einwandfreie Windel "Das kannssu nich'!" Sein Gesichtszüge verhärteten sich von der einen Sekunde auf die andere und er legte sein Gesicht langsam auf den Tisch.

 

Doreen sah verwirrt auf den ehemaligen Vampir herab und tätschelte kurz seine Schulter. Er bettete seinen Kopf auf den Armen und ließ sie zum ersten Mal, seid sie in dieses Haus getreten waren, gewähren. "Alles in Ordnung?" fragte Doreen leise und beobachtete unsicher, wie die Schultern des Mannes kaum merklich zu zucken begannen. Langsam stand sie von dem Stuhl auf und blickte noch einmal kurz zu Spike, bevor sie in die Küche ging. Keine Minute später kam sie mit einer schwarzen Tasse in der Hand in das Esszimmer und stellte selbige vor ihn.

Spike sah verwirrt auf und starrte auf die Tasse. Dann lächelte er dünn und blickte die Frau vor sich dankbar an. Sie schob ihm die Tasse in die Hände und setzte sich neben ihn. Sah ihn an und lächelte ebenfalls. "Du hast Angst." stellte sie fest und beobachtete ruhig wie er einen Schluck aus der Tasse nahm. Spike grinste kurz und machte eine abfällige Handbewegung. Dann sah er sie an und wollte eigentlich sagen, dass er nie Angst hatte, dass jemanden wie ihn, der schon alles gesehen hatte, auch nichts mehr erschüttern konnte..... doch er tat es nicht. Stattdessen nickte er.

"Vor dem Kind?" fragte sie weiter. Spike atmete kurz tief durch und nippte noch einmal an dem Kaffee. "Nein, vor mir." sagte er mit brüchiger Stimme und begann wieder an dem schwarzen Lack rumzukratzen. "Ich weiß nich', ob ich das alles schaffe."

 

"Das wirst du." sagte sie und ließ absolut keinen Zweifel an ihren Worten. Spike lächelte kurz und stand etwas schwankend auf. "Weissu.... nur weil meine Organe jetzt wieder arbeiten, hab ich mich nich' verändert." er deutete mit ernstem Gesicht auf sein Herz und hielt sich währenddessen an dem Geschirrschrank fest. "Ich bin niemand, der Windeln wechselt." er rutschte langsam an dem ebenen Schrank herab und untersuchte seine Manteltasche nach der neuen Kippenschachtel. Doreen lächelte schmal und stand ebenfalls auf. Dann kniete sie sie sich zu dem ehemaligen Vampir herab und sah ihn stumm an. "Wir hatten ähnliche Zweifel, als...." ihre Augen nahmen einen traurigen Ausdruck an und sie fasste sich kurz an die Stirn "....als ich mit Ryan schwanger war." sie ignorierte den fragenden Ausdruck in Spikes Augen und atmete tief durch "Wir waren jung und Aidan wollte alles andere als ein Kind." sie seufzte kurz. Dann lächelte sie wieder und griff nach der Hand des blonden Mannes "Aber als plötzlich zehn kleine Finger nach mir gefasst haben und mich zwei, so himmelblaue Augen, angeschaut haben, wusste ich, dass es nichts schöneres gibt, als ein Kind zu bekommen."

 

Spike wollte etwas erwidern, doch Doreen legte ihm ihren Zeigefinger auf den Mund "Du warst knapp 130 Jahre tot.... und jetzt wächst etwas von dir heran.... du solltest glücklich sein." Er schluckte hart und strich sich kurz über die Stirn. Dann sah er sie wieder an und lächelte. Er griff nach ihrer Hand und drückte ihr einen kurzen Kuss auf die Wange.... "Danke." sagte er leise und stand langsam auf. Doreen tat es ihm gleich und setzte sich wieder an den hölzernen Tisch.

 

Spike nahm noch einen Schluck aus der warmen Tasse und zeigte dann seufzend auf die Tücher. "Also... wie war das jetzt noch mal mit dem Knoten?"

 

-

 

"Hilfst du mir mal eben?" fragte Aidan keuchend, als er den riesigen Karton hoch heben wollte. Buffy nickte stumm und beugte sich zu den Einkäufen herunter. "Du solltest dich um ihn kümmern." sagte Aidan leise, nachdem sie den Kofferraum geschlossen hatte.

 

"Hh?" kam es leicht verwirrt von der Seite, als Buffy ins Auto steigen wollte.

 

Aidan öffnete ebenfalls die Türe und setzte sich langsam hinter das Lenkrad. "Ihm geht es nicht gut."

 

"Was meinst du?" fragte sie leise und kurbelte das Fenster herunter. Der Ire startete den Motor und fuh

r aus dem Parkplatz heraus, auf die vollbefahrene Straße.

"Rede mit ihm." sagte er abwesend, während er langsam um die Kurve fuhr "Von allein wird er nicht auf dich zukommen."

 

"Aber, ich bin doch hier. Er weiß, dass er mit mir reden kann." verteidigte sich Buffy und holte sich einen Kaugummi aus dem Schubfach.

 

"Tut er nicht." verneinte der Ire dies sofort, ohne Buffy anzusehen "Er will, dass du glücklich bist." fuhr er nach einigen Sekunden ruhig fort, während er auf die Autobahn abbog.

Buffy schwieg einen Moment, bevor sie Aidan am Arm fasste und dessen Blick suchte. "Was hat er?" fragte sie schließlich ernst.

 

"Das Amulett." war das einzige was er ihr antwortete. Buffy seufzte kurz und ließ ihren Blick dann wieder in den wolkenbehangenen Himmel schweifen. Ihr Gesicht nahm traurige Züge an, während sie daran dachte, dass sie gewusst hatte, dass es ihm nicht gut ging. Jede Nacht war sie wach gewesen, als er sich stöhnend aufgesetzt hatte und leise Flüche vor sich hin geflüstert hatte. Sie hatte gespürt, wenn er für einige Sekunden weggetreten war und sich dann selbst zuckend in die Realität gezwungen hatte....... und sie hatte es ignoriert. Ihretwillen.

 

Seufzend legte sie ihren Kopf auf den Arm, der locker aus dem offenen Fenster hing, und sah mit verschleiertem Blick auf die vorbeirauschende Landschaft.

 

Sie zog tief die frische Luft ein und schloss ihre Augen.... während sie ein ungutes Gefühl in der Magengegend überfiel und sie wie automatisch ihre rechte Hand auf den flachen Bauch legte. Ihr Blick fiel wieder auf den Iren, der bedrückt und völlig anders als sonst, auf die dunkle Straße blickte.... und irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, dass sich ab diesem Tag alles verändern würde.....

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 7 - Eine lange Nacht

 

"Hey Liebes." sagte er leise ohne aufzuschauen. Buffy ging durch die Tür auf die Veranda und schloss selbige geräuschlos hinter sich. Er saß einige Meter vor ihr auf der Holzbank und zog gerade das letzte Mal von der beinahe abgebrannten Zigarette. Sie lächelte kurz und knubbelte nervös an ihrem Mantel herum.

 

"Ihr wart aber verflucht lange einkaufen." flüsterte er, sah sie jedoch auch weiterhin nicht an und Buffy war sich sicher, dass er gerade breit grinste. "Ähm....ja." räusperte sie sich und ging zwei winzige Schritte auf ihn zu. Dass sie noch ein paar Stündchen auf der Jagd gewesen war, musste sie ihm ja nicht unbedingt auf die Nase binden....

 

"Hattest wohl Angst nach Hause zu kommen, mhm?" ....konnte er natürlich mal wieder sofort ihre Gedanken lesen. Buffy seufzte geräuschvoll und verdrehte kaum sehbar ihre Augen. Manchmal war es wirklich fatal, dass sie so gar nichts vor ihm geheim halten konnte. Sie ignorierte die Frage jedoch konsequent und setzte sich vorsichtig, selbstredend mit einigen Zentimetern Sicherheitsabstand, neben ihn.

 

"Und..." setzte sie an und lachte kurz nervös auf "....wie war dein Tag?" im selben Moment hätte sie sich für die Frage am liebsten geohrfeigt, denn auf Spikes Lippen breitete sich ein böses Lächeln auf. "Traumhaft." flötete er sarkastisch und blickte sie flüchtig an "Ich kann jetzt vier verschiedene Windeln binden." nickte er stolz und starrte sie daraufhin mit festem Blick an. "Soll ich es dir zeigen?" grinste er freudig.

 

"Ähm.... naja..... das hat ja noch Zeit." nuschelte sie und versuchte so gut wie möglich seinem durchdringendem Blick auszuweichen.

 

"Ach, hat es das?" lachte er laut auf und nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger um ihren Kopf bestimmend zu sich zu drehen. "Heute früh hat sich das aber noch ganz anders angehört."

Buffy lächelte zuckersüß und fing an, an seinem Mantel herumzuzupfen. "Ach das....das waren bestimmt.... Stimmungsschwankungen!" ...fand sie das selbst eigentlich ziemlich unsinnig und verzog ihren Mund unschuldig.

 

Spike grinste belustigt und biss sanft in ihre vorgeschobene Unterlippe "Böse Hormone." erkannte er schnell und sah sie frech an. Buffy gähnte demonstrativ lange und strich ihm kurz über die Wange "Ich bin schrecklich müde...." setzte sie ihn schnell von ihrer derzeitigen Verfassung in Kenntnis und sah ihn bittend an "....und würde jetzt gerne ins Bett." es war mehr eine Frage als eine Feststellung und Buffy beobachtete beunruhigt wie seine Augen flüchtig aufblitzten.

 

"Ach was..." lächelte er, übertrieben mitfühlend und zwirbelte eine ihrer goldblonden Locken um den Zeigefinger "....ist das so?"

 

Buffy sah ihn verständnislos an, als er grinsend aufstand und sie wenige Sekunden später zu sich hoch zog. "Weißt du was ich jetzt gerne tun würde?" funkelte Spike die blonde Frau in seinen Armen schelmisch an.

 

"Auch schlafen?" tippte sie mal so spontan und schenkte ihm ihren besten Dackelblick.

"Ja.... fast." lächelte er überfreundlich und griff nach ihrer Hand.....

 

 

Etwa zwanzig Minuten später saß Buffy auf der Ecke eines schmuddeligen Billardtisches und sah seufzend zu einem, gewissen, blonden Mann der gerade grölend die etwa zwölfte Bierflasche leerte. "Hmh..." seufzte sie frustriert und begann erneut den Belag des Spieltisches abzukratzen....

 

"Hey Süße!" meinte keine Sekunde später einer dieser typischen Biker verführerisch und strich mit seiner rechten Hand langsam an Buffys Arm entlang.

 

"Finger weg!" zischte die Jägerin genervt und rutschte etwas zur Seite. Der bierbäuchige Mann gab allerdings nicht so schnell auf und zuckte kurz mit den Schultern "Mach dich mal locker, Kleine!" flötete er gutgelaunt und legte seine schmierigen Hände fest um ihre schlanke Hüfte. Buffy rollte wütend mit den Augen und schuppte den Mann bestimmend von sich. Selbiger taumelte hicksend zurück und sah sie belustigt an. "Du bist ja ein richtiger Wildfang!" kicherte er und nahm einen letzten Schluck von der grünen "Kilkenny Beer" - Flasche, die nicht viel später klirrend in der naheliegenden Ecke landete.

 

Buffy wurde zunehmend unwohler in diesem Schuppen, der den malerischen Namen "Thunder Road" hatte, und rutschte schnell von dem Pooltisch herunter...... was ihm nachhinein betrachtet keine sonderlich gute Idee war, da der dicke Herr das wohl als Einladung verstanden hatte seine linke Hand unter ihren ledernen Minirock zu schieben.

 

Buffy fiepte kurz auf und trat dem bärtigen Kerl kräftig mit dem Knie in die Weichteile "Ich sagte Finger weg!" brüllte sie wütend in den stickigen Raum und entfernte sich einige Schritte von dem grellgrünen Spieltisch. Keine Sekunde später kam ein weiterer Biker hinzu und blickte die blonde Frau besorgt an "Ganz ruhig. Er macht sich immer an die Jüngeren heran."

 

Buffy blickte unsicher zu dem Mann hoch und wüsste sie nicht, dass der Ire, bei dem sie schon seid einigen Wochen wohnte, gerade brav bei seiner Frau im Bettchen schlummerte, hätte sie den Mann an ihrer Seite sofort mit 'Aidan' angesprochen. "Danke." lächelte sie flüchtig und lehnte sich wieder gegen den grünflächigen Tisch. Der Mann blieb vor ihr stehen und blickte kurz abschätzend auf das gekrümmte Häufchen Elend am Boden.... "Ja, wir hab -"

 

.....weiter kam er nicht, denn im nächsten Moment rammte sich eine eisenharte, weiße Faust in das fröhliche Gesicht des rothaarigen Mannes und schickte ihn wahrscheinlich für die nächsten zwei, drei Wochen in das Land, wo grünes Kilkenny Bier vom Himmel regnete.

 

"Fass mein Mä'chen nich' an." lallte ein, offensichtlich nicht mehr ganz taufrischer, Spike in einem Meter Entfernung und rammte unterstützend seinen schwarzen Springerstiefel noch mal in die Seite des Iren.

 

"Nicht!" rief Buffy, wieder mal ziemlich reaktionslahm hinterher und umfasste sicher die Faust, die sich nochmals in den Magen des ohnmächtigen Mannes schlagen wollte. "Nicht er." erzählte sie ihm beschwichtigend und deutete dann verhalten auf den Perversling, der schon wieder dabei war sich aufzuraffen "Der da....." flüsterte sie anschuldigend und ließ seine angespannte Faust dann wieder los.

 

"Oh...." interessierte Spike das vergangene Missgeschick herzlich wenig "Also der ha'dich angemach'?" fragte er verschwörerisch und schenkte dem unschuldigen Opfer keinerlei Beachtung mehr. Auch auf Buffys Antwort legte er nicht mehr sonderlich viel Wert, sondern stürzte sich stattdessen johlend auf den fettleibigen Iren, der inzwischen wieder auf den Beinen stand....

 

Wenig später war eine gepflegte Kneipenschlägerei im Gange und auch Buffy konnte es sich nicht nehmen lassen einigen ungehobelten Lüstlingen zu zeigen, was eine Jägerin war. Spike beobachtete, während er zwei Köpfe gegeneinander schlug, aus dem Augenwinkel heraus, wie seine zarte Freundin einen 100 Kilo Mann an die Wand drückte und ihm rechts und links kräftig in den Bauch schlug....... und bestätigte in Gedanken noch mal, was er sich während dem Windelbinden geschworen hatte...... das würde eine verteufelt lange Nacht werden.......

 

 

"Und was machen wir jetzt?" fragte Buffy und tänzelte leicht ausgeflippt vor dem blonden Mann herum, der ziemlich lässig seine "Kippe danach" rauchte. Er sah sie kurz ziemlich amüsiert an und drückte ihr dann die angezündete Zigarette in die Hand "Ist die Jägerin auf den Geschmack von Schlägereien unter Menschen gekommen?" lächelte er und legte seinen Kopf leicht schief.

Buffy nahm einen tiefen Zug und blies den Rauch dann hüstelnd in die kalte Nachtluft. "Ach was...." winkte sie etwas beschämt ab "Die waren aber auch blöd." ....und wer konnte in dem Gedrängel schon zwischen guten Bikern und bösen Bikern unterscheiden.....

 

Spike grinste und zog ebenfalls noch mal an der Kippe, bevor er selbige auf den leicht nassen Asphalt schnippte. Er stellte sich dicht vor sie und strich mit beiden Händen fest an ihren Seiten entlang. "Du bist mir was schuldig, Schatz." sagte er mit rauchigem Ton und stellte zufrieden fest, dass ihre Beine allein beim Klang seiner Stimme weich wurden.

"Ich?" krächzte sie fragend und verknotete ihre Hände fest in seinem Mantel.

 

"Genau, Liebes." lächelte er, vollkommen ruhig, und küsste sich sanft seinen Weg von ihrem Ohrläppchen zu ihrer Halsbeuge hinab. Buffy seufzte wohlig und lockerte ihren angespannten Griff wieder etwas. "Mir war heute schrecklich langweilig...." erzählte er mit dunkler Stimme und strich mit beiden Händen langsam unter ihren Cordmantel.

 

Sie ließ ihren Kopf träge in den Nacken fallen und erschauderte leicht, als seine Hände unter ihren BH wanderten. "Und da musste ich die ganze Zeit an dich denken, weißt du?" er begann langsam ihre Brüste zu massieren und bemerkte lächelnd, dass sie kurz nach Luft yapste.

 

"Musstest du?" hauchte Buffy heiser und nahm nur benommen war, wie er sie gegen die kalte Mauer drückte.

 

"Oh ja." gestand er leise und biss vorsichtig in ihren herrlich vanillig duftenden Hals. "Du warst verflucht scharf, als du vorhin dem Typen eine geknallt hast." erklärte er ihr, bevor er seine kühlen Lippen hart auf die ihren presste und sofort Einlass in den leicht geöffneten Mund fand. Ihre Zunge schoss ebenfalls in seinen Mund und focht dort einen erbitterten Kampf mit ihm aus. Verschwommen erkannte sie, dass er seine freie Hand unter ihren Hintern schob und sie hoch gegen die Wand drückte. Sie verknotete ihre Beine fest unter seinem Mantel und verkrampfte ihre Hand in seinem Nacken.

 

"Du hattest diesen angespannten Gesichtsausdruck und deine Augen blitzten vorfreudig......" hauchte er so ruhig in ihr Ohr, als würde er sie mal so nebenbei einige alte Französischvokabeln abfragen....

 

"Das taten sie?" stöhnte sie leise, während ihr Kopf willenlos gegen die steinige Wand knallte.

 

"Taten sie." bestätigte er und seine Hände schoben vollkommen gelassen den braunen Lederrock in die Höhe "Ggenau wie jetzt gerade." flüsterte er lächelnd und küsste kurz ihre Nasenspitze.

Buffy beschloss zitternd diese langgezogene Tortur zu beenden und schaffte es schließlich einen tiefen Blick in seine Augen zu Stande zu bringen, der hoffentlich ihre derzeitig, relativ ungeduldige, Lage gut zur Geltung brachte...... vielleicht hatte sie aber auch versehentlich den "Sprich dich nur aus, Dawnie!" Blick erwischt, denn Spike erzählte ungerührt weiter.

 

"Immer wenn du deine Faust in den Bauch dieses Typen geschlagen hast, sind deine Haare hin und her geschwungen und dein Körper hat alle Kraft auf jeden einzelnen Schlag konzentriert....." seine Zungenspitze berührte federleicht ihre kaum sehbar geöffneten Lippen und fuhr quälend langsam über sie.

 

"Spike, bitte...." flehte sie beinahe tonlos und griff zitternd an den Gürtel seiner Hose. Er lächelte sie mitfühlend an und löste seine Lippen nur einige Millimeter von ihren "Sag mir, dass du mich liebst..." sagte er ernsthaft und legte seine freie Hand fest auf ihre. Buffy richtete ihren Blick grinsend zu ihm und erinnerte sich an die bekannte Zeile "Ich liebe dich.... du weißt das ich das tue...."

 

Spikes ernster Blick wandelte sich zu einem liebevollen Lächeln und er strich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht "Sag mir, dass du mich willst...."

 

Sie lockerte eine Hand in seinem Nacken und kraulte damit langsam seine Nackenhaare, bevor die mit der kompletten Handfläche über die blonden Locken strich. "Ich will dich... wollte ich schon immer." flüsterte sie mit fester Stimme und fuhr mit dem Zeigefinger langsam über seine Stirn, seine Wange hinab.

 

Spike seufzte kurz und schmiegte seinen Kopf in ihre Hand. Sein Blick haftete standhaft an ihrem und er lächelte träge.... "Ja, wir haben uns schon immer gewollt, nicht wahr?"

 

Ein dünnes Lächeln erschien auf ihren Lippen und sie strich mit dem Daumen über die kleine Narbe seiner Augenbraue, hinauf zu der großen Schramme auf seiner Stirn, die selbst nach all den Monaten noch zu sehen war. "Ja, schon immer...." sie versuchte ernsthaft und fröhlich zu klingen, doch konnte sie in seinen Augen noch immer, selbst nach dem vergangenen Jahr, die verwüsteten Spuren ihrer beider Vergangenheit erkennen... so deutlich und klar, dass sie glaubte, sie könnten nie wieder völlig verheilen.

 

Er schüttelte grinsend den Kopf und legte seine Hand in ihren Nacken. Mit zärtlicher Bestimmtheit zog er ihren Kopf zu dem seinen und presste seine Lippen hart auf ihre.

 

Buffy schluckte hart, bevor sie ihre angespannte Haltung wieder lockerte und sich fest gegen seine Brust schmiegte. Seine Hand löste sich wieder von ihrem Hals, strich kurz über ihre Schulter und wanderte dann zu seiner Hose, um selbige zu öffnen. Langsam fuhren ihre Hände über sein schwarzes Shirt, weiter hinab und legten sich anschließend auf den ledernen Gürtel. Sie schoben die dunkelblaue Jeans, zusammen mit der schwarzen Boxershort nach unten und Buffy presste fast automatisch ihr Becken nah gegen seins.

 

Spike zog kurz scharf die Luft ein und unterbrach den Kuss plötzlich. Er sah ihr standhaft in die strahlend grünen Augen und ein verdorbenes Grinsen erschien auf seinen blassen Lippen, bevor den dünnen Stoff ihres Slips mit seiner freien Hand roh umfasste und das dünne Bändchen an der Seite mit einer einfachen Bewegung durchtrennte.....

 

Mit blitzenden Augen und einem verführerischem Lächeln zog sie seinen Kopf zu ihrem und rutschte noch ein Stück an der Wand hoch, bevor sie ihre Lippen leidenschaftlich auf seine presste. Ihre Zunge drängte sich uneingeladen in seinen Mund und erforschte begierig sein Territorium, das so herrlich nach Spike schmeckte. Er begann ebenfalls mit ihrer Zunge zu spielen und strich hart über die glatte Fläche. Der Geschmack von Kirschen, der ihren Mund umhüllte, lullte ihn vollkommen ein und er stoppte für einen kurzen Moment das Massieren ihres Oberschenkels. Für den Bruchteil einer Sekunde tauchte er in ihre Tiefe ein und verdrehte unkontrolliert die Augen unter seinen Lidern. Buffy löste sich keuchend von ihm und legte ihren Kopf auf seine breite Schulter.

 

"Verflucht, ich will dich....." raunte er fast aggressiv an ihr Ohr und biss flüchtig in selbiges. Buffy drückte sich an ihm ab, um wieder in seine Augen sehen zu können. Dann rutschte sie noch etwas näher an ihn heran und grinste verdorben, als sie sich auf ihm herabließ. Gleichzeitig entrang ein überwältigtes Stöhnen ihren Kehlen und Buffy biss sich unbewusst fest in die Unterlippe. Einige Bluttropfen bildeten sich und verteilten sich durch das stetige Reiben der Oberlippe auf ihrem Mund.

 

Spike blickte gebannt auf die bekannte Flüssigkeit und näherte sich langsam ihrem herrlich süßen Mund. Buffy sah verwirrt auf den hungrigen Blick, den er hatte und leckte über ihre Lippen. Der Geschmack ihres Blutes verteilte sich in ihrem Mund, bevor Spikes Zunge sich erneut in ihr versenkte. Sie riss ungläubig ihre Augen auf, als er beinahe wie wahnsinnig begann das Blut aus ihrer Lippe zu saugen und ihren Körper fest zwischen ihn und die Wand quetschte. Er löste seinen Arm um ihre Hüfte und drückte beide Hände, die fest gegen seine Brust gestemmt waren, an die Wand und nagelten sie dort mit eisernem Griff fest.

 

Ein kurzer Schrei erfüllte die kalte Nachtruhe, als Spike grob in ihre Zunge biss. Buffys Fingernägel krallten sich tief in ihre eigenen Handflächen, während sich immer mehr Spannung in ihrem Körper anstaute. Irgendwo zwischen dem Schmerz und der Brutalität mit der er sie anfasste, konnte sie trotzdem seine große Liebe für sie erkennen. Selbst jetzt, da er mit schnellen Zügen das Blut aus ihr saugte und fast schmerzhaft in sie stieß konnte sie mit jeder Bewegung die vollkommene Hingabe seinerseits spüren. Ihr wurde schwindlig und die grellorangenen Straßenlichter verschwammen vor ihren Augen, als er sie mit einem letzten, tiefen Stoß in den Abgrund schubste und ihr gleichauf folgte.

 

Keuchend ließ er von ihrem Mund ab und legte stattdessen seine Stirn fest auf ihre. "Bloody Hell...." presste er schwer atmend hervor und ließ ihre Hände los. Sie fielen schlaff gegen ihren Körper, während ihr Kopf erschöpft auf seine Schulter fiel. Lange standen beide noch an die steinerne Mauer gelehnt, bis Spike erschöpft auf die Knie fiel und sie auf seinen Oberschenkeln saß. Sein Kopf ruhte auf ihrem und er strich beruhigend durch ihre blonden Haare, die noch immer durch das leichte Zucken ihres Körpers hin und her schwangen.

 

"Du hast mich gebissen....." es klang mehr wie eine Feststellung als eine Anklage und Buffy sah ihn vollkommen ruhig an. Spikes Augen öffneten sich ebenfalls und er blickte sie mit trübem Blick an "Ich weiß...." antwortete er teilnahmslos und strich ihr kurz über die geröteten Lippen.

 

Dann schwiegen beide. Sahen sich tief in die Augen und lächelten. Ihre Lippen legten sich erneut federleicht aufeinander und strichen sanft über die des anderen. Ihre Beine verknoteten sich erneut hinter seinem Rücken und beide genossen zwischen all der Verwirrung und der plötzlichen Veränderung, einfach das Gefühl der grenzenlosen Verbundenheit. Sie hielten sich fest in den Armen und Spike zog ihren zarten Körper fest an sich.

 

Wenige Stunden später begann die Sonne wie jeden Tag ihre Route zu gehen. Einige Strahlen, die sich den Weg durch die dichte Wolkendecke gesucht hatten schienen auf das abgelegene Stadtviertel. Die ersten Fußgänger waren auf dem Weg auf ihre Arbeit, oder zum Bäcker. Einige hatten kein Auge für ihre Umgebung und waren so in ihrer eigenen, kleinen Welt verhangen, dass sie nichts außer den nächsten Meter auf dem Gehweg sahen.

 

Doch der ein oder andere Passant, sah sich lächelnd in seiner hellen Gegend um, sah das sanfte Wiegen der Blätter.... die Vögel, die die sommerliche Wärme genossen.... und einige wenige vergaßen für einen Moment ihre alltäglichen Probleme und hielten in dem monotonem Schritttempo an, sahen auf das engumschlungene Pärchen, das in den Mantel des Mannes eingehüllt, an der Backsteinmauer lag und die Hände selbst im tiefsten Schlaf immer noch fest verhakt hielten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 8 - Untersuchungen

 

"Alles bereit?" fragte eine dunkle Gestalt und unterbrach damit das gesummte Latein, dass er seid einer halben Ewigkeit in die Dunkelheit wisperte. Eine weitere Person trat in den kerzenbeleuchteten Raum und warf eine blaue Reisetasche auf den felsigen Boden. "Wenn du unter bereit verstehst, dass ich absolut keinen Bock auf das hier habe, dann bin ich bereit." fauchte sie wütend und stampfte unterstreichend auf den Boden. Die zweite Gestalt warf die schwarze Kapuze zurück und rollte kurz mit den Augen. Er hatte zwei spitze Hörner auf dem Vorderkopf und seine Ohren waren elfenartig gespitzt. Seufzend stand er auf und strich der zierlichen Frau lächelnd durch die braunen Locken.

 

"Außerdem ist die Reise immer so furchtbar lange." sinnierte sie weiter unbeeindruckt und nahm die Reisetasche in die Hand.

 

"Kennst du deinen Auftrag?" fragte der hochgewachsene Mann ruhig und strich der Dämonin kurz über die Wange.

 

"Ich verstehe nur nicht warum sie." flüsterte sie nun vollkommen ernst und eine Spur Bitterkeit schwang in ihrer Stimme mit.

 

"Es würde das Ende von uns allen einläuten." erklärte er ihr nun zum fünften Mal "Und sie fanden, dass es der einfachste Weg wäre. Die Eifersucht ist ein schönes Mittel." lächelte er kalt und trat einige Schritte zurück. "Vergiss nicht, was ich dir über sie erzählt habe."

 

Die Frau rollte mit den Augen und nahm die kleinere Tasche in die andere Hand. "Nach dem zehntausendsten Mal hab' ich’s auch verstanden!" zischte sie genervt und verschwand darauf hin in gleißendem Licht.

 

Der Mann schlug wieder seine Kapuze über das Gesicht und setzte sich im Schneidersitz auf den kalten Boden. Drei weitere Gestalten kamen hinzu und setzten sich im Kreis um einen kleinen Topf, aus dem Rauch aufstieg. "Wird es reichen?" flüsterte der eine mit erschreckend kalten Stimme und fasste nach der Hand seines Nachbarn.

 

"Es ist die einfachste Lösung." erinnerte der dritte und stieg in den monotonen Singsang seines Gegenübers ein. Die vierte Gestalt hob ihren Kopf und ihre Augen wurden schlagartig grellweiß. Ihre langen Fingernägel legten sich federleicht an ihren Kopf und leises Wimmern trat über ihre blassen Lippen "Ich sehe Leid.... so viel Leid." hauchte sie und eisige Kälte erfüllte den Raum, als ihre Augen seltsam aufflackerten. Ihre Haare wurden ebenfalls weiß und ihre Lippen wurden mit Eis überzogen. Der hornige Dämon blickte kurz zweifelnd auf und seine Augen blitzten rot. Flüchtig wie ein Wimpernschlag. "Wenn wir sie erst beseitigt haben, löst sich alles andere von selbst."

 

Die drei Gestalten nickten ruhig und fassten sich an den Händen. Alle verfielen wieder in das lateinische Geflüster und ihre Köpfe vielen unkontrolliert in den Nacken. Die weißhaarige Frau öffnete langsam ihre Augen und eine Träne floss aus ihrem Auge. Keine Sekunde später erstarrte selbige zu Eis und fiel schwer auf den Felsboden. Ihre blauen Lippen öffneten sich schwerfällig, während sie ihre Augen wieder schloss "Wir werden sie verlieren."

 

-

 

Gleißendes Licht erfüllte für wenige Sekunden die, in dunkle Schwärze getauchte, Wiese. Stumme Tropfen fielen auf den durchweichten Boden, während sich langsam die Gestalt einer Frau manifestierte. "Klasse!" schimpfte selbige sofort, als sie ihren rechten Fuß aus dem schlammigen Untergrund zog.

 

"Wieso muss eigentlich immer ich die Drecksarbeit erledigen." jammerte sie weiter, während sie sich ihren Weg auf die Straße bahnte.

 

"Hally darf natürlich nach Venedig." sie strich den Dreck notdürftig am Straßenrand ab und sah dann missmutig auf das Ortsschild, das direkt vor ihr stand. "Und ich darf nach Clifden. Spitze!" Sie schulterte die zwei Taschen und ging dann langsam an dem Straßenrand entlang. Kurz blickte sie auf einen kleinen Zettel und schaute sich dann seufzend um.

 

"O'Connor also." erinnerte sie sich kurz und ging dann einfach weiter "Ob es hier viele O'Connors gibt?" jammerte sie missmutig und schloss konzentriert die Augen. Nur wenige Sekunden später öffnete sie sie wieder und ihr Mund verzog sich schmollend "Es reicht noch nicht..." flüsterte sie in die Dunkelheit und stützte ihre Hände in die Hüfte.

 

-

 

"Nimm mich mit!" quengelte Aileen und blickte den blonden Mann, der seinen Kopf jetzt schon seid einer viertel Stunde in den Händen vergruben hatte, flehend an.

 

"Nein." sagte er genervt und sah seufzend auf. "Hör zu, Süße. Das ist nichts für dich. dieser Ort ist unheimlich und beängstigend. Du solltest hoffen dort lange Zeit nicht hin zu müssen." referierte er mit dunkler Stimme und machte böse Gestiken vor ihrem Gesicht.

 

"Nimm mich mit!" ...hatte sie seinen letzten Worten ungefähr so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wie denen ihrer Mutter, wenn sie sagte "Iss deinen Spinat auf."

 

Spike legte seinen Kopf stöhnend in den Schoß und gab es endgültig auf dieser Göre irgendetwas erklären zu wollen.

"Wir können dann." sagte Buffy lächelnd, als sie in das Wohnzimmer kam.

 

"Prima!" sprang der platinblonde Mann sofort euphorisch auf und schob die leicht erstaunte Jägerin in den Eingang. Auch die darauf folgenden Drohungen, aus dem Wohnzimmer, ab jetzt nie wieder Hoppe-Hoppe-Reiter mit ihm zu spielen, überhörte er galant und öffnete die Tür. Buffy hielt sich, angesichts des plötzlich übermenschlich laut schreienden Mädchens, genervt die Ohren zu und ging ihrem Freund schnell hinterher.

 

Die Tür knallte laut zu und Aileen verstummte sofort. Sie verschränkte ihre dünnen Ärmchen, mit trotzigem Blick, vor dem Bauch und ging dann langsam in die Küche.

Aidan hatte die Szene nachdenklich verfolgt und zog seine Tochter sofort tröstend auf den Schoß. "Du kommst schon noch zum Frauenarzt." lächelte er leicht und strich dem Mädchen einige Strähnen hinter die Ohren..... "Allerdings erst in vielen, vielen.... unglaublich vielen Jahren." fügte er sofort etwas verwirrt hinzu und flocht seiner Tochter kurz einen Zopf.

Selbige hatte den Worten ihres Vaters nicht im Geringsten Beachtung geschenkt, sondern drehte verstohlen den silbernen Ring in den Händen, den Spike ihr vor einigen Tagen geschenkt hatte....... für den kommenden Heiratsantrag wahrscheinlich....

 

"Dad?" flüsterte sie und lehnte sich gegen seinen Bauch.

"Mhm?" lächelte er und schlang seine Arme um das kleine Mädchen.

 

"Geht Spike weg wenn das Kind da ist?" fragte sie sehr leise und blickte traurig in Aidans strahlend blaue Augen. Er nickte stumm und küsste die Kleine kurz auf die Stirn. "Sie haben dann ihre eigene Familie." erklärte er ruhig und streichelte liebevoll ihre rosige Wange.

 

Aileen seufzte kurz und drückte sich fest an ihn. Ihr Kopf ruhte auf seiner breiten Schulter und sie schloss die Augen.... "Aber er ist lieb." sagte sie leise und krallte ihre kleinen Finger in das karierte Hemd.

"Ich weiß, mein Schatz." seufzte er verstehend und strich ihr beruhigend über den Bauch.

 

"Mach, dass er bleibt." flehte sie und öffnete ihre großen Augen wieder einen Spalt. Aidan lächelte dünn "Das kann ich nicht." versuchte er ihr zu erklären und wippte kurz mit seinem linken Bein, wie er es oft gemacht hatte, als sie noch ein Baby war.

 

"Aber ich will nicht, dass er geht." nuschelte sie kaum hörbar an seinen Hals und schlief darauf hin, mit einigen kleinen Tränen im Auge, langsam ein.

 

-

 

"Jetzt werden Schallwellen durch diesen Sender erzeugt, auf ihren Bauch ausgesandt, dort reflektiert und vom Ultraschallkopf wieder aufgefangen. In diesem Gerät wird es dann in ein Videobild umgewandelt und auf dem Monitor dargestellt." erklärte die Ärztin kurz, bevor sie mit einem kleinen Gerät auf Buffys Bauch fuhr. Spike saß auf einem Stuhl neben der breiten Liege und hielt lächelnd ihre Hand. Sein Blick war starr auf den Monitor gerichtet und er kniff einige Male die Augen zusammen. Buffy hatte sich relativ teilnahmslos auf den Ellenbogen abgestützt und blickte verwirrt zu dem blonden Mann, der da so höchst interessiert auf das schwarze Bild blickt. Die Ärztin schien die grauen Schatten, die ab und zu über den Monitor huschten, auch für etwas sehr Wichtiges zu halten, denn sie fuhr einige Male mit dem Finger veranschaulichend über das glatte Glas. Buffy seufzte kurz und zog Spike mit der linken Hand zu sich herunter. "Sag mal, siehst du etwas, dass ich nicht sehe?" flüsterte sie verhalten und blickte ihn fragend an.

 

Die Ärztin lachte kurz leise und stoppte in ihrer Bewegung "Noch kann man da gar nichts erkennen." erklärte sie lächelnd und strich mit ihrem Finger über einen grauen Rand am oberen Teil des Bildschirms "Das hier ist die so genannte Fruchthöhle, aber wirklich etwas erkennen wird man frühestens in der achten Woche." sagte sie nickend und stellte das Gerät ab. Sie gab Buffy ein großes, weißes Tuch mit dem sie sich das Gel von dem Bauch wischen konnte und rollte dann mit dem Drehstuhl wieder näher an die Liege.

 

Buffy gab ihr das Tuch wieder in die Hand und setzte sich auf. "Und in welcher Woche bin ich jetzt?" fragte sie etwas unbeholfen und zuckte kurz mit den Schultern. Die Ärztin drehte sich kurz um und drückte Buffy dann ein kleines, blaues Büchlein in die Hand "Sie sind jetzt in der sechsten Woche." sagte sie lächelnd "Das ist ihr Mutterpass. Hier werden die Veränderungen ihres Kindes, während der Geburt eingetragen."

 

"Sechste Woche schon?" fragte Spike ungläubig und biss sich kurz auf die Unterlippe.

 

"Genau." wiederholte die Frau nochmals ruhig und stand schließlich auf. Buffy schob ihren Pullover wieder nach unten und stand ebenfalls auf. Sie stellte sich vor Spike und dieser schlang aus reiner Gewohnheit seine Arme fest um ihren Bauch. Er drückte ihr lächelnd einen Kuss auf die festgebundenen Haare und legte seine Hand flach auf ihren Pullover. Ein fasziniertes Lächeln stahl sich auf seine Lippen und auch Buffy musste kurz grinsen, als er wieder kleine Klopfgeräusche an ihr Ohr flüsterte.

 

Die Ärztin blickte verzückt auf das junge Pärchen und erinnerte sich seufzend an die Zeit wo sie ihr erstes Kind bekommen hatte. Hachja.... wie waren sie doch aufgeregt gewesen. Ob ihr Mann sich wohl noch daran erinnerte? Wohl nicht.... schließlich vergnügte er sich grad mit seiner neuen, wohlgemerkt zehn Jahre jüngeren, Freundin in Spanien.....Mistkerl....mit ihren fünf Kindern allein gelassen, hatte er sie. Jaja, hätte sie das damals gewusst, hätte sie einen Ehevertrag abgeschlossen. Überhaupt fand sie ja eigentlich schon immer, dass.....

 

"Entschuldigung?" fragte Buffy die Ärztin nochmals vorsichtig, als diese immer noch keine Reaktion zeigte und stattdessen das benutzte Tuch wütend in ihrer Hand zusammenquetschte.

"Äh, ja?" krächzte die Frau leicht verwirrt und faltete das Handtuch überfreundlich lächelnd zusammen.

 

"Wann der nächste Termin ist." sagte Spike etwas gereizt und drückte Buffy ihren beigen Mantel in die Hand.

 

"Uhm.....vier Wochen würden ausreichen." sinnierte die braunhaarige Frau aus reiner Gewohnheit und ging durch die Tür des Zimmers. Buffy und Spike folgten ihr schulterzuckend und gingen in den Gang, wo die Ärztin kurz mit einer Gehilfin redete.

 

"Aber sagten sie nicht, dass man in der achten Woche schon etwas sehen könnte?" fragte die Jägerin etwas unbeholfen und blickte Spike fragend an. Selbiger verdrehte kurz die Augen und zuckte ansatzweise mit den Schultern.....herje, mussten die Frauen immer so ein Trara um die ganze Sache machen? Immer diese ganzen Vorsorgeuntersuchungen mit dem Bestaunen von dunklen 'Fruchthöhlen' und kleinkariertem Einschreiben von irgendwelchen Daten. Das Baby würde verdammt noch mal schon herauskommen wenn es wollte..... und schließlich war es ja von ihm... also würde es sowieso nicht lange fackeln. Es reichte doch wirklich in so sieben, acht Monaten mal wieder vorbeizuschauen....

 

"Also, dann sehen wir uns in zwei Wochen wieder." ....war Buffy da wohl anderer Meinung und schüttelte überfreundlich lächelnd die Hand der dünnen Arztgehilfin.

"Willst du jetzt alle zwei Wochen einen dunklen Bildschirm anstarren?" murrte Spike und zog seinen schwarzen Mantel seufzend über.

"Ich will eben nichts verpassen." schob Buffy ihre Unterlippe trotzig hervor und knubbelte kurz an dem Lederkragen herum. "Das ist unser Kind." sagte sie schmollend und stellte sich etwas auf die Zehenspitzen. Ihre Nasen berührten sich federleicht und sie blickte ihm tief in die Augen.

 

Spike verdrehte, sein Unverständnis unterstreichend, noch mal die Augen und zog sie schließlich fest an sich. "Okay, sehen wir uns dunkle Flecken an." grinste er frech und küsste sie hart auf den Mund.... ein bisschen Entschädigung musste schließlich schon sein.....

 

Buffy yapste kurz von dem beinahe brutalen Kuss auf, schlang jedoch schon in der nächsten Sekunde ihre Arme fest um seinen Oberkörper. Ihre Zungen trafen sich hart in der Mitte und rieben sich fest aneinander. Spike schien inzwischen den Weg unter ihren Pullover gefunden zu haben und fuhr langsam über ihren Bauch. Kurz verharrte er dort, spürte das kaum wahrnehmbare Klopfen und strich dann mit festem Druck über ihren schwarzen BH..... was Buffy nur am Rande wahrnahm, denn ihr Unterleib hatte soeben Ausnahmezustand verkündet und gewisse geflügelte Bewohner in ihrem Bauch beschlossen wohl gerade ihrem ungeborenen Kind schon mal im Voraus einen gepflegten Tanzunterricht zu verpassen. Spike lachte arrogant in ihren Mund, als sie sich willenlos an seinen Bauch fallen ließ und ihre Beine leicht einknickten.

 

Er drückte sein Becken auffordernd an ihres und fuhr mit seiner freien Hand grinsend unter ihren weißen Rock.

 

Die junge Frau am Empfang räusperte sich kurz, konnte jedoch die Augen nicht von dem wild knutschenden Pärchen nehmen. Buffy löste sich, unter lauten Protestschreien des unteren Bereiches ihres Körpers, von dem so herrlich duftenden Mann vor sich und legte ihre flache Hand auf seine Brust. "Nicht hier." brachte sie atemlos hervor.

 

Spike wackelte kurz mit seiner vernarbten Augenbraue und grinste verrucht, während er sein rechtes Bein leicht zwischen ihre schob. "Auto?" fragte er ungerührt und griff nach ihrer Hand. Buffy blickte ihn kurz ungläubig an, erinnerte sich jedoch schnell, dass Aidans Auto eine geräumige Rücksitzbank hatte. "Okay." antwortete sie etwas beschämt und sah sich verstohlen in dem kleinen Raum um..... hey, konnte sie denn etwas dafür, dass ihre Hormone jetzt verrückt spielten?

 

Spike lachte selbstüberzeugt auf und zog die, leicht belämmerte, Frau schnell aus der Praxis. "Also... äh.... bis in zwei Wochen!" rief Buffy mit hochrotem Kopf zu der Gehilfin und ließ sich willenlos von dem schamlosen Mann in das geräumige Auto ziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 9 – Verantwortung

 

"Trink das." flötete Doreen vergnügt und stellte eine heiße, eigelbe Tasse vor Buffys Hände, während sie zum Geschirrschrank tänzelte. Buffy blickte erst skeptisch auf den dampfenden Behälter und dann zu Spike, der mit verklärtem Gesichtsausdruck am Fenster saß und auf die neblige Landschaft starrte. Seufzend sah sie wieder auf den Tisch und nippte dann zaghaft an der Tasse. Vom schlimmsten ausgehend verzog sie schon mal im Voraus das Gesicht und schluckte die Flüssigkeit langsam hinunter. Ihre Augen öffneten sich erneut und sie sah verwirrt zu Doreen, die gerade fröhlich singend durch die Küche schwirrte.

 

"Was ist das?" fragte sie lächelnd und nahm noch einen kräftigen Schluck aus der Tasse. Doreen rubbelte kurz fest auf einem der Porzellanteller herum, bevor sie ihn zufrieden nickend in die Glasvitrine stellte. "Ach Kindchen...." seufzte sie und tänzelte zu dem Holztisch "....du hast dich ja immer über Bauchschmerzen beschwert, und ich dachte mir du könntest einen Wohlfühltee vertragen...." zwinkerte die Irin kurz zu Buffy und tätschelte selbiger leicht auf die Schulter.

 

"Er ist gut." lobte Buffy freudig und leerte die Tasse mit einem tiefen Zug.

 

"Es ist ein altes Rezept von unserer Familie...." Doreen blieb kurz stehen und sah nachdenklich an die Decke "Es ist eine Mischung aus Frauenmantelkraut, Himbeerblättern, Brennnesselkraut, Melissenblättern und....."

 

"Äh, ja!" stand Buffy schnell von dem Stuhl auf und wankte, kurz etwas orientierungslos, zu der dicklichen Frau und umarmte sie stürmisch "Vielen Dank, aber wir müssen jetzt wirklich los." nickte sie und verzog die Lippen gespielt enttäuscht. Dann drehte sie sich tief einatmend um und sah emotionslos zu Spike "Kommst du?" sagte sie eindringlich und ging einige Schritte auf den ehemaligen Vampir zu.

 

Spike blieb jedoch regungslos auf dem Hocker sitzen und starrte weiter hinaus in die Landschaft. Buffy blieb seufzend stehen und blickte genervt in die Richtung, in die er sah. Schnaufend packte sie seinen Arm und schüttelte selbigen "Spike, verdammt noch mal." raunte sie laut und tätschelte seine Wange.

 

Seine Schultern zuckten kurz und er schüttelte verwirrt den Kopf. Dann sah er sie an, ungläubig und verwirrt. Buffy stoppte leicht geschockt, da sie kleine Tränen in seinen Augenwinkeln erkannte und ließ komplett von ihm ab.

 

Er atmete kurz tief ein und legte seinen Kopf in die Hände. Seine Lippen waren trocken und er schloss die Augen zitternd "Verfluchter Dreckskerl...." flüsterte er mit brüchiger Stimme und wischte sich kurz über die Augen. Dann sah er wieder auf, blickte in ihr fragendes Gesicht und sein übliches Grinsen stahl sich auf seine Lippen "Sorry, Luv.... lass uns gehen." nickte er lächelnd und stand schwungvoll auf.

 

Buffy schluckte kurz und sah nochmals für einen Moment nachdenklich an die Decke, bevor sie kurz mit den Schultern zuckte und ihm anschließend folgte. "Bis später dann." winkte sie Doreen fröhlich zu und hüpfte aus der Küche hinaus. Im Eingang angekommen, stoppte sie jedoch sofort und verschränkte die Arme vor der Brust. Aileen stand schmollend vor Spike, der vor ihr in die Knie gegangen war.

 

"Ich bleib auch im Auto." flehte sie und legte ihre kleinen Hände auf seinen Mantel. Der blonde Mann lächelte kurz mitleidig und strich mit seiner rechten Hand sanft über ihre rosigen Bäckchen. "Du würdest Stunden allein sein, Liebes." flüsterte er leise und wischte verzückt eine winzige Träne von ihrem Mund.

 

"Ich kann doch bei dir bleiben." jammerte sie, dem Weinen nahe und verkrampfte ihre dünnen Finger in dem schwarzen Leder.

 

"Aileen...." schüttelte Spike kaum sehbar den Kopf und stand langsam auf. Keine Sekunde später warf sich das kleine Mädchen an seine Beine und begann bitterlich zu schluchzen. "Morgen bin ich den ganzen Tag hier...." sagte er versöhnlich und strich mitfühlend durch ihre rotbraunen Haare.

 

"Ich will aber, dass du für immer bei mir bleibst." weinte sie leise und sah ihn mit verheulten Augen bittend an.

 

Buffy stand teilnahmslos an der Tür, und verknotete gerade die Bändel ihres Mantels. "Mach schon....." zischte sie etwas gereizt und öffnete die Tür. Aileen sah böse zu der blonden Frau auf und ließ für einen Moment von ihrem Abgott ab, um sich wütend vor der Jägerin aufzubauen "Nur wegen dir geht er weg und lässt mich allein!" schrie sie weinend und zeigte mit ihrem kleinen Zeigefinger anschuldigend auf Buffy. Spike zog das Mädchen sofort an den Schultern zu sich. "Lass das." sagte er eindringlich und strich ihr flüchtig über die Wange "Ich bin doch bald wieder da." versprach er so leise, dass Buffy es nicht hörte und küsste Aileen noch kurz auf die Stirn, bevor er Buffy folgte.

 

-

 

"Was war das eben?" keuchte Buffy, während sie einen rotäugigen Dämon gegen den nahe liegenden Baum knallte. Leicht taumelnd drehte sich dieser reaktionsschnell um, und blockte den kommenden Faustschlag gekonnt ab. Er trat ihr grob in die Kniekehle und schleuderte sie anschließend mit seiner Pranke gegen einen der Grabsteine.

 

Spike kämpfte unterdessen mit vier Vampiren gleichzeitig und hatte sehbare Probleme sich auf den Füßen zu halten. Zwei der Kreaturen stürzten sich auf den blonden Mann, packten ihn an den Schultern und drückten ihn mit vollem Gewicht auf den erdigen Boden. "Ich hab nur nachgedacht, verflucht!" brüllte er über den gesamten Friedhof, während er schreiend aufstand und die Vampire so von sich schleuderte. Ein kurzer Blick verriet ihm, dass Buffy den Dämon weitgehend unter Kontrolle hatte. Tief einatmend widmete er sich wieder seinen Gegnern. Selbige rannten keine zwei Sekunden später wütend auf ihn zu und holten zum gemeinsamen Schlag aus, den Spike jedoch durch einfaches Ausweichen abwehrte. Lachend sah er zu, wie die Vier auf den Boden fielen und verschränkte seine Arme grinsend vor der Brust. "Kommt schon Jungs, das könnt ihr doch besser...." höhnte er und brach im vorbeilaufen einen herausstehenden Ast ab. Schnell war er bei seinen Feinden angekommen und rammte dem ersten auch ohne größere Gegenwehr den Ast in das tote Herz.

 

Der Zweite landete wenig später gegen den Baum und spießte sich selbst auf, indem er anschließend auf Spike zurannte.

 

Indessen hatte Buffy den Dämon mit ihren Beinen auf den Boden genagelt und griff mit der freien Hand nach ihrem Schwert. "Sag mir jetzt verdammt noch mal was los ist!" schrie sie und zog die Waffe aus der Halterung an ihrem Gürtel. Der Dämon riss schreiend die Augen auf und knallte seinen Kopf hart gegen Buffys. Diese flog einige Meter nach hinten und landete stöhnend auf dem Gras.

Der Dämon stand schulterzuckend auf und fixierte die Jägerin etwas verwirrt "Du, ich..... Kampf bis zum Tode?" gab er ihr eine präzise Inhaltsangabe über die letzten paar Minuten und schlenderte gemütlich zu der, am Boden liegenden, Frau. Sie blickte ihn abschätzend an und umfasste gleichzeitig den Griff ihres Säbels. "Nicht du!" raunte sie und sprang unterdessen gekonnt auf die Füße "Aber das letztere kannst du trotzdem haben." zuckte sie mit den Schultern und trat dem riesigen Monster hart in die Weichteile. Er schrie gequält auf und viel prompt auf den schuppigen Rücken. Buffy nickte lächelnd und bohrte ihrem Gegner in einer fließenden Bewegung das Schwert in die Brust.

 

"Nichts, ......zur......" Spike wurde hart gegen eine der Statuen geschleudert und flog mit selbiger auf das feuchte Gras. ".... zur Hölle, verdammt noch mal!" wurde der ehemalige Vampir langsam sauer und stand brüllend auf. Gekonnt sprang er über den störenden Grabstein und fing im Gehen das Schwert auf, das Buffy ihm zuschmiss. Mit finsterem Blick stürmte er auf die Gegner zu und schlug beiden auf einmal den Kopf ab.

 

Ohne der zerfallenden Asche noch einen Blick zu schenken drehte er sich mit zusammengekniffenem Kiefer zu der blonden Frau um. "Ist das jetzt klar?!" grollte er mit dunkler Stimme und stoppte nur wenige Zentimeter vor ihr.

 

"Nichts ist klar!" schrie Buffy wütend und zog mit hartem Griff das silberne Schmuckstück aus Spikes Kragen. "Du hast von mir getrunken, Spike!" schluckte sie hart und sah ihn verwirrt an "Und du fällst immer öfter in diesen Komazustand." Sie zog die silberne Kette komplett aus seinem T-Shirt und hielt es ihm vor die Augen "Sag mir, dass das nichts hiermit zu tun hat."

Er schlug ihre Hand grob von dem Amulett und verstaute es wieder sicher unter seinem Shirt. Dann packte er hart ihr Gelenk und presste die offene Handfläche auf seine Brust. Buffy blickte schwer atmend auf ihre Hand und dann in seine eisblauen Augen. "Ich lebe doch, oder?" sagte er plötzlich erschreckend leise und löste seinen Griff um ihre Hand. "Ich kann doch jetzt mit dir in die Sonne.... und werde mit dir alt, richtig?"

 

Wieder schluckte sie, als sie in seine verletzten Augen sah. Sein anschuldigender Blick bohrte sich tief in ihr Bewusstsein und zum ersten Mal erkannte sie, was dieses Amulett ihm angetan haben musste. Sie wand keuchend ihren Blick ab und starrte auf den matschigen Boden.

 

"Liebes...." es klang sanft und liebevoll und keine Sekunde später hatte er ihren Kopf zärtlich zu dem seinen gedreht. Ihren Körper verließ jegliche Kraft und sie ließ sich träge in seine starken Arme fallen. Er strich sanft über ihren Rücken und lächelte beruhigend. Dann küsste er sie. Beinahe unschuldig drückte er seine Lippen auf ihre und strich flüchtig mit seiner Zunge über die ihre. "Es ist alles in Ordnung, hörst du?" seine Stimme hörte sich sicher und vertraut an und Buffy legte ihren Kopf seufzend auf seine Schulter. Ihr Blick war schwerfällig in die Dunkelheit gerichtet und sie lauschte schweigend seinen Worten, die von Sekunde zu Sekunde ehrlicher klangen. Ehrlicher.... und so viel einfacher.

 

"Mir geht es gut...." wisperte er ruhig an ihr Ohr und ließ ihre blonden Locken federleicht durch seine Finger gleiten "Unser Leben wird perfekt werden...." versprach er leise und in diesem Moment, da er sie einfach so in seinen Armen hielt... hier an diesem Platz, wo eine Frau wie sie, vor ihrer letzten Stunde niemals hätte sein sollen..... wusste er, dass er sein gottverdammtes Leben dafür geben würde, sein Versprechen zu halten.

 

-

 

"Du fängst täglich um 19.00 Uhr an, um 20 Uhr kommt Ailis dazu und übernimmt die Tische, dann kannst du an die Theke." der dicke Mann vor ihm referierte unermüdlich seid stolzen 30 Minuten, während er über die Tanzfläche lief. Spike trottete genervt hinter dem Mann, mit den schweren Goldketten, her und sah sich gelegentlich in dem mit Schwarzlicht beleuchteten Raum um. "Gegen 21.00Uhr kommen dann noch Lea, Kevin und Fiona dazu. Du bist mit ihnen an dieser Theke eingeteilt." der Chef der Diskothek 'Twister' deutete zu einer halbmondförmigen Theke und ging anschließend mit schnellen Schritten rüber zu den Tischen. "Normalerweise kommen alle an die Bar, aber manche bleiben sitzen. Da müsst ihr drauf achten und sprecht euch am besten ab, wer wen übernimmt." Schließlich blieb der rundliche Ire stehen und stützte seine Hände in der fetten Hüfte ab, während er sich zu dem platinblonden Mann umdrehte. "Du hast keine Ahnung von diesem Job, also solltest du dir schnell die wichtigsten Cocktails einprägen." nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart und drückte Spike ein etwas dickeres Heft in die Hand "Die 80 solltest du schon können und auf Extrawünsche gehst du immer ein."

 

Der Geschäftsführer blickte den Mann vor sich kurz prüfend an und nickte dann scheinbar zufrieden "Wenn du Zeit hast säuberst du deinen Arbeitsplatz, sprich Mixer, Piturinha und die Platte. Falls mal gar nichts los sein sollte kannst du auch das polieren anfangen.... ich bezahl dich immerhin nicht fürs rumlümmeln." Seufzend ließ er seinen 80 Kilo Hintern auf einen der winzigen Hocker sinken und stützte seinen kahlen Kopf auf die Hände "Allen winselnden, leidenden Kunden wirst du geduldig zuhören und Betroffenheit heucheln. Telefonnummern steckst du mit einem Zwinkern ein und wenn dich jemand zum mittrinken auffordert, trinkst du." erklärte er und sein todernstes Gesicht duldete keine Widerrede, weshalb Spike ansatzweise nickte. "An der Bar musst du schnell sein, mit der Zeit kommt das aber. Was am schnellsten geht, machst du zuerst. Lass die Kunden aber nicht zu lange warten. Die anderen werden dir nicht helfen, also sieh zu, dass du das hinbekommst sonst bist du schneller wieder draußen, als du deinen ersten Bloody Mary gemischt hast."

 

Er sah den Vampir vor sich nachdenklich an und stand dann stöhnend auf. "Montag und Sonntag sind frei, ansonsten wirst du durchschnittlich bis 6 Uhr hier sein."

Spike schluckte kurz, verkniff sich jedoch etwas zu der Arbeitszeit zu sagen und nickte stattdessen.

 

"Kannst du auch reden, Junge?" motzte der Chef, mit dem malerischen Namen 'Harry' und kniff kurz seine Augen zusammen.

 

"Nicht nur das...." raunte Spike am Rande seiner Selbstbeherrschung und drückte den unbeschriebenen Notizblock in seiner rechten Hand wütend zusammen.

 

"Ist das der Neue?" fragte plötzlich eine relativ emotionslose Stimme hinter Spike. Sowohl Harry, als auch Spike drehten sich um und musterten die knapp bekleidete Frau vor sich verblüfft.

"Fiona, Liebes, darf ich vorstellen - Spike." grinste der Chef dreckig und schlenderte lässig zu der kaugummikauenden Frau.

 

"Spike, heh?" grinste diese nun ebenfalls und leckte sich flüchtig mit der Zunge über die blutroten Lippen, bevor sie sich über die Theke lehnte. "Netter Name." blies sie den Rauch ihrer brennenden Zigarette aus und wedelte mit einem winzigen Handy herum "Hab ich vergessen." zwinkerte sie kurz zu dem dicken Iren und schob das kleine Telefon grinsend in die Tasche ihres Rockes, der in etwa die Größe eines Gürtels hatte.

 

Harry kratzte sich kurz am Kopf und blickte sich suchend in den Räumlichkeiten um "Hab ich was vergessen?" gähnte er kurz und steckte sich anschließend eine riesige Zigarre in den Mund "Achja, am Anfang deiner Arbeitszeit hilfst du mit die Container und Kisten in den Lagerraum zu schieben und vergiss nicht nachzuschauen ob die Fässer an der Bar voll sind."

Er zog sich sein schwarz-grau kariertes Jackett über und zog lange von der brennenden Rolle "Trinkgeld behält jeder für sich, ich halt nicht viel von diesem Verzehrkartenscheiß. Es gibt jeweils 15 Euro pro Stunde bar auf die Kralle. An Feiertagen wie Silvester gibt’s teilweise 20-30 Euro. Klar soweit?"

 

"Sicher." nickte Spike kurz und strich langsam über die schwarze, glatte Oberfläche des Tresens.

 

"Gut. Dann sehen wir uns Dienstag." grinste Harry und bläkte seine Goldzähne zufrieden. "Fiona Schätzchen, kommst du noch mit?" schnaufte der Ire lechzend und umfasste ihre Hüfte mit seinen schmierigen Fingern. Sie lächelte, während sie ihren Mund ansatzweise öffnete und ungerührt weiterkaute "Sicher, Boss." kicherte sie lautstark und ließ sich dann von dem Chef aus der Disco ziehen.

 

"Bis Dienstag, Spikey!" warf Fiona dem blonden Mann noch einen Kuss zu, bevor sie hinter dem schwarzen Vorhang, der um die Eingangstüre gezogen war, verschwand.

"Ja, yippie...." motzte Spike deprimiert und ließ sich auf einen der schwarzroten Barhocker fallen. Seine Hand griff zielsicher hinter sich und er zog eine Flasche Jim Beam von der Theke heraus.

"Jim, lass uns auf Dienstag anstoßen." nickte er zuversichtlich zu der Flasche und leerte mit einem Zug ein Viertel des Inhaltes. "Oh Scheiße, verdammt...." seufzte er genervt und rutschte eine Etage tiefer.

 

-

 

Langsam drehte sie das Wasser des Duschkopfes ab und stieg leicht fröstelnd aus der Duschkabine. Mit geschlossenen Augen griff sie zu dem weißen Handtuch, das über den gegenüberliegenden Badewannenrand hing. Zuerst wischte sie sich damit schnell über das Gesicht, bevor sie es neben das Waschbecken legte. Mit ihrer rechten Handfläche fuhr sie langsam über den angeschlagenen Spiegel und gab den Ausblick auf ihren leicht geröteten Körper frei. Sie biss sich nachdenklich auf die Unterlippe, bevor sie sich zur Seite drehte und auf ihren flachen Bauch starrte. Dann legte sie den Kopf schief und hielt die Luft an, während sie die Hände in die Hüfte stützte und den Bauch weit durchdrückte.

 

"Mhm...." gab sie ihr derzeitiges Statement ab und stellte sich wieder gerade hin. Mit dem Blick weiterhin zum Spiegel gerichtet drehte sie sich um und nahm einen blauen Pullover und eine schwarze Jeans, die über der Heizung hingen, in die Hand.

 

Nachdem sie sich angezogen hatte, lief sie wieder zum Waschbecken und steckte sich mit einer schwarzbraunen Haarspange die noch feuchten Haare hoch. Mit prüfendem Blick fuhr sie sich ein paar Mal über die provisorische Frisur. Dabei viel ihr Blick auf das zusammengelegte Handtuch und Buffy sah kurz verstohlen über die Schulter, bevor sie selbiges in die Hand nahm und zusammenknäulte.

 

Sie atmete kurz tief durch und seufzte etwas verlegen, bevor sie es unter ihren Pullover quetschte. Mit neugierigem Blick ging sie wieder zum Spiegel und betrachtete ihre recht füllige Seite. "Uhh..." kommentierte sie ihre derzeitige Körpermasse und atmete langsam aus. Sie kniff ihre Augen kritisch zusammen und legte beide Hände auf den Handtuchbabybauch. Vorsichtig wiegte sie selbigen hin und her und beobachtete jede Bewegung genau.

 

"Mom." sagte sie tief einatmend zu ihrem Spiegelbild und ging langsam auf die glasige Fläche zu. "Momie." stupste sie kurz mit ihrem Zeigefinger gegen den kalten Spiegel und öffnete tief ausatmend die Haarklammer. Wieder legte sie ihren Kopf schief und grinste übertrieben. "Coole Mom." stellte sie zufrieden fest und ging lächelnd zu der Badezimmertür, die sie seufzend öffnete. Auf dem Weg zu ihrem gemeinsamen Zimmer rückte sie ihren, leicht nach links aushängenden, 'Nachwuchs' zurecht und streckte immer wieder gedankenverloren den Bauch heraus. Beinahe wäre sie in die vorbeigehende Person gelaufen, die grade ebenfalls um die Ecke bog.

 

"Hey, verdammt nochm...." wollte Buffy schon losschnauzen, als sie beim Aufsehen einen ziemlich deprimiert drein sehenden Spike erkannte, der sie mit einem schrecklich leidendem Hundeblick ansah.

 

"W....was?" fragte sie verwirrt, hatte aber nicht viel Zeit um sich Sorgen zu machen, da er im nächsten Moment in ihren Nacken griff und sie zu einem verlangenden Kuss heranzog. Buffy yapste kurz erschrocken auf, schmiegte sich jedoch sofort in seine Arme. Spikes Griff verstärkte sich und er strich hart mit seiner Zunge über ihre. Dann ließ er sie ebenso plötzlich los und blickte ihr wehleidig in die Augen "Hey." sagte er lächelnd und ging einige Schritte auf das Badezimmer zu, bevor er stehen blieb und sich wieder umdrehte. Grinsend zog er eine Augenbraue in die Höhe und deutete auf ihren Bauch "Du sagst mir aber, wenn es sein erstes Wort spricht, oder?"

 

"Hah?" war Buffy immer noch nicht so ganz wieder da und sah ihm verwirrt in die Augen. Nachdem er noch mal mit Nachdruck auf ihren sehr fülligen Bauch deutete lief sie jedoch knallrot an und zog das Handtuch unter ihrem Pullover hervor. "Kein Wort." mahnte sie schmollend und warf ihm das Handtuch zu. Spike sah ihr noch kurz grinsend nach, bevor er die Türe hinter sich schloss und ebenfalls in die Dusche ging.

 

-

 

"Zwei Daiquiri, ein... ähm... Ocean Drive und ein Milchkaffee." ratterte in etwa der 125. Kunde an diesem Tag herunter und begann bereits keine 2 Sekunden später unruhig mit den Fingern auf die Theke zu klopfen.


"Sofort." schrie Spike und drehte sich etwas verwirrt herum. Er schluckte kurz, bevor er einen der schwarzen Schüttelbecher in die Hand nahm und anschließend den Rest der Kuba-Rum Flasche einfüllte. Fiona drängte sich an ihm vorbei und warf ihm ein flüchtiges Lächeln zu, bevor sie sich zu dem Schrank unter der Theke bückte.... "Nimm den Boston Shaker für Daiquiri, außerdem solltest du zuerst den Kaffee machen." grinste sie und drückte ihm den zweiteiligen Behälter in die Hand.


"Danke..." grinste Spike kurz und füllte den Rum in den anderen Becher. Währenddessen ließ er den Kaffee in die Tasse laufen und goss den Limettensaft in den Shaker.
"Und dann ist sie einfach gegangen....." schluchzte ein sehr aufgelöster Herr und schluckte den Rest seines achten Wodka Tonics herunter. Spike nickte kurz mitleidig und stellte der Frau grinsend die bestellten Getränke auf die Platte. "Danke..." lächelte diese und schob ihm das Geld zusammen mit einem weiteren Zettel zu. Spike legte kurz seinen Kopf schief, bevor er sich wieder dem Mann zuwante.


"Noch einen?" fragte er und nickte zu dem leeren Glas.


"Ich mein... sie kann doch nich' einfach so verschwindn...." schob der etwas dickere Herr ihm das Glas einfach zu und stützte dann seinen Kopf auf die aufgelehnte Hand.

"Vielleicht kommt sie ja wieder.... soll öfters mal vorkommen." seufzte Spike und steckte die aufgeschnittene Limette auf den Glasrand, bevor er es ihm zu schob. "Was wollt ihr?" fragte er etwas genervt die zwei, sicherlich minderjährigen, Gören die vor der Bar rumhopsten.


"Drei Peach Ladys!" schrie eine der Beiden über die Theke und setzte sich lächelnd auf den Barhocker.

"Sofort..." das Alter der Mädchen kümmerte Spike in diesem Moment herzlich wenig und er schenkte sich selbst ein Glas Wodka ein, das er auf Ex wegtrank, bevor er die Cocktails mischte.


Zehn Minuten später hatte Spike beide Ellebogen auf die Theke gestützt und hörte sich geduldig die Reden des Mannes vor sich an. Beide waren inzwischen auf Jack Daniels umgestiegen und stießen gerade lautklirrend an.


"Auf Marry McRae!" gröhlte Spike zu Fiona, die ihn kopfschüttelnd ansah, und kippte dann den Rest herunter. "Das ehebrechende Miststück aus Texas...." faselte er und tätschelte dem geschiedenen Herrn vor sich mitfühlend auf die Schulter.


"Spike, verdammt, du hast Kunden!" zischte seine Kollegin Lea von der Seite, während sie selbst ein Bier abzapfte. Spike sah kurz ungerührt auf und kippte den letzten Schluck geräuschvoll herunter.


"Ach, beiß mich...." raunte er andeutungsweise und stellte sich wieder auf. Er beugte sich kurz zu den unteren Regalen und stellte einige Gläser auf die Arbeitsplatte. Während er sich selbst erneut ein Glas Hochprozentigen einschenkte, winkte er beiläufig den nächsten Gast heran.


"Was willst du?" fragte Spike ohne aufzusehen und nahm mit geschlossenen Augen einen tiefen Schluck aus dem neuen Glas.


"Oh, naja.... da gäb' es so einiges, aber das lässt sich hier schlecht verwirklichen...." sagte eine verführerische Frauenstimme vor ihm und ehe Spike sich versah, presste sich auch schon ein warmer Mund auf den seinen und ihre Finger fanden sofort den Weg in seinen Nacken.


"Hey, Liebes...." stöhnte er kurz gegen ihre Lippen, als sie mit der linken Hand unter sein Shirt fuhr.


"Hey." antwortete sie grinsend und küsste ihn ein letztes Mal, bevor sie ganz von ihm ab ließ. "Ich dachte ich schau mal vorbei." lächelte sie unschuldig und biss ich verstohlen auf die Unterlippe. "Ziemlich voll hier."


"Mhm." nickte Spike und griff nach ihrer Hand "Komm her." lächelte er und zog sie hinter den Tresen.


"Ein Cuba Libre." sagte eine etwas ältere Frau vor der Bar und blies den Rauch ihrer Zigarette in Spikes Richtung. Buffy sah die aufgedonnerte Frau abschätzend an, während sie sich auf einen frei stehenden Stuhl neben Spike setzte.


"Warte kurz, ich hab gleich Pause." sagte Spike, während er vor ihr in die Knie ging und ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen drückte.

"Okay..." nickte Buffy kurz und beobachtete mit großen Augen, wie Spike gekonnt den Inhalt aus zwei Flaschen gleichzeitig in den Shaker füllte. Etwas unsicher sah sie sich in der riesigen Disco um. Es war lange her, dass sie in einer so protzigen Bar gewesen war. Die Technomusik dröhnte penetrant durch den großen Raum und unzählige Pärchen tanzten eng umschlungen auf der großen Fläche.


Der 'Parlour Club' in LA war die erste Szenebar gewesen, bevor sie nach Sunnydale gekommen war.... und irgendwie hat es darin nur Frauen gegeben....

Dutzende Leute drängten sich an die Bar und wedelten mit ihren Geldscheinen umher. Ihr Blick richtete sich zur Seite und mit leicht geröteten Wangen beobachtete sie Spike, der den vielen Menschen in einer beachtlichen Zeit die Getränke mixte. Ihren Mann, auf dessen Stirn sich leichte Schweißperlen bildeten, während er zielsicher unter die Theke griff und zwei neue Flaschen Wodka hervorzog.


Er goss etwas in ein Glas, in dem bereits eine Hälfte mit rötlichem Fruchtsaft gefüllt war und schob es grinsend zu einer braunhaarigen Frau, die ihn mit dem Zeigefinger zu sich zog. Durch die laute Musik konnte sie nicht verstehen, was die Frau zu ihm sagte, jedoch brachte sie das anschließende Gelächter beinahe automatisch dazu, an ihrem Minirock nach der Halterung ihres 2 Meter Breitschwerts zu suchen.....


Schließlich stand sie aufbrausend auf, nachdem diese Thekenschlampe auch noch die Dreistigkeit besessen hatte, ihm ihre Telefonnummer auf den freien Oberarm zu schreiben.

 

"Hey..... Schatz...." sagte sie extra laut und deutlich und hakte sich bei dem ehemaligen Vampir ein.

"Ruf mich an..." interessierte Buffys Anwesenheit die Frau anscheinend herzlich wenig und drückte Spike vor ihren Augen einen kurzen Kuss auf die Wange.

"Sicher...." murmelte Spike etwas gereizt und ignorierte Buffys wütende Blicke, als sich bereits die nächsten Gäste zu ihm lehnten. "Ich muss arbeiten, luv. Tut mir leid." sagte er nur flüchtig und ging einige Meter in die andere Richtung. Buffy stand etwas fassungslos an der Seite des Tresens und starrte zu dem platinblonden Mann, der sich schon mit den nächsten Playboy-Bunnies unterhielt.


"Spike!" zischte sie ungeduldig und zog bestimmend an dem ärmellosen Shirt, das er trug.


"Fünf Minuten, Liebes." sagte er laut über die Schulter und lächelte etwas gezwungen. Buffy raunte wütend und ließ sich leise fluchend wieder auf den Hocker fallen. Ihr Blick haftete sicher an den leicht bekleideten Mädchen, die ihrem Freund viel sagende Blicke zuwarfen.

"Hhhhh...." schnaufte sie sauer und bedauerte wirklich Van Helsing nach längeren Überlegungen zu Hause gelassen zu haben. Aileen hatte sie so nett um ein neues Spielzeug gebeten...... Sie legte ihren Kopf seufzend auf die aufgestützten Arme und sah ruhig zu Spike herüber.


Doch dann lächelte sie plötzlich.... vertrauensvoll und stolz, weil das dort ihr Mann war, der jede zu aufdringliche Frau von sich drängte und jeden größeren Körperkontakt vermied. Gelegentlich sah er zu ihr herüber und zwinkerte liebevoll. Und in diesem Moment, vergaß sie die Standpauke, die sie ihm eigentlich halten wollte. Sie dachte auch nicht mehr daran von ihm zu verlangen, sofort zu kündigen und lieber im Büro des irischen Rates zu arbeiten.


Nein.... jetzt, in diesem Augenblick, war sie dankbar für das, was er für sie tat. Dankbar, dass er mit ihr in diesem Land blieb, in dem sie ihr zu Hause gefunden hatte.


Und sie lächelte und half ihm an diesem Abend beim Gläser spülen und mischte gelegentlich die leichteren Cocktails. In dieser Nacht hatte sie ihn seid langem wieder lachen sehen. Sie hatte gespürt, wie dankbar er über ihre Hilfe gewesen war und dass sie ihm vertraute. Obwohl er dutzende Telefonnummer kassierte und seine Wange von Lippenstiftabdrücken völlig beschmiert war.... sie vertraute ihm.
Sie standen einfach nur nebeneinander, mischten Cocktails und hatten seit Tagen wieder das Gefühl sicher und fest zusammen zu gehören..... Und Buffy war sich sicher, dass auch er es spüren konnte.... denn das, was sie gefunden hatten, war größer als alles andere.



"Kommst du?" flüsterte er und legte den Kopf schief, während er langsam zu lächeln begann.


"Hmm?" sah sie überrascht auf und blickte etwas orientierungslos in den leeren Raum.


"Feierabend." grinste er über beide Ohren und wischte ihr mit dem rechten Daumen über die Wange. Buffy sah sein penetrantes Grinsen und zuckte kurz fragend mit den Schultern "Was?" krächzte sie heiser und kam ein paar Schritte auf ihn zu.


"Nichts...." log er und ignorierte die Tatsache, dass ihr Gesicht voller Schaum von der Spüle war und dass ihre Frisur etwas westlicher als gewöhnlich saß.... denn sie hatte nie schöner ausgesehen, als in diesem Moment.


"Liebe dich, Jägerin...." hauchte er gegen ihre süßen Lippen und bewunderte verzaubert, wie ihre Augen bei diesen Worten sofort leicht glasig wurden.

"Ich dich auch." antwortete sie mit fester Stimme und begann seinen Kopf mit kleinen Küssen zu bedecken "Für immer, mein schöner Mann."

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 10 - Verdammte Romik

 

Die Hufen peitschten über die strahlend grüne Wiese. Sie schlang ihre Arme um seinen starken Körper, als er das Pferd noch weiter antrieb. Ein warmherziges Lächeln umspielte ihre Lippen und sie legte den Kopf seufzend auf seine Schulter. Eine riesige Allee von Bäumen tauchte von beiden Seiten auf und sie erschauderte kurz, als er das Pferd mitten in den Wald führte. Kurz sah er zu ihr und zwinkerte grinsend, als er das Pferd durch den schmalen Fluss auf das andere Ufer führte.

 

Schließlich fanden sie, wenige Minuten später ihren Platz auf dem Gipfel und sie setzten sich zusammen auf die Klippen.

"Wieso wusstest du nach so langer Zeit wer ich bin?" fragte er sanft, nachdem sie eine Zeit lang geschwiegen hatten.

 

"Wusste ich gar nicht...." gestand sie lächelnd. Er sah sie offensichtlich etwas verwundert an und zog die Augenbrauen in die Höhe "Nicht?"

 

"Nein. Ich wusste nur, dass du dauernd in meine Richtung starrst.... nicht wer du bist." sagte sie und grinste kurz als er gestehend nickte. "Das tut mir leid. Das tut man ja auch wohl nicht...." er lachte kurz und legte seinen Kopf in den Nacken. Dann sah er sie wieder an und ein spitzbübiges Grinsen legte sich auf seinen Mund "Und dass du im Regen mit Fremden davon reitest - Machst du das oft?"

Sie lachte kurz entspannt auf und konterte keine Sekunde später... "Es war der einfachste Weg dich los zu werden."

 

Die neblige Luft auf dem Gipfel wurde kurz von herzerwärmenden Gelächter umspielt, bevor er wieder ruhig wurde.

 

"Falls ich jemals genug Mut aufbringe dich wieder zu fragen, schicke ich 'ne schriftliche Warnung voraus."

 

"Das würde nicht viel nützen, ich kann nicht lesen." gestand sie ohne jeglichen Scham und legte den Kopf leicht schief.

 

"Kannst du nicht?" fragte er ernsthaft und legte die hohe Stirn in Falten.

 

"Nein...." flüsterte sie und lächelte ihn scheu an. Er lächelte ebenfalls und schwieg für einen Moment, bevor er tief einatmete und kurz zu ihr zwinkerte "Nun, dem werden wir wohl abhelfen müssen, nicht wahr?"

"Das heißt, du willst mich lesen lehren?" flüsterte sie freudig und unterbrach für einen Moment den Blickkontakt.

 

"Ja, wenn du willst." sagte er liebevoll und blickte in den bereits leicht orangefarbigen Himmel.

"Ja." versicherte sie ohne Umschweife und sah ihm intensiv in die Augen.

 

Er grinste kurz übermütig und beobachtete sie herausfordernd "Und in welcher Sprache?"

Sie schloss die Augen und schüttelte grinsend den Kopf "Ohhh....  du schnallst doch nur auf!" schalt sie ihn und blickte amüsiert gerade aus.

 

"Stimmt genau." lachte er leise und suchte wieder ihren Blick "....und beeindruckt dich das?"

"Nein." sie richtete ihren Kopf ganz nah zu seinem und sah ihn fragend an "Muss ich denn beeindruckt sein?"

"Oui." wurde seine Stimme plötzlich ganz sanft und er musterte ihr Gesicht verzaubert "....parce que chaque jour, j'ai pensé à toi."

 

Sie sah ihm für einen Moment fasziniert in die Augen, bevor sie Augenbrauen hob und kurz grinste "Wenn du das auf Händen laufen schaffst, bin ich beeindruckt."

Er seufzte kurz und sah dann schulterzuckend an sich herab "Nunja, mein Kilt fliegt zwar hoch, aber ich versuch’s für dich."

 

Sie hielt ihn an der Schulter zurück und verzog empört das Gesicht "Ohh... hat dir auf deinen Reisen denn niemand Manieren beigebracht?"

 

Er setzte sich wieder hin und seine Augen blitzten fröhlich auf "Die Franzosen und Römer haben viel schlimmere Manieren als ich." versicherte er nickend und sah sie grinsend an. Erstaunt blickte sie ihm in die Augen und ihr Mund öffnete sich leicht "Dann warst du in Rom?!"

 

"Ja, mit meinem Onkel.... auf Pilgerfahrt." nickte er ruhig.

 

"Wie war's dort?" fragte sie neugierig und sah ihm begierig in die Augen. Er lächelte flüchtig und studierte ihr Gesicht genau "Rien qui approchait ta beauté" wisperte er sanft und beobachtete erfreut wie sie zu lächeln begann. "Was heißt das. Ich versteh' nicht..." gestand sie etwas wehmütig und zog die Augenbrauen neugierig in die Höhe.

 

"Wunderschön." sagte er ernsthaft und beobachtete sie intensiv "Aber ich gehöre hier her....." sagte er abwesend und blickte auf die Berge vor ihm, auf die die letzten Strahlen der Sonne niederschienen.

 

 

"Pfähl mich..." stöhnte Spike und drückte erneut auf der Fernbedienung herum. "Fuck!" raunte er, als er sich wieder daran erinnerte, dass man nicht umschalten konnte, während ein Video läuft....

 

"Verflucht romisch." nickte Aileen zustimmend und schlang die weiße Wolldecke noch enger um sich.

 

"Romantisch, Liebes." grinste Spike kurz und rutschte etwas tiefer. "Hast du nicht vielleicht 'Uhrwerk Orange' da? Das war noch ein verdammt guter Film." ....den jedes 4-jährige Mädchen im Regal stehen haben sollte..... Er blickte kurz in ihre großen Augen, die ihn fragend anblickten und seufzte geschlagen "Was lernt ihr eigentlich in der Schule, verdammt noch mal. Uhrwerk Orange.... Alex und Beethovens Fünfte.... ultragewalttätig und so...."

 

Aileen sah ihn noch mal kurz an und starrte dann wieder auf den Bildchirm "Gibfon." zeigte sie mit ihrem kleinen Zeigefinger auf den Fernseher und sah den blonden Mann dann wieder an.

"Ja, in seiner verflucht schwulsten Rolle." kommentierte Spike, die momentane Szene und trank den Rest des Kilkenny Biers aus. Es war wirklich zum heulen. Hatte Buffy wirklich vor ihn zu einem tuntigen Angel-Verschnitt verkommen zu lassen? Da tat er doch wirklich alles für sie. Und kaum hatten sie das Haus ein verdammtes Mal für sich... musste sie unbedingt duschen?! Es war ja nicht so, dass man das allein machen musste.... aber nein, Miss von und zu "Ich brauch meine vier Stunden Abendpflege" hatte natürlich nichts besseres zu tun, als ihn zum Babysitting zu verdonnern. "Bloody Hell." fluchte er leise und rutschte noch acht Etagen tiefer. Das Ganze war ja noch nicht die Höhe.... nein.... jetzt durfte er sich den ganzen gottverdammten Abend, an dem er die Jägerin eigentlich an den Rand des Wahnsinns vögeln wollte, Röcke tragende Memmen ansehen, die nichts besseres zu tun hatten, als ihren Freundinnen schnulzige Sätze ins Ohr zu flüstern - auf französisch! "Oh Gott, scheiße verdammt." nuschelte er undeutlich und starrte sehnsüchtig in das obere Stockwerk, wo seine Jägerin gerade zum zehnten Mal 'Killing me Softly' anstimmte.

 

 

Sie trat langsam aus dem Schatten und nur das Mondlicht beleuchtete das bestickte weiße Kleid, das sie trug. Seine Augen weiteten sich für einen Moment bevor er sie lächelnd an der Hand fasste. Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen gingen sie vorsichtig auf den bärtigen Mann zu. Er stand neben einem großen, keltischen Kreuz und sah lächelnd auf die beiden Liebenden herab.

 

"Vater." sagte der Mann bittend und stellte sich mit der zierlichen Frau in seinen Armen vor ihn. Ohne unnötige Zeit zu vergeuden hob der Pfarrer den linken Arm der Frau, und den rechten des Mannes in die Höhe und verhakte deren Finger miteinander. Kurz nickte er, bevor er ein braunes, längliches Tuch hervorhob und es behutsam um die Hände der beiden verwickelte.

 

Sie sah ihrem baldigen Gemahl gerührt in die Augen, als dieser tief einatmete und sich zu ihr umdrehte. "Ich werde dich mein ganzes Leben lang lieben...." seine Stimme klang ehrlich und ruhig "....dich, und keine andere." versprach er sanft und schloss für einen flüchtigen Moment die Augen. Sie zog mit ihrer freien Hand ein weißes Tuch hervor und gab es ihm schweigend in die freie Hand. "Und ich dich.... dich, und keinen anderen. Auf ewig." flüsterte sie liebevoll und lächelte kurz, als er erleichtert seufzte.

 

Der Pfarrer begann die traditionellen Verse zu sprechen, während sich das vereinte Paar vor ihm niederkniete. Er zeichnete das Kreuzzeichen auf seine Brust und sah kurz in sein Buch "In nominis patris et filii et spiriti sancti." sprach er monoton, während die beiden den Kopf senkten und andächtig der Ansprache lauschten.....

 

 

Spike kniff kurz die Augen leicht zusammen und starrte misstrauisch auf den Bildschirm des Fernsehers. Plötzlich grinste er breit und ließ sich zurück in die Couch sinken.

"Verrückte Jägerin..." lächelte er schelmisch, als er endlich verstand was Buffy mit dem Bänderbinden gemeint hatte.

 

Aileen blickte traurig zu ihrem blonden Gott hoch und verzog etwas beleidigt die Lippen "Verdammte Romik, zur Hölle!" schnauzte sie wütend und verschränkte ihre dünnen Ärmchen vor dem Bauch.

 

Spike dachte unterdessen für einen Moment darüber nach, wie es wohl wäre sie wirklich zu heiraten. Er, ....als Ehemann? Eine Hochzeitszeremonie vor Gott und dem ganzen Kram.... Hier, in diesem Land, das ihm so fremd und gleichzeitig so vertraut vorkam. In dem Land, in dem sein Sire geboren und gestorben war... und er nun leben, altern und letztendlich sterben würde.

Und plötzlich überkam ihn Panik. Davor, irgendwann als alter Mann nur noch vor sich hin zu vegetieren oder was noch viel schlimmer wäre.... ein menschliches Leben vor sich zu haben - ohne sie.

Kurz zuckte er zusammen, als er eine winzige Hand in seiner fühlte.

 

Lächelnd blickte er auf und drückte Aileens Hand ein wenig. Ja, wenigstens würde er mit dem Wissen abtreten, einen Erben zu haben, der dann auch Kinder kriegen würde.... die alle einen Teil von sich und Buffy weitergeben würden. Auf eine gewisse Art und Weise würden sie ewig leben...

 

"Spike!" schrie Buffy panisch und im nächsten Moment konnte er sie die Treppe herunterstolpern hören. Er blickte unruhig auf und sein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen, als er die vielen Tränenbahnen auf ihrer Wange sah. Sofort ließ er die kleine Hand in seiner los und stand leicht schwankend auf. Ratlos stellte er sich vor sie und deutete ängstlich auf ihren flachen Bauch.... "Was?" sagte er leise und wischte ihr eine Träne von der zitternden Wange.

 

"Ich, ich hab drei Kilo abgenommen, und...." sie yapste kurz panisch nach Luft und drückte die offene Handflüche auf ihren Bauch "....und irgendwas stimmt nicht." wisperte sie schluchzend und warf sich in seine Arme.

 

Spike nickte schnell und drehte sich zu Aileen "Sag Aidan und Doreen, wenn sie zurück sind, dass wir zum Arzt gefahren sind."

Ohne eine Antwort zu erwarten drehte er sich mit Buffy im Arm um und ging zur Haustüre.

 

"Aber ich...." setzte das Mädchen leicht perplex an, unterbrach sich jedoch selbst, da die Haustüre bereits ins Schloss gefallen war. "....ich hab' Angst, wenn ich alleine bin...." flüsterte sie leise, während sie dem Aufbrummen des Motors und den quietschenden Reifen lauschte....

 

 

Ihre Augen waren panisch in den weit entfernten Wald gerichtet. Sie hörte gar nicht zu, als der Soldat ihr Todesurteil verkündete. Ihr Atem ging schnell und unregelmäßig, während sie sich panisch in ihrer Umgebung umsah. Alle ihre Freunde standen vor ihr und regten sich nicht. Sie sahen einfach nur zu... unbeteiligt und kalt waren ihre Blicke. Beinahe verächtlich... dabei war sie eine von ihnen. Wieder starrte sie flehend in den grünen Wald, der so weit entfernt schien wie nie. Doch so lange sie auch hin sah... sie konnte ihn nicht entdecken. Ihren Mann - bestimmt wartete er jetzt dort auf sie.

 

Einige Tränen flossen über ihre blutige Wange und sie bekam Zweifel. Vielleicht hätte sie sich nie auf diese Gefahr einlassen sollen. Nicht zu dieser grausamen Zeit in der es Liebenden nicht gewährt war zu lieben....